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1,8 Millionen Euro für die historischen Geisteswissenschaften - neue Projekte der Gerda Henkel Stiftung

10.06.2005 - (idw) Gerda Henkel Stiftung

Die Gremien der Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf, haben in ihrer Auswahlsitzung im Frühjahr 2005 erneut rund 1,8 Millionen Euro für die historischen Geisteswissenschaften zur Verfügung gestellt. 43 Forschungs- und Promotionsprojekte wurden neu in die Förderung aufgenommen. Die Stiftung engagiert sich darüber hinaus in zwei Bibliotheksinitiativen für die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar und für den Aufbau von Bibliotheken in Zentralasien. Fellowship-Programme für Wissenschaftler und Journalisten an Universitäten in Großbritannien und den USA wurden verlängert. ENGAGEMENT FÜR BIBLIOTHEKSINITIATIVEN
Mit insgesamt 55.000 Euro beteiligt sich die Gerda Henkel Stiftung an zwei Bibliotheksinitiativen: Die Gremien bewilligten 25.000 Euro für die von Altbundeskanzler Dr. Helmut Schmidt ins Leben gerufene Initiative der Deutschen Nationalstiftung für die Wiederherstellung der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek im Weimar. Mit 30.000 Euro engagiert sich die Stiftung für die vom Auswärtigen Amt koordinierte Initiative "Bücher ohne Grenzen", die der gezielten Förderung von Bibliotheken in Mittel- und Osteuropa dient. Die Mittel der Gerda Henkel Stiftung werden für den Aufbau von Bibliotheken in Zentralasien eingesetzt. Die Stiftung ist seit 2004 in der Region Zentralasien tätig und fördert im Rahmen eines Sonderprogramms herausragende Nachwuchswissenschaftler, die in den Bereichen Archäologie, Geschichte, Kunstgeschichte und Historische Islamwissenschaften forschen.

FELLOWSHIP-PPROGRAMME VERLÄNGERT
Die Gerda Henkel Stiftung vergibt im Rahmen des renommierten Reuters Foundation Programme am Green College der Universität Oxford ein Fellowship für Journalisten, die im Bereich der historischen Geisteswissenschaften tätig sind. Das Stipendium umfasst einen sechsmonatigen Aufenthalt in Oxford, der zum intensiven Austausch mit britischen Kollegen und zur Erarbeitung eines Fachartikels genutzt werden soll.
Altertumswissenschaftlern bietet die Gerda Henkel Stiftung in Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Brown University in Providence, Rhode Island, die Gelegenheit zu einem Forschungsaufenthalt in den USA. Ziel dieser Initiative ist es, den akademischen Austausch zwischen Deutschland und den USA zu vertiefen.
Die Stiftungsgremien haben beide Programme jeweils um ein Jahr verlängert.

NEUE FORSCHUNGS- UND PROMOTIONSPROJEKTE
Die Gremien der Gerda Henkel Stiftung haben 43 Forschungs- und Promotionsprojekte an deutschen und internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen neu in die Förderung aufgenommen. Bewilligt wurden unter anderem Fördermittel für folgende größere Forschungsprojekte aus den Bereichen Archäologie, Kunstgeschichte und Geschichte:

"Die Stadtmauer von Messene", Prof. Dr. Friederike Fless und Prof. Dr. Wolfram Hoepfner, Freie Universität Berlin, Institut für Klassische Archäologie (150.000 Euro)
Beschreibung:
Die Stadtmauer des griechischen Messene nimmt zwar in der antiken Fortifikationsarchitektur aufgrund ihres exzellenten Erhaltungszustandes und ihrer Baugeschichte eine Schlüsselstellung ein, ist aber kaum dokumentiert und bearbeitet. Im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts soll mit modernsten Methoden eine Gesamtaufnahme der Mauer inklusive der Vorwerke, des extraurbanen Befestigungssystems und der Steinbrüche erstellt werden. Grabungen sollen verdeckte Strukturen freilegen sowie Anhaltspunkte zur Datierung liefern und als Grundlage für eine umfassende Gesamtpublikation dienen.
Kontakt:
Freie Universität Berlin, Institut für Klassische Archäologie
Prof. Dr. Friederike Fless, Prof. Dr. Wolfram Hoepfner
Tel.: 030 83 85 65 96 / 79
E-Mail: fless@zedat.fu-berlin.de, Wolfram.Hoepfner@freenet.de

"Forschungsstelle 'Entartete Kunst'", Prof. Dr. Uwe Fleckner, Universität Hamburg, Kunstgeschichtliches Seminar (89.500 Euro)
Beschreibung:
Die im November 2002 gegründete Forschungsstelle "Entartete Kunst" dient der Erforschung der so genannten nationalsozialistischen "Schandausstellungen". Im Zentrum stehen Geschichte und Auswirkungen dieser Ausstellungen sowie die nationalsozialistische Kunstpolitik und der nationale und internationale Kunsthandel während des "Dritten Reiches". Die Stiftung unterstützt ein Forschungsvorhaben von PD Dr. Christoph Zuschlag, der einen umfassenden Katalog der beschlagnahmten, veräußerten oder zerstörten Werke erstellen wird.
Kontakt:
Universität Hamburg, Kunstgeschichtliches Seminar
Prof. Dr. Uwe Fleckner
Tel.: 040 42 838 32 61
E-Mail: ufleckner@compuserve.de

"Das frühneuzeitliche Krimkhanat zwischen Orient und Okzident", Prof. Dr. Suraiya Faroqhi, Ludwig-Maximilian-Universität München, Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie (87.380 Euro)
Beschreibung:
Im Zentrum des Forschungsprojektes stehen die Beziehungsyssteme des Krimkhanats zu seinen Nachbarn, der ostmitteleuropäischen, lateinisch geprägten Welt, dem Moskowitischen Russland, den Donaufürstentümern, dem Osmanischen Reich und dem Iran im 17. und 18. Jahrhundert. Erforscht werden sowohl die sich wandelnden inneren Strukturen des Krimkhanats als auch geistige und kulturelle Einflüsse der benachbarten Großregionen. Das interdisziplinär angelegte Projekt verbindet die Osmanistik mit der Osteuropäischen Geschichte und der historischen Ethnographie.
Kontakt:
Ludwig-Maximilian-Universität München, Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie
Prof. Dr. Suraiya Faroqhi
Tel.: 089 2180 2434
E-Mail: sek@noi.fak12.uni-muenchen.de

"Die Geschichte der deutschen Parteienfinanzierung im Spiegel der Reformen der 90er Jahre", Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung (74.040 Euro)
Beschreibung:
Nach den Parteispendenskandalen von 1999/2000 bedeutete die Reform des Gesetzes über die politischen Parteien des Jahres 2002 einen Einschnitt in der Geschichte der deutschen Parteienfinanzierung. Das Forschungsprojekt möchte die Besonderheiten der Reform in Bezug auf ihren rechtshistorischen Entwicklungsprozess herausarbeiten und dabei zeit- und rechtshistorische sowie politikwissenschaftliche Analysemethoden verknüpfen.
Kontakt:
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung
Prof. Dr. Ulrich von Alemann
Tel.: 0211 81 123 99
E-Mail: alemann@uni-duesseldorf.de

Rückfragen an:
Anna-Monika Lauter
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0211 35 98 53
E-Mail: lauter@gerda-henkel-stiftung.de
Weitere Informationen: http://www.gerda-henkel-stiftung.de - Fördertätigkeit der Gerda Henkel Stiftung http://www.gerda-henkel-stiftung.de/02_foerderung/de_sonderprog.htm - Sonderprogramm Zentralasien http://www.gerda-henkel-stiftung.de/02_foerderung/de_fellowship.htm - Fellowship-Programme http://www.foundation.reuters.com/ - Reuters Foundation Programme http://www.nationalstiftung.de/ - Deutsche Nationalstiftung

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