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Lungenkomplikationen nach Stammzelltransplantation

09.06.2005 - (idw) Wilhelm Sander-Stiftung

Die allogene Stammzelltransplantation stellt mittlerweile ein Standardtherapieverfahren mit Aussicht auf Heilung für eine ganze Reihe bösartiger Erkrankungen des blutbildenden Systems dar. Im Anschluss an eine erfolgreiche Transplantation kann jedoch eine Fülle von Komplikationen auftreten, die wiederum eine Bedrohung des Patienten darstellen. Gut bekannt ist mittlerweile, dass sich das Spenderorgan (Knochenmark oder Stammzellen) gegen körpereigene Strukturen des Empfängers "wehren" kann und hierdurch Schaden anrichtet. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff Graft versus Host Disease bekannt und wurde für Haut, Darm und Leber bereits beschrieben. Darüber hinaus sind diese Patienten durch die notwendige Immunsuppression in erhöhtem Maße infektgefährdet, so dass bereits Erreger einer banalen Erkältung eine Bedrohung darstellen können.
In der Tat kommt es aber bei fast der Hälfte der Patienten nach allogener Stammzelltransplantation zu akuten und/oder chronischen Komplikationen an der Lunge, die in ihrer Ursache häufig nur unzureichend verstanden werden. Das Vorliegen einer Graft versus Host Disease an der Lunge wird vermutet, konnte bisher aber nur am Tiermodell eindeutig belegt werden. Pulmonale Infekte sind hierbei ebenfalls von Bedeutung, möglicherweise auch durch eine verminderte lokale Immunantwort bei Erregerkontakt.

Die gemeinsame Hämatologisch-onkologische-pneumologische Arbeitsgruppe am Klinikum der Universität Regensburg untersucht nun einerseits an ausgewählten Strukturzellen der Lunge Mechanismen der Zellschädigung, die für die Existenz einer Graft versus Host Disease auch beim Menschen sprechen könnten. Anderseits wird das lokale Immunsystem der Lunge hinsichtlich eingeschränkter Effektivität untersucht. Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, durch ein verbessertes Verständnis der immunologischen Vorgänge an der Lunge mittelfristig das Auftreten pulmonaler Komplikationen zu reduzieren und damit die Lebensqualität und die Prognose von Patienten nach allogener Stammzelltransplantation zu verbessern.

Kontakt:
PD Dr. Günther Eissner (Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie) PD Dr. Christian Schulz (Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II)
Klinikum der Universität Regensburg
Franz Josef Strauss Allee 11, 93042 Regensburg
Tel.0941 944-5552
Fax 0941 944-5533

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dies Forschungsprojekt mit über 200.000,--¤

Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers zurück, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen: www.wilhelm-sander-stiftung.de

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