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Erster Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung vergeben

13.06.2005 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Gleich aus zweifachem Grunde feierte die Philipps-Universität Marburg am 10. Juni 2005: Zum einen konnte die Philipps-Universität durch ihren Präsidenten Prof. Dr. Volker Nienhaus den ersten "Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung" vergeben, zum anderen eröffnete sie feierlich den neuen Masterstudiengang Friedens- und Konfliktforschung. Für seine Dissertation "Auswege aus dem Bürgerkrieg" erhielt der Berliner Wissenschaftler Dr. Ulrich Schneckener den ersten Peter-Becker-Preis. Schneckener, geboren 1968, studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte an den Universitäten Mainz, Leipzig, London und Berlin. Zur Zeit arbeitet er bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. In seinem Buch setzt sich der Preisträger mit vergangenen und aktuellen ethnischen Konflikten in Europa auseinander und diskutiert mögliche Lösungsmodelle auf ihre Anwendbarkeit auf die jeweils spezifischen Konfliktsituationen.

Der zukünftig alle zwei Jahre ausgelobte Preis, gestiftet von dem Marburger Anwalt Peter Becker, gehört mit 10.000 Euro Preisgeld zu den bestdotierten deutschen Preisen in den Sozialwissenschaften. Der Stifter, der sich selbst auf diesem Gebiet zum Beispiel als Sprecher der deutschen Sektion der internationalen Organisation "Anwälte gegen nukleare Bewaffnung" engagiert, möchte, dass die Philipps-Universität mit der Auszeichnung Wissenschaftler ehren kann, die ihre Theorien in die Tat umsetzen.

"Der Preis soll unterstützen, an zivilen Friedensprozessen zu arbeiten", sagte Becker. Und der Laudator, der Marburger Soziologe Professor Dr. Ralf Zoll, Mitbegründer des Marburger Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung, erklärte: "Die Sicherung eines Landes dürfe nicht allein mit militärischen Mitteln garantiert werden. Ein erweiterter Sicherheitsbegriff, der friedliche Konfliktlösungen bevorzugt, sei bedeutend." Die Arbeit des Preisträgers Schneckener sei ein gutes Beispiel dafür, wie man Konflikte ohne Krieg lösen könne. Auch Nienhaus unterstrich, Frieden brauche Fachleute, die wissen, wie Konflikte vermieden oder gelöst werden können. So wurde nicht nur ein Preisträger geehrt, sondern zusätzlich ein Nachwuchspreis vergeben. Für ihre Arbeit über die Wasserkonflikte am Nil erhielten Simon Mason und Yakob Arsano ein Preisgeld von 3000 Euro.

Den Preisverleihungen vorangegangen war die offizielle Eröffnung des Masterstudiengangs Friedens- und Konfliktforschung, ein Fach, das bislang nur fünf deutsche Universitäten anbieten. Die Philipps-Universität hat diesen Studiengang seit 1996 als Nebenfach im Angebot geführt. Er sei hervorgegangen aus der Idee eines fächerübergreifenden Zentrums für Konfliktforschung, in dem mittlerweile rund fünfzig Wissenschaftler aus so unterschiedlichen Disziplinen wie der Psychologie, den Sozialwissenschaften oder der Medizin bis hin zur Theologie kooperieren. Die Nachfrage am Studienangebot stieg von anfänglich 30 Interessierten auf mittlerweile über 900 Bewerber.



Weitere Informationen:

PD Johannes M. Beckerrmation, Zentrum für Konfliktforschung, Wilhelm-Röpke-Straße 6B / 508b, 35032 Marburg, Tel. 06421 / 28-24503, Fax: 06421 / 28-25467, E-Mail: jbecker@staff.uni-marburg.de

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