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Weitere Ehrungen für renommierten Chemiker Achim Müller

04.07.2005 - (idw) Universität Bielefeld

Ehrendoktor der Pierre und Marie Curie Universität Paris,
Elhuyar-Goldschmidt Preis und Ehrenvorlesung in Camebridge

Die Cambridge University hat den emeritierten Bielefelder Chemieprofessor Dr. Dr. h.c. mult. Achim Müller für den 17. Juni eingeladen, die alljährliche bedeutende Jack Lewis Vorlesung zu halten. Außerdem wurde Müller am 14. Juni die Ehrendoktorwürde der Pierre und Marie Curie Universität in Paris ausgezeichnet, und er erhielt am 16. Mai von der Spanischen Königlichen Chemischen Gesellschaft und der Gesellschaft Deutscher Chemiker den Elhuyar-Goldschmidt Preis für das Jahr 2005.

Müller gilt als einer der international führenden Wissenschaftler, wenn es um lösliche Metalloxide und -sulfide geht. Seine wohl herausragendste Entdeckung ist das "Bielefeld giant wheel", ein sehr großes Molekül aus 154 Molybden-Atomen. Bis zu seiner Entdeckung in den 1990-er Jahren war noch nie ein molekularer Cluster von der Größe des "Bielefeld-Rades" in seinem Aufbau beschrieben worden. Die Bielefelder Arbeitsgruppe um Professor Müller ist inzwischen in der Lage, gezielt Molybden-Atome zu Nano-Strukturen zusammenzubauen. So waren zuletzt ein "Nano-Igel", bestehend aus 368 Atomen, und "Nano-Schwämme", die genau berechnete "Poren" in ihrer Kugeloberfläche haben, konstruiert worden. Außerdem gelang es dem Forscherteam, gezielt ein Großmolekül zu erzeugen, in dem ein kleineres Molekül eingeschlossen ist. Mit seinen Arbeiten hat Müller die anorganische Chemie grundlegend verändert.

Der Bielefelder Chemiker war seit 1977 Professor für anorganische Chemie an der Fakultät für Chemie und veröffentlichte neben Aufsätzen in "Nature" und "Science" zehn Bücher und weit über 700 Artikel in mehr als 70 einschlägigen Fachzeitschriften. Unter seinen zahlreichen Ehrungen finden sich der Alfred-Stock-Gedächtnispreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Prix Gay-Lussac/Humboldt des französischen Forschungsministeriums. Achim Müller ist inzwischen Träger von vier weiteren Ehrendoktorschaften.

Zu Ehren von Professor Sir Jack Lewis, Lord Lewis of Newnham wird jedes Jahr an der Cambridge University die "Lewis Lecture" veranstaltet, zu der anerkannte Chemikerinnen und Chemiker aus der ganzen Welt eingeladen werden. Lewis ist Mitglied des englischen Oberhauses und lehrte Chemie an der University of Cambridge von 1970 bis 1995. Achim Müller war diesjähriger Redner der "Lewis Lecture". Er hielt am 17. Juni im Rahmen des Colloquiums der Fakultät für Chemie in Cambridge den Vortrag: "From Porous Capsules/Artificial Cells to Sphere Surface and Super-Supramolecular Chemistry: Perspectives for Nanotechnology".

Die Université Pierres et Marie Curie Paris ist die einzige französische und eine der wenigen europäischen Hochschulen, die unter den besten 500 Universitäten der Welt geführt wird. Achim Müller hat die Ehrendoktorwürde dieser Hochschule am 14. Juni in Empfang genommen. Sie wurde ihm in Anerkennung seines interdisziplinären Zugangs zur anorganischen Chemie sowie seines umfassenden und innovativen Beitrags zur Entwicklung des Fachs verliehen.

Der Elhuyar-Goldschmidt Preis wurde 1999 von der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Real Sociedad Espanola de Quimica als besondere Auszeichnung ins Leben gerufen, um bedeutende Wissenschaftler der beiden Länder für ihre wissenschaftliche Arbeit auszuzeichnen. Jede Fachgesellschaft wählt dabei in jedem Jahr bis zu zwei Preisträger aus dem jeweils anderen Land aus. Mit dem Preis verbunden sind eine Medaille, ein Preisgeld und eine Vorlesungsreihe im Partnerland. Die Auszeichnung ist den spanischen Brüdern Fausto und Juan Jose s'Elhuyar und dem deutschen Chemiker Hans Goldschmidt gewidmet. Die Brüder Elhuyar stellten 1784 zum ersten Mal das Metall Wolfram in reiner Form her. Hans Goldschmidt war der bedeutendste Chemiker der Essener chemischen Fabrik Th. Goldschmidt. Er entwickelte das Thermit-Verfahren zur Verschweißung von Eisen, um Straßenbahnschienen miteinander verbinden zu können. Achim Müller wird für sein umfangreiches und breit angelegtes wissenschaftliches Werk in der Chemie, der Naturphilosophie und im Bereich Public Understanding of Science geehrt.


Das Foto ist abrufbar unter: www.uni-bielefeld.de | Aktuelles | Aktuelle Pressemitteilungen | Pressemitteilung Nr. 145/2005

Pressemitteilung Nr. 145/2005
Universität Bielefeld
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Fax: 0521/106-2964
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Internet: www.uni-bielefeld.de

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