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Reflexive Modernisierung: Vier Augsburger Teilprojekte im SFB 536

01.06.2005 - (idw) Universität Augsburg

Mit der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft jetzt bewilligten dritten Forschungsphase des Sonderforschungsbereichs 536 "Reflexive Modernisierung" fließen an die vier Teilprojekte, mit denen die Augsburger Soziologie an diesem SFB beteiligt ist, in den kommenden vier Jahren über 2 Millionen Euro Drittmittel. Nach der umfassenden Evaluation durch ein Gutachtergremium im Februar diesen Jahres hat jetzt der Senat der DFG für den Zeitraum von 2005 bis 2009 eine dritte Forschungsphase des 1999 eingerichteten Sonderforschungsbereichs 536 "Reflexive Modernisierung" bewilligt. In diesem Forschungsverbund arbeiten Wissenschaftler der LMU und TU München, der Universität Augsburg, der Bundeswehruniversität München sowie weitere Forschungsinstitute gemeinsam an der Frage, inwieweit der derzeitige Strukturwandel moderner Gesellschaften im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert grundlegende Neuorientierungen in den theoretischen Konzepten und empirischen Strategien der Sozialwissenschaften verlangt.

Mit dieser Grundfragestellung adressiert der SFB in hervorragender Weise eines der für die Universität Augsburg maßgeblichen und mit dem Stichwort der "orientierenden Gesellschaftswissenschaften" umschriebenen Forschungsprofile. Insgesamt ist die Universität Augsburg an dieser dritten Phase mit 4 Teilprojekten beteiligt, die über den Zeitraum der nächsten vier Jahre ein Gesamtvolumen von über 2 Millionen Euro an Drittmitteln umfassen.

DIE VIER AUGSBURGER TEILPROJEKTE

Im Einzelnen erforscht ein von Prof. Dr. Fritz Böhle (Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt) geleitetes Projekt die Bedeutung von Wissensformen, die sich primär durch praktisches Handeln konstituieren und als Erfahrungswissen tradiert werden. Im Zentrum stehen dabei insbesondere die Folgen solcher Wissensformen in jenen Bereichen von Arbeit, Technik und Ökonomie, die bislang als Domänen wissenschaftlich-rationalen Wissens gegolten haben.

Ebenfalls im Bereich von Wissen und Wirtschaft angesiedelt ist ein Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Lau (Soziologie/Schwerpunkt Wirtschaftssoziologie), das sich - im Anschluss an bisherige Forschungen zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit - neuartigen Entgrenzungsphänomenen zwischen wissenschaftlichem und ökonomischem Wissen widmet. Hierbei geht es keineswegs um die einfache Frage nach dem Primat ökonomischer Verwertungsinteressen, sondern vielmehr darum, inwieweit bislang vertraute Grenzziehungen zwischen wissenschaftlichen und ökonomischen Handlungsrationalitäten überhaupt noch greifen.

Mit ganz anderen Grenzziehungen beschäftigt sich ein weiteres Projekt am Lehrstuhl Lau: Welche gesellschaftlichen Folgen hat die zunehmende Erosion geläufiger und bis in unseren Alltag hineinreichender Natur-Gesellschafts-Unterscheidungen - z. B. von gesund und krank, von natürlich gegebener und künstlich hergestellter Körperlichkeit?

Unter der Leitung von Prof. Dr. Jutta Allmendinger (LMU München), Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, und Prof. Dr. Werner Schneider (Soziologie/Sozialkunde) untersucht ein viertes Projekt schließlich die Geldarrangements von Paaren und Familien. Insbesondere wird dabei gefragt, inwieweit der derzeitige Umbau des Sozialstaats die alltägliche Organisation von "mein-dein-unser Geld" im Privaten beeinflusst und infolge neuartiger Ver- und Entpflichtungsstrukturen zwischen den Lebenspartnern sich deren Beziehungsalltag verändert.

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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Prof. Dr. Werner Schneider
Universität Augsburg
Philosophische-Sozialwissenschaftliche Fakultät
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-5570
werner.schneider@phil.uni-augsburg.de
Weitere Informationen: http://www.sfb536.mwn.de/
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