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Für die Zukunft gerüstet

21.06.2005 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Neubau des Fachbereichs Physik feierlich eingeweiht FRANKFURT. Eine große Leistung ist vollbracht - darüber waren sich alle Redner anlässlich der feierlichen Einweihung des Neubaus Physik auf dem Campus Riedberg einig: Der Neubau wurde fristgerecht fertig gestellt - angesichts der kurzen Bauzeit für ein so komplexes Gebäude keine Selbstverständlichkeit, für die Präsident Prof. Rudolf Steinberg Architekten, Projektleiter und Bauleiter lobte. Erstmals in der langen und traditionsreichen Geschichte der Physik in Frankfurt sind die Physikalischen Institute unter einem Dach versammelt.

Steinberg dankte in seiner Begrüßung ausdrücklich Bund und Land für die finanzielle Unterstützung bei der Realisierung des Vorhabens.

Wissenschaftsminister Udo Corts bekräftigte noch einmal das Ziel der Landesregierung, die auf rund 600 Millionen Euro veranschlagte Neuordnung der Standorte Westend und Riedberg wie vorgesehen bis 2014 zu verwirklichen. "In diesem Konzept ist der Neubau Physik ein wesentlicher Meilenstein." Mit Kosten von etwa 70 Millionen Euro ist er neben den in Frankfurt und Marburg noch laufenden Medizinvorhaben und dem 2001 in Betrieb genommenen Campus Westend mit dem IG Hochhaus im Hochschulressort landesweit das viertgrößte Projekt der vergangenen Jahre. Corts hob hervor, dass die Frankfurter Physiker schon seit langem das praktizierten, was die Hessische Landesregierung von allen Hochschulen wünscht: Internationalität, strukturierte und profilbildende Schwerpunktsetzungen, Vernetzungen, Inter- und Transdisziplinarität, Kooperationen und weltweite Kontakte, hohe Drittmitteleinwerbungen, höchstes Ausbildungsniveau bei kur-zen Studiendauern und beste Berufsaussichten für ihre Absolventen.

Ministerialdirigent Peter Greisler vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der in Vertretung von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn nach Frankfurt gekommen war, sagte, die 35 Millionen ¤, die der Bund zu dem Bau beitrage, seien eine gute Investition in die deutsche Wissenschaft. Hinzu komme die Verbundforschung des Bundes, von der die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt mit über 18 Millionen ¤ profitiert habe. Gerade in Zeiten, in denen zu Recht über tiefgreifende Reformen an deutschen Hochschulen diskutiert werde, sei es wichtig zu zeigen, dass Bund und Länder ihre gemeinsame Verantwortung für eine angemessene Ausstattung der deutschen Hochschulen wahrnehmen. Jede Reform müsse sich daran messen lassen, ob sie den Wissenschaftsstandort Deutschland stärke. Die Exzellenzinitiative, über die die Ministerpräsidenten am 23. Juni entscheiden würden, sei ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung.

Dekan Prof. Wolf Aßmus unterstrich, wie gut und reibungslos der Umzug geklappt habe und hob die beteiligten Speditionen, die Liegenschaftsabteilung und die professionelle Unterstützung durch den Logistikplaner hervor.

Es sei ein enormer Kraftakt aller Beteiligten gewesen, nach dem schon planmäßig verlaufenen Umzug des Instituts für Kernphysik fünf weitere Institute mit Laboren und Werkstätten in nur zwei Monaten komplett umzusiedeln. Besonders positiv: Der Lehrbetrieb sei zum Vorlesungsbeginn des Sommersemesters fristgerecht angelaufen und funktioniere einschließlich der Praktika, die in der kurzen Zeit abgebaut, umgebaut, teilweise umgerüstet und wieder in Betrieb genommen werden mussten.

Leitender Baudirektor Horst Nothnagel vom Hessischen Baumanagement hob das vorbildliche Zusammenwirken aller Planungs- und Ausführungsbeteiligten hervor. Durch das hohe Engagement und die Einsatzbereitschaft sei es gelungen, den äußerst engen Terminrahmen einzuhalten und das Gebäude fristgerecht zu übergeben. Architektur und Flächenorganisation des Bauwerks erfüllten die hohen Ansprüche an ein modernes, interdisziplinäre Kommunikation förderndes Institutsgebäude. Bauwerk und Freianlage fügten sich harmonisch in den Campus ein und formulierten eine verbindende städtebauliche 'grüne Mitte' für die umgebenden Institutsbauten.

Er übergab anschließend den Schlüssel an Präsident Prof. Rudolf Steinberg und den 'Hausherrn', Dekan Prof. Aßmus.

Schon nach kurzer Zeit der Nutzung zeigen sich erste, sehr positive Synergieeffekte: Innerhalb der Forschungsschwerpunkte Schwerionen-, Festkörper- und Biophysik zeichnet sich schon jetzt eine intensivere wissenschaftliche Zusammenarbeit ab, die zuvor unter der alten räumlichen Zersplitterung fraglos gelitten hatte. Beispiel sind die Schwerionen- und Beschleunigerphysik mit den ehemaligen Standorten der Kernphysik am Rebstock und der Angewandten sowie der theoretischen Physik in Bockenheim, oder die Festkörperphysik mit der DFG-Forschergruppe mit dem Physikalischen Institut und der theoretischen Physik in Bockenheim und dem kooperierenden Fachbereich chemische und pharmazeutische Wissenschaften auf dem Riedberg. Das im Aufbau befindliche Stern-Gerlach-Zentrum für experimentelle physikalische Forschung setzt mit seinem Konzept der gemeinsamen Anschaffung, Zusammenführung und Nutzung von Großgeräten einen besonderen wirtschaftlichen Akzent. Für die Zukunft gerüstet ist man auch in der Lehre: Durch die Einführung neuer Bachelor- und Masterstudiengänge 'Physik', 'Physik der Informationstechnologie', 'Biophysik' und 'Computational Sciences' werden große Schritte voran getan in der derzeitigen stürmischen Entwicklung zur Modernisierung und Neuausrichtung von Lehrformen und -inhalten.

Neubau und Fachbereich Physik ist Teil des Campus Riedberg, dessen Stellenwert sich nicht in der Addition der hier angesiedelten und noch hinzukommenden Einzeldisziplinen erschöpft, sondern im fachübergreifenden und grenzüberschreitenden Zusammenwirken seine eigentliche Wirkung entfalten wird. Mit dem Max Planck-Institut für Biophysik und dem Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie hat die Universität bereits namhafte Nachbarn. Hinzukommen wird das Max Planck-Institut für Hirnforschung, das von 2007 bis 2009 errichtet werden soll. Bis Ende 2006 wird das neue Geozent-rum der Universität südlich des Neubaus Physik errichtet. Der den Gesamtstandort versorgende Werkstatttrakt wird zwischen der Physik und dem Neubau für die Geowissenschaften errichtet. Projektierter Fertigstellungstermin ist Mitte 2007.


Kontakt: Prof. Wolf Aßmus, Dekan des Fachbereichs Physik; Univer-sität Frankfurt; Max-von-Laue-Strasse 1; 60438 Frankfurt; Tel.: 069-798-47258; Sekretariat: 069-798-47257; E-Mail: assmus@physik.uni-frankfurt.de

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