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Literatur und Zeitgeschichte - Bamberger Anglistin erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis

20.06.2005 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die Bamberger Anglistin Dr. Anne-Julia Zwierlein wurde am 6. Juni in Bonn vom Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet. Die Bamberger Anglistin Dr. Anne-Julia Zwierlein wurde am 6. Juni in Bonn vom Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass in der Geschichte dieses renommiertesten deutschen Nachwuchspreises das Fach Anglistik Berücksichtigung fand. Der mit je 16.000 Euro dotierte Preis wird jährlich für herausragende Leistungen an sechs Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen vergeben, die jünger als 33 Jahre sind. Er ist benannt nach dem früheren DFG-Präsidenten und Atomphysiker Heinz Maier-Leibnitz.

Zwierlein bezeichnete die Verleihung als "große Ehre und Anerkennung der in den zurückliegenden Jahren geleisteten Arbeit". Zugleich sei der Preis für sie "ein Ansporn für alles Weitere, nicht zuletzt für die Fertigstellung meiner Habilitationsschrift." Zwierlein studierte von 1991 bis 1996 als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Anglistik, Latein und Komparatistik in Bonn, Oxford und Münster. Auch während ihres dreijährigen Promotionsstudiums wurde sie von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Ihr Spezialgebiet ist die wechselseitige Beeinflussung von Literatur und Zeitgeschichte. Bereits in ihrer Dissertation machte die Anglistin am Beispiel von John Miltons "Paradise Lost" deutlich, wie das Verständnis dieses Epos von den jeweiligen politischen, historischen und ökonomischen Umständen der Zeit beeinflusst wurde und welchen Einfluss dieses Werk selbst auf die Imperialismusdebatte der aufstrebenden Weltmacht hatte. In der Laudatio zur Verleihung des Heinz Maier-Leibnitz-Preises heißt es dazu: "Damit hat Frau Zwierlein auch die aktive Rolle der Literatur im Konzert der Diskurse sich wandelnder Zeiten eindrucksvoll beschrieben und einen wertvollen Beitrag zur Klärung des Verhältnisses von Literatur und ihrem jeweiligen kulturhistorischen Kontext geleistet."

Seit März 2001 ist Zwierlein als wissenschaftliche Assistentin an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg tätig, wo sie gegenwärtig an ihrer Habilitation arbeitet. Diese beschäftigt sich mit dem Einfluss der Naturwissenschaften auf den Bildungsroman im viktorianischen England. Im Mai 2004 richtete die Anglistin in Bamberg ein durch die DFG gefördertes Symposium zum Thema "Biology, Literature and Culture in the Nineteenth Century" aus. Gegenwärtig forscht und lehrt Anne-Julia Zwierlein im Rahmen eines von der Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglichten einjährigen Forschungsaufenthaltes an der University of Sheffield.

Auch der Dekan der Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften, Prof. Dr. Sebastian Kempgen, freute sich über die Verleihung des Preises an Anne-Julia Zwierlein: "Dieser Preis ist insofern eine besondere Auszeichnung für einen Nachwuchswissenschaftler bzw. eine Nachwuchswissenschaftlerin, als das Vorschlagsrecht nur bei einem sehr begrenzten Kreis von Institutionen liegt." Er betonte auch, dass die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an deutschen Universitäten für die Zukunft von immer größerer Bedeutung sein wird.

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