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Eigenschaften von unterschiedlichen Krankheitserregern

04.12.2002 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

DFG bewilligt dritte Förderperiode für drei Sonderforschungsbereiche - Rund 15 Millionen Euro Drittmittel für die nächsten drei Jahre

Drei Sonderforschungsbereiche (SFB) der Justus-Liebig-Universität Gießen haben in den letzten sechs Jahren so erfolgreich gearbeitet, dass sie ihre Arbeit auch in der dritten Förderperiode ab Januar 2003 fortsetzen können. Das hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Ende November nach äußerst positiven Begehungen und Begutachtungen im Herbst entschieden. Verbunden mit dieser Entscheidung ist die Bewilligung von Drittmitteln in einer Gesamthöhe von rund 15 Millionen Euro für die Jahre 2003 bis 2005. Die Glückwünsche des Präsidiums der Universität an die Sprecher der drei Sonderforschungsbereiche, stellvertretend für alle beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, überbrachte der Erste Vizepräsident der Universität, Prof. Dr. Hannes Neumann, bei einem Pressegespräch. Trotz positiver Begutachtung habe die DFG in diesem Jahr weniger Sonderforschungsbereiche weiterfördern können als ursprünglich vorgesehen. Vor diesem Hintergrund freue sich die Hochschulleitung ganz besonders und sei stolz auf diese Erfolge, die zum Profil der Justus-Liebig-Universität Gießen weiter beitragen. In den drei Sonderforschungsbereichen "Landnutzungskonzepte für periphere Regionen" (SFB 299, Sprecher: Prof. Dr. Hans-Georg Frede), "Erinnerungskulturen" (SFB 434, Sprecher: Prof. Dr. Günter Oesterle) und "Invasionsmechanismen und Replikationsstrategien von Krankheitserregern" (SFB 535, Sprecher: Prof. Dr. Wolfram Gerlich) arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zahlreichen Fachbereichen und Fachgebieten der Universität Gießen.

Sonderforschungsbereich "Invasionsmechanismen und Replikationsstrategien von Krankheitserregern"
(SFB 535, Sprecher: Prof. Dr. Wolfram Gerlich)

Die Eigenschaften sehr unterschiedlicher Krankheitserreger werden im SFB 535 untersucht mit dem Ziel, langfristig die Verhütung, Diagnose und Therapie der entsprechenden Infektionskrankheiten zu ermöglichen oder zu verbessern. Im SFB 535 arbeiten Forscherinnen und Forscher aus den Fachbereichen und Fachgebieten Medizin, Veterinärmedizin, Ernährungswissenschaft und Biologie der Universität Gießen und drei Gruppen der Universität Marburg zusammen. Acht Teilprojekte befassen sich mit dem Themenbereich "Invasionsmechanismen", also mit der Frage, wie ein Krankheitserreger sein Opfer erkennt und in dessen Organismus eindringt und mit welchen Tricks er die körpereigene Abwehr überwindet. Im Themenbereich "Replikationsstrategien" mit sieben Teilprojekten wird die Frage verfolgt, wie sich die Erreger innerhalb des Organismus vermehren und wie sie dabei auf den Wirtsorganismus wirken. In einem Zentralprojekt soll fachbereichsübergreifend ein Hochleistungselektronenmikroskop, das neu angeschafft werden soll, erstmalig auf der Welt zu einem Kryoelektronenmikroskop für pathogene Erreger ausgebaut werden.

Als Studienobjekte für die Fragestellungen des SFB 535 dienen Erreger der folgenden Krankheiten bei Mensch und Tier: Influenza, Virus-Hepatitis B und C, durch E.coli (EHEC, STEC) bedingte Krankheiten, hämorrhagisches Fieber durch Marburg- und Ebola-Virus, Malaria, Schlafkrankheit, Schweinepest und ähnliche Infektionskrankheiten beim Rind, Maul- und Klauenseuche, Borna'sche Krankheit der Pferde sowie tropische und heimische Wurmerkrankungen.

Von den insgesamt 18 Teilprojekten des SFB 535 sind vier neu hinzugekommen. Die Fördersumme beträgt für die kommenden drei Jahre insgesamt 4,8 Millionen Euro und ist damit um etwa 10 Prozent gestiegen. Der größte Teil der Mittel wird für die Finanzierung von insgesamt 34 wissenschaftlichen und technischen Stellen verwendet. Die Gutachter der DFG haben festgestellt, dass sich der SFB 535 in den beiden vergangenen Förderperioden sehr gut weiter entwickelt habe. Er sei "international konkurrenzfähig, kohärent und fokussiert". Der große Anteil an aufstrebenden jungen Teilprojektleitern wurde gelobt. Diese Beurteilung wird dadurch bestätigt, dass zwei jüngere Projektleiter in diesem Jahr mit angesehenen Forschungspreisen ausgezeichnet wurden und werden: Dr. Stephan Pleschka, Institut für Virologie am Fachbereich Veterinärmedizin, für ein neues Therapiekonzept gegen Influenzaviren und Dr. Michael Kann, Institut für Medizinische Virologie, für seine zellbiologisch bedeutsamen Arbeiten zum Kerntransport von Viren.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Wolfram Gerlich (Sprecher SFB 535)

Frankfurter Straße 107
35392 Gießen
Tel.: 0641/99-41200
Fax: 0641/99-41209
E-Mail: Wolfram.H.Gerlich@viro.med.uni-giessen.de
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