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Neue Bildverfahren erkennen Krebs und Arthritis im Frühstadium

13.06.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Radiologen stellen in Jena Möglichkeiten und Entwicklung molekularer Diagnostik-Verfahren vor (Jena) Bereits zum zweiten Mal laden am 17. und 18. Juni die Radiologen des Jenaer Universitätsklinikums Fachkollegen und Wissenschaftler anderer Disziplinen zu einem Workshop über molekulare Bildgebung nach Jena ein. Im Mittelpunkt der zweitägigen Tagung stehen die Möglichkeiten und Entwicklungen auf dem Gebiet der Bilddiagnostik mit Hilfe der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) und die biomedizinische Anwendung magnetischer Nanopartikel.

"Die Rolle, die Bild-Methoden für Einblicke in lebende Organismen auf Zellebene in der modernen Medizin spielen, kann gar nicht überschätzt werden", ist Prof. Dr. Dipl.-Chem. Werner Kaiser, Direktor des Jenaer Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (IDIR), überzeugt. "Dadurch können wir viele Krankheiten schon in einem sehr frühen Stadium entdecken", so der Mediziner und Chemiker, "und das mit nicht-invasiven Verfahren, also ohne den Patienten zu belasten". Denn dank der molekularen Bildgebung in Form der schonenden MRT und Ultraschallmethoden können Tumoren ohne Biopsie und Strahlung entdeckt und behandelt werden.

Die Magnetresonanz-Methoden benötigen für ihre Arbeit lediglich die Unterstützung durch Kontrastmittel - Flüssigkeiten, die sich in erkrankten Zellen anreichern und diese so hervorheben, also "markieren". Für den Körper ist das Kontrastmittel dabei unschädlich. Doch durch die Diagnostik anhand von "Krankheits-Markern" kann beispielsweise Arthritis schon in einem Frühstadium identifiziert werden. Die Jenaer Radiologen haben dafür ein spezielles Kontrastmittel entwickelt, mit dessen Hilfe so genannte Makrophagen (Fresszellen) markiert werden, die die an Arthritis erkrankten Knochen und Knorpel besiedeln.

Durch Messung der markierten Makrophagen können nun Krankheitsprozesse erheblich früher als mit bisherigen Verfahren mit hoher Sicherheit dargestellt werden. Auch Krebszellen lassen sich mithilfe der molekularen Bildgebung früher erkennen und besser behandeln. So haben die Jenaer auch einen bei Brustkrebs aktiven Antikörper gefunden, aus dessen Vorhandensein sich bereits in einem frühen Stadium auf eine besonders aggressive Brust-Tumor-Art schließen lässt, die auch eine frühzeitig verstärkte Therapie erfordert.

Diese Forschungsergebnisse werden - neben vielen anderen - auch Gegenstand der Jenaer Tagung sein. Erwartet werden zu dem Treffen ca. 100 Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz, darunter neben Radiologen auch Internisten, Physiker, Biochemiker, Biologen und Pharmakologen. Im interdisziplinären Wissensaustausch wollen die Forscher die weitere Entwicklung der molekularen Bildgebung weiter vorantreiben. "Nur gemeinsam können wir diesem wichtigen Gebiet der medizinischen Diagnostik entscheidende Impulse vermitteln", ist PD Dr. Ingrid Hilger von Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Jena überzeugt. "Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, Wissenschaftler aller Disziplinen zusammenzuführen und eine enge Zusammenarbeit anzuregen".

Zweiter Workshop über Molekulare Bildgebung und Magnetische Nanopartikel
17. und 18 Juni 2005
Universitätsklinikum Jena-Lobeda, Erlanger Alle 101

Ansprechpartner:
PD Dr. Ingrid Hilger
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/9325921
E-Mail: ingrid.hilger@med.uni-jena.de

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