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Studie von PwC in Kooperation mit der Europa-Uni bescheinigt Mediation oder Schlichtung künftig bessere Chancen bei der

01.06.2005 - (idw) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Deutsche Unternehmen regeln Konflikte mit Geschäftspartnern zumeist noch immer auf althergebrachte Weise - durch Verhandlungen oder vor Gericht. Das Interesse an der außergerichtlichen Beilegung von Konflikten ist in Deutschland jedoch stark gestiegen und folgt damit entsprechenden Trends, die vor allem in den USA und Großbritannien beobachtet werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Commercial Dispute Resolution - Konfliktbearbeitungsverfahren im Vergleich von PricewaterhouseCoopers (PwC) in Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), die die Praktiken und Präferenzen von deutschen Firmen bei der Bearbeitung von Konflikten mit anderen Unternehmen untersucht und auf dieser Basis Veränderungsbedarf sowie zukünftige Entwicklungstrends aufzeigt. An der Umfrage beteiligten sich 158 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Größe aus verschiedenen Wirtschaftszweigen.
Die Befragten beurteilen alternative Verfahren der Konfliktbearbeitung zwar deutlich positiver als Gerichtsverfahren, und es wird in aller Regel zunächst auch der Versuch unternommen, einen Konflikt auf dem Verhandlungsweg beizulegen. Scheitern diese Verhandlungen, erfolgt jedoch zumeist direkt der Gang zum Gericht.
Dies steht in offenkundigem Widerspruch dazu, dass das Gerichtsverfahren von rund 80 Prozent der Befragten als sehr wenig vorteilhaft eingestuft wird. Bei der Bewertung der spezifischen Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren liegen die Alternativen Mediation und Schlichtung mit Abstand vor dem Gericht. "Dies dürfte unter anderem an der Möglichkeit der Mitgestaltung von Verfahren und Ergebnis durch die Konfliktparteien liegen", erklärt Claudia Nestler, Partnerin im Bereich Dispute Analysis & Investigations von PwC. Die Studie zeigt, dass immerhin 83 Prozent der Unternehmen bereits praktische Erfahrungen mit außergerichtlichen Verfahren mit Drittbeteiligung wie Schiedsgerichtsverfahren, Schiedsgutachten, Mediation und Schlichtung gesammelt haben.
Laut Studie ist die Diskrepanz zwischen Bewertung und tatsächlicher Nutzung der verschiedenen Möglichkeiten der Konfliktbeilegung vorrangig durch folgende Überlegungen zu erklären: Zum einen hat die relative Unzufriedenheit mit dem Gerichtsverfahren offensichtlich noch kein so großes Ausmaß angenommen, dass es zu deutlichen Verhaltensänderungen im Sinne einer generellen Abwendung vom Gerichtsverfahren kommt. Dies hängt sicher auch mit der grundsätzlich hohen Qualität und Zuverlässigkeit des deutschen Gerichtssystems zusammen. Prof. Dr. Stephan Breidenbach von der Europa-Universität Viadrina sieht einen weiteren Grund in der verbreiteten Neigung zur Aufrechterhaltung etablierter Verhaltensweisen: "Wegen der mangelnden praktischen Erfahrung mit außergerichtlichen Verfahren und der gleichzeitigen Vertrautheit des staatlichen Gerichtsverfahrens wird eine interessengerechte Umorientierung in der Verfahrensnutzung deutscher Unternehmen wohl eher langsam verlaufen."
PwC-Expertin Nestler rechnet damit, dass die bereits erkannten Vorteile der außergerichtlichen Verfahren in Zukunft auch tatsächlich stärker genutzt werden. Besonders gute Chancen räumt sie dabei Verfahren oder Verfahrenskombinationen (sogenannte "hybriden Verfahren") ein, die den Konfliktparteien eine umfassende Handlungsautonomie gewähren - und zusätzlich die Vorteile der Unterstützung durch neutrale Dritte bieten.

Weitere Informationen:
Professor Dr. Stephan Breidenbach/Ulla Gläßer, LL.M./ Lars Kirchhoff

Europa-Universität Viadrina
Forum für Verhandlung und Mediation
Tel.: 0335 / 5534 - 2283
E-Mail: breiden@euv-ffo.de

PricewaterhouseCoopers (PwC) ist in Deutschland mit rund 8.200 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund einer Milliarde Euro eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten.Umsatzvolumen von rund einer Milliarde Euro eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten.

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