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Recht auf palliativmedizinische Versorgung: DGSS begrüßt Forderungen der Enquete-Kommission

01.07.2005 - (idw) Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)

Unter der Leitidee "Menschenwürdig leben bis zuletzt" hat die Enquete-Kommission Ethik und Recht in der modernen Medizin einen Zwischenbericht zur "Verbesserung der Versorgung Schwerstkranker und Sterbender in Deutschland durch Palliativmedizin und Hospizarbeit" an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse übergeben. Die Kommissionsmitglieder fordern darin unter anderem die gesetzliche Verankerung des Anspruchs jedes Patienten auf Palliativversorgung und die Verbesserung der Ausbildung von Medizinern und Pflegenden in der Versorgung Schwerstkranker. "Die DGSS fordert seit langem eine eindeutige Aufnahme von Palliativmedizin und Schmerztherapie in die Querschnittsfächer, die als Pflichtfächer an den Universitäten gelehrt werden", kommentiert Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. "Leider hat die Enquete-Kommission in ihren Vorschlägen aber nur von Palliativmedizin gesprochen. Man darf jedoch Schmerztherapie davon nicht trennen. Wir brauchen eine Veränderung in beiden Bereichen, wir brauchen den Facharzt für Schmerztherapie und Palliativmedizin." Bochum, 01.07.2005

Recht auf palliativmedizinische Versorgung festschreiben
DGSS begrüßt Forderungen der Enquete-Kommission

Unter der Leitidee "Menschenwürdig leben bis zuletzt" hat die Enquete-Kommission Ethik und Recht in der modernen Medizin einen Zwischenbericht zur "Verbesserung der Versorgung Schwerstkranker und Sterbender in Deutschland durch Palliativmedizin und Hospizarbeit" an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse übergeben. Die Kommissionsmitglieder fordern darin unter anderem die gesetzliche Verankerung des Anspruchs jedes Patienten auf Palliativversorgung und die Verbesserung der Ausbildung von Medizinern und Pflegenden in der Versorgung Schwerstkranker. "Die DGSS fordert seit langem eine eindeutige Aufnahme von Palliativmedizin und Schmerztherapie in die Querschnittsfächer, die als Pflichtfächer an den Universitäten gelehrt werden", kommentiert Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. "Leider hat die Enquete-Kommission in ihren Vorschlägen aber nur von Palliativmedizin gesprochen. Man darf jedoch Schmerztherapie davon nicht trennen. Wir brauchen eine Veränderung in beiden Bereichen, wir brauchen den Facharzt für Schmerztherapie und Palliativmedizin."

Zustimmungsbereitschaft zur aktiven Sterbehilfe zurückdrängen

Die Palliativmedizin sei "ein von Respekt vor der Würde und Selbstbestimmung des Menschen geprägter multidisziplinärer Begleitungs-, Behandlungs- und Betreuungsansatz, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Leid zu lindern und ein aktives Leben bzw. eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Tod zu gewährleisten, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist", heißt es in dem Bericht. Die Stärkung der Palliativmedizin und -pflege sehen die Kommissionsmitglieder auch als Möglichkeit, die hohe Zustimmungsbereitschaft der Bevölkerung zur aktiven Sterbehilfe zurückzudrängen. "Palliativmedizin ist die Alternative zur Sterbehilfe. Ohne Palliativmedizin kann es keine wirksame Verhinderung der Diskussion um Sterbehilfe geben", unterstreicht Prof. Zenz.

Mediziner und Pflegende besser ausbilden

Um die Situation Sterbender zu verbessern, fordert die Kommission u.a. die Freistellung von Verwandten und Freunden zur Begleitung Sterbender (Karenz), die Vernetzung vorhandener Strukturen, den Wissenstransfer der wenigen Fachkräfte der Palliativpflege in das Netz der ambulanten ärztlichen und pflegerischen Versorgung, die flächendeckende Einführung von "Palliative-Care-Teams" und die Einführung der Palliativmedizin als Pflichtfach für angehende Mediziner und Pflegende. Notwendig sei außerdem die gesetzliche Verankerung des Anspruchs jedes Menschen auf eine bedarfsgerechte Palliativversorgung. "Leider sind wir noch zu weit vom Bedarf entfernt", so Zenz. "Die meisten Universitäten haben keine Palliativmedizin. Die meisten onkologischen Kliniken haben keine Palliativstation im Rücken. Die Forderungen sind ein Anfang, müssten aber noch weiter gehen."


Weitere Informationen

Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS), Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3000, E-Mail: zenz@anaesthesia.de

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