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225 Jahre Veterinärmedizinische Ausbildung in Sachsen

01.06.2005 - (idw) Universität Leipzig

Anlässlich des 225jährigen Jubiläums der Veterinärmedizinischen Ausbildung in Sachsen laden wir zu einer Pressekonferenz ein, auf der die historische Entwicklung, die Veränderung des Berufsbildes des Tierarztes über die Jahrhunderte, der Tag der Offenen Tür, und aus dem reichen Themenkatalog der Forschung zwei auch für die Öffentlichkeit interessante Projekte vorgestellt werden. Anlässlich des 225jährigen Jubiläums der
Veterinärmedizinischen Ausbildung in Sachsen am 17. und 18.
Juni 2005 laden wir herzlich zu einer Pressekonferenz ein,
auf der die historische Entwicklung, die Veränderung des
Berufsbildes des Tierarztes über die Jahrhunderte,
Organisatorisches zum Tag der Offenen Tür, und aus dem
reichen Themenkatalog der Forschung zwei auch für die
Öffentlichkeit interessante Projekte (Qualzuchten,
Auswirkungen von Stress in der Schwangerschaft) vorgestellt
werden. (s.u.)

Zeit: 13.06.2005, 11:00 Uhr
Ort: Hörsaal vor der Schmiede (Halbrundbau am Eingang)
An den Tierkliniken 19

Fototermin gegen 12:00 Uhr in der Kleintierklinik

Wir bereiten selbstverständlich wieder eine Pressemappe für
sie vor und laden zu einem kleinen Imbiss ein. Über Ihr
Kommen würden wir uns sehr freuen. Bitte informieren Sie
uns über Ihre Teilnehme (adams@uni-leipzig.de, 0341 97 35
021)

Von der Churfürstlichen Thier-Arzney-Schule in Dresden zur
Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig
kann auf mehr als zwei Jahrhunderte im "Dienst an Tier und
Mensch" zurückblicken, davon über 80 Jahre als im Kreise
der Schwesternfakultäten der Universität Leipzig. Ihrer
selbständigen Vorgeschichte hat sie es zu verdanken, dass
ihr Dekan zu feierlichen Anlässen im Gegensatz zu seinen 13
Amtskollegen der Universität eine wertvolle goldene
Rektorkette tragen darf: Von Sr. Majestät, dem sächsischen
König Friedrich August, im Jahre 1907 höchstselbst an den
Rektor der Tierärztlichen Hochschule Dresden verliehen. Zur
Pressekonferenz kann die Kette angeschaut werden. Dekan
Prof. Gotthold Gäbel wird außerdem viel Spannendes zur
Geschichte der tiermedizinischen Ausbildungs- und
Forschungsstätte vortragen, zu dem auch das Hin und Her
bezüglich des Umzuges von Dresden nach Leipzig und des Wie
der Eingliederung in die Universität gehören, aber auch die
Ursachen dafür, warum die private tierärztliche Lehranstalt
des Dresdner Oberroßarztes Christian Friedrich Weber zur
Churfürstlichen Thier-Arzney-Schule Dresden wurde.

Änderung des tierärztlichen Berufsbildes: Vom Rossarzt zum
Verbraucherschützer

Im Laufe der Zeit hat sich das Aufgabenspektrum des
Tierarztes beträchtlich gewandelt. Heute arbeiten ca. 25 %
aller ausgebildeten Tierärzte im
Verbraucherschutz, stehen also direkt im Dienste der
Gesundheit des Menschen. Der Direktor des Institutes für
Lebensmittelhygiene Prof. Karsten Fehlhaber gibt einen
Überblick über die Entwicklung des Berufsbildes "Tierarzt"
in Abhängigkeit vom historischen Kontext und erklärt den
jüngsten Trend zum Verbraucherschutz, dessen Wurzeln bis
ins alte Ägypten zurückzuverfolgen sind.

"Qualzuchten" - was kann der Tierarzt tun?

Vom Verbraucherschutz zum Tierschutz: In Zusammenarbeit mit
tierärztlichen Einrichtungen in Zürich und Berlin
beschäftigt sich eine Leipziger Forschergruppe um Prof.
Gerhard Oechtering, Direktor der Klinik für Kleintiere, mit
Atemnot, an der jene Tiere leiden, denen über viele
Generationen sozusagen der Kopf kurzgezüchtet wurde. Solche
kurzköpfige Rassen sind z.B. der Mops, die Französische
Bulldogge und der Boxer. Zunächst geht es dem Tiermediziner
darum, den betroffenen, an Atemnot leidenden Tieren, zu
helfen. Dabei wird z.B. durch mikrochirurgische
Lasereingriffe der untere Nasengang neu angelegt, damit
ausreichend Platz in den Atemwegen geschaffen wird. Die
Tiere können wieder frei atmen und die typischen
schnarchenden Atemgeräusche verschwinden.
Darüber hinaus streben die Wissenschaftler aber auch an,
Kriterien dafür aufzustellen, welche anatomischen
Veränderungen eine Einordnung des Zuchtergebnisses als
Qualzucht rechtfertigen. Längerfristig soll damit Einfluss
auf Züchter und Halter genommen werden. CT-Aufnahmen mit
dem neuen hochauflösenden dreidimensionalen
Hochgeschwindigkeits-Computertomografen der Kleintierklinik
von verschiedenen Hunderassen verdeutlichen das Problem.

Stress in der Schwangerschaft und die Folgegeneration

Wenn Tierärztin Prof. Almuth Einspanier vom
Veterinär-Physiologisch-Chemischen Institut sich mit den
Auswirkungen von Stress in der Schwangerschaft (Gravidität)
auf Folgegenerationen beschäftigt, tut sie es letztendlich
für den Menschen, denn ihr Tiermodell ist auf den Menschen
übertragbar: Im Rahmen eines seit 2003 laufenden
EU-Projektes und in Zusammenarbeit mir dem Leipziger Zoo
suchte sie zunächst nach Stresshormonen (Glukokortikoide)
bei trächtigen Tieren, deren Freisetzung verschiedene
Ursachen haben kann, z.B. Neuverpaarungen,
Umsetzungsaktionen. Später schaute sie sich die
Folgegenerationen an und kam dabei zu interessanten
Entdeckungen: Trotz optimaler medizinischer Betreuung sind
die Männchen, deren Mütter in der frühen Schwangerschaft
Stress ausgesetzt waren, kleiner und leichter als ihre
Artgenossen. Parallel dazu setzt bei den Weibchen der
Folgegeneration die Geschlechtsreife früher ein, was dies
für ihre Lebenserwartung bedeutet, gilt es zukünftig zu
klären .Stress in der Spätschwangerschaft scheint dagegen
ohne gravierende Folgen zu bleiben.

Tag der offenen Tür

Zu ihrem Jubiläum wollen die Tiermediziner nicht unter sich
bleiben. Für den 18. Juni laden sie alle interessierten
Leipziger zu einem Tag der offenen Tür ein, der für Groß
und Klein ein abwechslungs- und aktionsreiches Programm
bietet. Mehr zu Polizeireiterstaffel, Greifvogelschau und
Ponyreiten, historischer Sammlung, Studien- und
Berufsberatung trägt Prof. Arwid Daugschies, Direktor des
Institutes für Parasitologie, vor. Vielleicht erklärt er
auch, was sich hinter dem "Pferdemusical" verbirgt, eines
der Highlights auf dem Sommerfest der Mitarbeiter und Gäste
der Veterinärmedizinischen Fakultät am 17. Juni.

Fototermin, gegen 12:00 Uhr in der Klinik für Kleintiere

Für die bildgebenden Medien bieten wir nach der
Pressekonferenz, gegen 12:00 Uhr, einen Fototermin an. Am
neuen dreidimensionalen
Hochgeschwindigkeits-Computertomografen verdeutlicht Prof.
Oechtering anhand der anatomischen Beschaffenheit und der
Funktion des Hundekopfes die Problematik der sogenannten
Qualzüchtungen bei kurzköpfigen Hunderassen.

Außerdem stellen wir im Raum der Pressekonferenz einige

alte Instrumente und Tiermodelle aus. Selbstverständlich
kann anlässlich der Pressekonferenz auch im Gelände der
Veterinärmedizinischen Fakultät gefilmt und fotografiert
werden. Sollte Bedarf nach Besuch eines Institutes, Labors
oder Hörsaales oder nach Tier-Untersuchungs-Bildern
bestehen, bitten wir um rechtzeitige Absprache.

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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Gotthold Gäbel
Telefon: 0341 97-38000
E-Mail: dekanat@vmf.uni-leipzig.de
www.vmf.uni-leipzig.de

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