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Forschung an multitalentierten Proteinen geht in die zweite Runde

02.06.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Jenaer Sonderforschungsbereich 604 "Multifunktionelle Signalproteine" verlängert Jena (02.06.05) Der 2002 in Jena gegründete Sonderforschungsbereich (SFB) 604 "Multifunktionelle Signalproteine" wird für weitere drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die bisher erzielten Forschungsergebnisse sind von externen Gutachtern geprüft und für exzellent befunden worden. Mit ca. 1 Mio. Euro pro Jahr werden daher bis Ende 2008 die insgesamt 13 Teilprojekte des Jenaer SFBs unterstützt.

Der SFB 604 vereint in sich Arbeitsgruppen aus der Biologisch-Pharmazeuti-schen und der Medizinischen Fakultät der Universität Jena, den Leibniz-Instituten für Molekulare Biotechnologie und für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie in Jena sowie der Universität Halle. Mit molekular- und zellbiologischen Methoden werden hier aus dem Orchester der Proteine verschiedener Organismen ausgewählte "Multitalente" untersucht. In den 13 Teilprojekten beschäftigen sich die Wissenschaftler mit jeweils einem dieser so genannten multifunktionellen Signalproteine und sammeln Erkenntnisse darüber, wie das jeweilige Protein seinen 'Arbeitsauftrag' in bestimmten Zellenarten erfüllt.

"Das Besondere an unseren Proteinen ist, dass sie in verschiedenen Organen des Organismus unterschiedliche Funktionen ausüben", erklärt Prof. Dr. Reinhard Wetzker. Der SFB-Sprecher von der Universität Jena forscht beispielsweise an einem Signalprotein, das sowohl in weißen Blutzellen, im Herzen als auch im neuronalen Gewebe aktiv ist. Seine Funktion in Blut- und Herzzellen konnte weitgehend aufgeklärt werden. "Im Zuge der Verlängerung des SFBs konzentrieren wir uns nun auf seine Rolle im neuronalen Gewebe", illustriert der Zellbiologe.

In der ersten Förderphase (2002-04) sind aus dem SFB 90 Publikationen hervorgegangen, darunter etliche in so hoch angesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie "Cell", "Nature" oder dem "EMBO Journal". Auf diesen Ergebnissen können die 45 Mitarbeiter und die 26 Doktoranden und Postdoktoranden, deren Stellen die DFG finanziert, nun aufbauen. "Wir starten mit einem renovierten Profil in die zweite Phase", erklärt Wetzker. Konkrete Mechanismen der Krankheitsentstehung rücken stärker in den Fokus der Forschung. Es geht darum aufzuklären, welche Rolle die Signalproteine etwa bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson und Multipler Sklerose oder bei der Entstehung von Tumoren spielen. Dazu wurden verstärkt Molekularmediziner ins Boot geholt. "Mit dieser Profilierung folgen wir auch der Empfehlung der Gutachter", so Wetzker.

Die Aufklärung der Funktion von Signalproteinen ermöglicht eine effektive Suche nach neuen Wirkstoffen zur Behandlung der genannten Krankheitsbilder. Dazu nutzt die Forscherallianz auch ein neues Förderangebot der DFG, bei dem Gelder für Transferprojekte mit Firmen bereitgestellt werden. "Unsere Teilprojektleiter werden Kooperationsvorhaben mit der Pharmaindustrie entwerfen und eine Förderung im Rahmen unseres SFBs beantragen", erklärt Wetzker. Zwei dieser Transferprojekte wurden bereits eingereicht. In beiden geht es um die Entwicklung niedermolekularer Wirkstoffe gegen Proteine, die bei degenerativen Erkrankungen des Nervensystems eine zentrale Rolle spielen. "Diese Arbeiten bauen auf unseren Grundlagenuntersuchungen zur Rolle von Signalproteinen im Netzwerk der zellulären Kommunikation auf. Wir erfahren zunehmend, wie fehlgesteuerte Signalproteine Krankheiten auslösen und wie diese Proteine im Sinne der Patienten repariert werden können", so der SFB-Sprecher.


Kontakt:
Prof. Dr. Reinhard Wetzker
Sprecher des Sonderforschungsbereiches 604 "Multifunktionelle Signalproteine"
Tel.: 03641 / 9325650
E-Mail: Reinhard.Wetzker@uni-jena.de

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