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Die Nibelungen kommen - Spuren der Erinnerung

02.06.2005 - (idw) Universität Augsburg

Vierteilig kompakt im Juni 2005 an der Universität Augsburg: Eine etwas andere Nibelungen-Veranstaltungsreihe, in der vom Bad im Drachenblut die Rede sein und Brünhild als Musikautomat ins Bild kommen wird. Außerdem und bekanntlich: "Am schönsten ist es, wenn die Braut / den eignen Bräutigam verhaut." Das um 1200 entstandene Nibelungenlied hat - nicht zuletzt, weil es immer wieder als Nationalepos der Deutschen herhalten musste - eine gewaltige, den Text geradezu überwältigende Wirkungsgeschichte entfaltet. Prof. Dr. Freimut Löser, Ordinarius für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters, und das Team seines Lehrstuhls werden in den kommenden vier Wochen diesen Spuren der Erinnerung in Film, Buch, Bild, Wort und Theater nachgehen. Eine gute Möglichkeit also für alle, die sich dem großen Werk einmal aus anderer Perspektive nähern wollen.

6. JUNI: FILM

Den Anfang machen am Montag, dem 6. Juni, Fritz Langs monumentale Nibelungen-Stummfilme "Siegfried" und "Kriemhilds Rache" von 1922/24, die in Ausschnitten präsentiert und kommentiert werden. (Beginn um 18.15 Uhr in HS 2106 des Phil.-Gebäudes, Universitätsstraße 10).

14. JUNI: BUCH

Am Dienstag, dem 14. Juni (18.15 Uhr, HS IV) liest der bekannte Autor Jürgen Lodemann aus seinem Roman "Siegfried und Kriemhild", der bei seinem Erscheinen im Jahr 2002 über Wochen hinweg die Bestenliste des SWR-Literaturmagazins und der ZEIT anführte. Dem Autor wird tags zuvor durch die nordrhein-westfälische Landesregierung die Professorenwürde verliehen werden. "Er hat aber versprochen", sagt Löser, "dass seine Lesung alles andere als trocken wird. Es ist damit zu rechnen, dass vom Bad im Drachenblut die Rede sein wird ..." (Beginn um 18.15 Uhr im Großen Hörsaalzentrum, Universitätsstraße 10, HS IV).

20. JUNI: BILD

Eine Woche später, am 20. Juni, steht der Nibelungen-Abend unter dem Motto "Handschriften, Fresken und Comics - eine Reise durch die Jahrhunderte". Den Ausgangspunkt wird hier eine Handschrift bilden, die, wie letzten Sommer in der "Augsburger Allgemeinen" berichtet, wohl in Augsburg entstand. Sie ist als einzige Nibelungenhandschrift des Mittelalters durchgehend illustriert. Über die großen Nibelungenfresken der Münchner Residenz und ganz ungewöhnliche Holzschnitte Ernst Barlachs wird die Bilderreise zur zeitgenössischen Kunst führen, wo man Brünhild als Musikautomaten wird bewundern können. (Beginn um 18.15 Uhr in HS 2106 des Phil.-Gebäudes, Universitätsstraße 10).

27. JUNI: WORT

Den Abschluss der Reihe bildet am Montag, dem 27. Juni, eine von Christian Hofrichter und Ulrike Schwarz, zwei Studierenden des Faches, gestaltete Collage aus Nibelungenbearbeitungen von Auguste Lechner bis Moritz Rinke, die in Form einer szenischen Lesung präsentiert wird. Auch wird Oscar Strauß' Operette "Die lustigen Nibelungen" streng wissenschaftlich analysiert werden, unter anderem die Stelle: "Am schönsten ist es, wenn die Braut / den eignen Bräutigam verhaut." Nicht immer also ist ein Epos todernst. (Beginn um 18.15 Uhr in HS 2106 des Phil.-Gebäudes, Universitätsstraße 10).
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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Dr. Klaus Vogelgsang
Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters
Telefon 0821/598-5777
klaus.vogelgsang@phil.uni-augsburg.de

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