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Es geht auch flüssiger

27.06.2005 - (idw) Technische Universität Darmstadt

Forscher der TU Darmstadt: Bessere Verkehrsplanung ist nötig und möglich

Lange Planungsdauer, Konflikte zwischen den Projektbeteiligten und Planungsfehler - bei vielen Verkehrsplanungen müsste das nicht sein. So lautet das Fazit einer Forschungsarbeit an der Technischen Universität Darmstadt, die Probleme der Planungspraxis analysiert und Lösungen in Anlehnung an die Instrumente des Qualitätsmanagements entwickelt. Unklare Ziele von Verkehrsplanungen, vergessene oder unterlassene Arbeitsschritte führen nicht selten zu unbefriedigenden Ergebnissen. In seiner Dissertation am Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Darmstadt (Leitung: Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze) hat der 36-jährige Verkehrsplaner Volker Blees die Probleme in der Planungspraxis systematisch analysiert und Lösungsansätze entwickelt. Typische Planungsprobleme entstehen zum Beispiel an Schnittstellen zwischen verschiedenen Ämtern oder Planungsbüros - durch unklare Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten oder wegen der unzureichenden Reflexion von Planungszielen und Planungserfolgen. Außerdem machen die hohe öffentliche Aufmerksamkeit des Themas Verkehr und ideologisch gefärbte Debatten die Sache nicht einfacher.

Dabei liegen Lösungen quasi "auf der Straße" - die in der Wirtschaft längst üblichen Ansätze des Qualitätsmanagements sind durchaus tauglich. Allerdings lassen sie sich nicht komplett und starr auf die öffentliche Verkehrsplanung übertragen. Wer aber einzelne Instrumente intelligent nutzt, ist erfolgreicher. Bereits einfache Checklisten, Prozessbeschreibungen für Standardaufgaben und die Einführung des Vier-Augen-Prinzips helfen, die meisten Planungsfehler zu vermeiden. Auch unkonventionelle Wege versprechen Verbesserungen. So kann ein kommunales Ideen- und Beschwerdemanagement die praktischen Erfahrungen von Verkehrsteilnehmern nutzbar machen und den Planern das Erkennen von Verkehrsproblemen und das Setzen von Handlungsprioritäten erleichtern. Ein Beispiel für ein besonders Erfolg versprechendes Instrument ist die systematische Wirkungskontrolle und Evaluation von verkehrlichen Maßnahmen. Sie kann zudem helfen, staatliche Fördermittel zielgerichteter einzusetzen.
Den größten Handlungsbedarf, aber auch die höchsten Hürden sieht Blees in der Kontrolle und Reflexion der Planung: "Meist wird nur ein Schuldiger gesucht - die Chance zur Verbesserung, die in jedem Fehler steckt, wird dagegen nicht erkannt." sagt Blees. Hier sei ein Wandel der Planungskultur erforderlich, der nur durch gute Vorbilder angestoßen werden kann und zugleich viel Geduld voraussetzt.
Die vollständige Dissertation ist im Internet unter http://elib.tu-darmstadt.de/diss/000457 veröffentlicht. Die Druckfassung der Arbeit kann beim Autor bezogen werden.

Kontakt: Dr.-Ing. Volker Blees
Zentrum für integrierte Verkehrssysteme (ZIV) GmbH, Robert-Bosch-Straße 7, 64293 Darmstadt, Telefon (06151) 2702839Fax (06151)270 2810
E-Mail: blees@ziv.de

Das ZIV - Zentrum für integrierte Verkehrssysteme ist ein Institut an der TU Darmstadt. Es engagiert sich in praxisorientierter Forschung für ein leistungsfähiges und umweltgerechtes Verkehrssystem. Kompetenzschwerpunkte liegen in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsmanagement, Mobilitätsdienste und Mobilitätsmanagement, Öffentlicher Verkehr und Telematik, Bahnsysteme und Bahntechnik, Verkehrstechnik und Verkehrssteuerung sowie Ortung und Navigation.

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