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Wege nach Wilsnack

14.06.2005 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Tagung zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte im Spätmittelalter vom 24.-26. Juni 2005 Das brandenburgische Dorf Wilsnack in der Nähe des Bischofssitzes Havelberg war im August des Jahres 1383 bei einer Fehde niedergebrannt worden. Die in der Ruine der verbrannten Kirche unversehrt gebliebenen Hostien - sie hatten den Brand unversehrt aber "wie Blutstropen" gerötet überstanden - machten den Ort und sein "Wunderblut" mit einer rasanten Geschwindigkeit berühmt.

Wilsnack wurde innerhalb weniger Jahre zum bekanntesten Wallfahrtsort Nordeuropas, dessen Besucher aus dem gesamten Baltikum, aus den Niederlanden, aus Südengland, Schlesien, Böhmen, Ungarn und aus der Mitte und dem Norden des Römischen Reiches Deutscher Nation kamen. Auch die Kritik von Theologen und Bischöfen vermochte diese Wallfahrtsbewegung nicht zu bremsen. Erst die reformatorische Bewegung führte diese Wallfahrt in eine Krise, die mit der Verbrennung des Wilsnacker "Wunderblutes" 1552 ihr Ende fand. Trotz der europäischen Dimension der Wallfahrt nach Wilsnack ist der letzte Versuch, ihre Geschichte in einer Gesamtschau darzustellen, vor mehr als 120 Jahren unternommen worden.

Der Lehrstuhl für Christliche Archäologie, Denkmalkunde und Kulturgeschichte der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin veranstaltet gemeinsam mit der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg in Bad Wilsnack vom 24.-26. Juni 2005 eine Tagung unter dem Thema "Die Wilsnackfahrt. Ein Wallfahrts- und Kommunikationszentrum Nord- und Mitteleuropas im Spätmittelalter". Die Tagung wird den vielfältigen Spuren dieser religiösen und kulturellen Bewegung in einer thematisch und geographisch breiten Sicht nachgehen, wozu die in den Niederlanden und andernorts gerichtlich verhängten Strafwallfahrten nach Wilsnack ebenso gehören wie die Zeugnisse von Wilsnackfahrern aus Livland, dem Herzogtum Pommern, den wendischen Hansestädten oder dem Königreich Böhmen.

Neues zum Thema ist vor allem von polnischen und tschechischen Historikerinnen, Historikern und Kunsthistorikern zu erwarten, die sich als Referentinnen und Referenten beteiligen werden.

Informationen Dr. Hartmut Kühne, Theologische Fakultät
Telefon [030] 2093 5794, -5738
e-mail hartmut.kuehne@rz.hu-berlin.de
Anmeldung www.wilsnackfahrt.de
Weitere Informationen: http://www.wilsnackfahrt.de
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