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Exzellente Geisteswissenschaftler gefördert

01.06.2005 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Zwei geisteswissenschaftliche Forschungsprojekte der Universität Bonn haben sich in dem von Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft ausgeschriebenen NRW-weiten Exzellenzwettbewerb durchgesetzt. Damit fließen in den nächsten anderthalb Jahren rund 300.000 Euro Fördergelder nach Bonn. Im Zentrum beider Projekte steht das Thema "Altern". Allerdings nähern sie sich dieser Thematik aus völlig unterschiedlichen Richtungen. Das erste Forschungsvorhaben behandelt die Abhandlung "Gerontologia seu Tractatus de jure senum" von Theodosius Schoepffer. Die vor genau 300 Jahren erschienene Schrift des damals prominenten lateinischen Autors ist heute fast völlig in Vergessenheit geraten. Sie behandelt das komplexe Thema "Alter und Altern" unter theoretischen und praktischen Gesichtspunkten und diskutiert die Stellung der alten Menschen zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Schoepffers Gedanken erweisen sich als herausragendes Beispiel in der Geschichte der Gerontologie im Spannungsfeld der Altersbilder von der Antike bis zur Gegenwart. Damit ist seine Schrift ein idealer historischer Ausgangspunkt, von dem aus sich auch wesentliche Erkenntnisse zur Lösung aktueller Probleme gewinnen lassen. Bearbeitet wird das Projekt von Professor Dr. Marc Laureys (Seminar für Griechische und Lateinische Philologie), Professor Dr. Winfried Schmitz (Seminar für Alte Geschichte) und Professor Dr. Mathias Schmoeckel (Institut für Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte).

Das zweite Forschungsvorhaben ist im Bereich der Bioethik angesiedelt. In Tierexperimenten ist es bereits heute möglich, die maximale Lebenserwartung erheblich zu verlängern. Aufgrund der medizinischen Entwicklung ist in Zukunft eine deutliche Verlängerung auch der menschlichen Lebensspanne denkbar. Dr. Michael Fuchs vom Institut für Wissenschaft und Ethik untersucht in Kooperation mit Professor Dr. Georg Rudinger vom Zentrum für Alternskulturen, welche Hoffnungen die Bundesbürger in eine Verlangsamung des Alterns setzen und wie diese ethisch zu bewerten sind.

In einer repräsentativen Umfrage wollen die Forscher zunächst herausfinden, inwiefern und unter welchen Bedingungen eine deutliche Lebensverlängerung den Wünschen der Bundesbürger entspricht. Die Ergebnisse sollen in eine ethische Analyse einfließen, die unter anderem auch die Argumente der Anti-Aging-Befürworter und -Kritiker auf ihre Stichhaltigkeit hin untersucht. Dazu wollen die Forscher auch überprüfen, welche Entwicklung in der Anti-Aging-Medizin in den nächsten Jahren realistischerweise zu erwarten sind.

Kontakt:
Prof. Dr. M. Laureys
Tel.: 0228/73-7488
E-Mail: m.laureys@uni-bonn.de

Dr. M. Fuchs
Tel.: 0228/3364-1921
E-Mail: fuchs@iwe.uni-bonn.de

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