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Universität Jena legt "Gemeinschaftsfonds" auf

07.06.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neues Universitätsprogramm sichert die Finanzierung wachstumsorientierter Projekte Jena (07.06.05) Die Gelder für die Wissenschaft werden immer knapper und führen vielerorts zu Investitionsstaus, die Lehre und Forschung behindern. Um dieses Problem ein wenig zu verringern, hat die Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Programm "Gemeinschaftsfonds" aufgelegt und am Dienstag (07.06.) den ersten Vertrag im Rahmen dieses neuen Programms unterzeichnet.

Wissenschaftler der Universität können dank des Gemeinschaftsfonds wichtige Geräte beschaffen oder dringend notwendige Investitionen tätigen. Wie beim Hauskauf verpflichten sich die Wissenschaftler vertraglich zur Rückzahlung der Gelder - aus ihren freien Drittmitteln. Dies ist in Raten möglich, umfasst aber - anders als beim Hauskauf - nicht die gesamte Summe. Die Anträge für das neue Programm werden nach klar definierten Kriterien beurteilt und die Leistungen beider Vertragspartner genau festgelegt. Bei bewilligten Projekten ermöglichen die Mittel, die unter der 125.000 Euro-Schwelle liegen müssen, den Wissenschaftlern eine schnelle und unbürokratische Beschaffung von Geräten. Solche zeitnahen Ankäufe gestatten den Wissenschaftlern einen rascheren Beginn ihrer Forschungen und dadurch auch die schnellere Erschließung neuer Drittmittelquellen. "Ein Ziel des Programms ist es, die Einwerbung von Drittmitteln zu erhöhen", sagt der Initiator des Programms Prof. Dr. Herbert Witte. Außerdem soll die Beteiligung der Wissenschaftler an dem Programm, so der Prorektor für Forschung weiter, "das Kostenbewusstsein und die Selbstverantwortung der Wissenschaftler und beteiligten Einrichtungen erhöhen".

Erster Nutznießer des neuen Programms ist Prof. Dr. Markus Rettenmayr, mit dem heute der erste Vertrag abgeschlossen worden ist. Der Professor für Metallische Werkstoffe hat jetzt die Gelegenheit, sich einen speziellen Vakuum-Induktionsofen mit Kaltwandtiegel herstellen zu lassen. Geheizt wird dieser Ofen mit einem Hochfrequenzgenerator mit ca. 60 kW Leistung, mit dem sich problemlos auch Temperaturen von 2.500 °C erreichen lassen. Der Jenaer Experte für metallische Legierungen kann mit dem neuen Gerät die Form der Legierungszugabe extrem genau variieren.

"Besonders an diesem Kaltwandtiegel ist, dass die Schmelze darin in Levitation, also in der Schwebe, gehalten werden kann und der Tiegel gar nicht berührt wird", betont Rettenmayr. Damit lassen sich dann auch reaktive Schmelzen herstellen und erstarren, ohne die Legierung zu verunreinigen. "Mit dem Ofen werde ich in der Lage sein, fast alle Arten von Legierungen herzustellen, insbesondere auch verschiedene körperverträgliche Titanlegierungen", freut sich der Materialwissenschaftler auf den Ofen, der dank des neuen Programms noch in diesem Jahr in Rettenmayrs Labor stehen wird.

Kontakt:
Prof. Dr. Herbert Witte
Prorektor für Forschung der Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 931010, Fax: 03641 / 931012
E-Mail: prforschung@uni-jena.de

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