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Von intelligenten Jackentaschen und Adern aus Zucker

04.07.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Großer Andrang bei der diesjährigen NaTS-Sommerschule an der Universität Jena Jena (04.07.05) Einer überwältigenden Resonanz erfreut sich in diesem Jahr die 2. Sommerschule des Projektes "NaTS - Naturwissenschaft an Thüringer Schulen", die Montag Mittag eröffnet worden ist. Bis zum 8. Juli werden 55 Oberschüler aus 53 Schulen in Instituten der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät der Uni Jena und des Beutenberg-Campus hinter die Kulissen der Forschung blicken und im Schülerlabor der Friedrich-Schiller-Universität selbstständig experimentieren. Organisiert haben die Sommerschule Prof. Dr. Jürgen Popp und Dipl.-Chem. Ute Neugebauer aus der Physikalischen Chemie der Universität Jena in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Wilhelm Boland vom Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie und Walter Behner, Chemie- und Biologielehrer am Christlichen Gymnasium Jena.

Thema sind in diesem Jahr "Funktionalisierte Polymere - ein Weg zu intelligenten Produkten". Ein Beispiel für solche intelligenten Produkte sind Textilfasern mit photovoltaischen Eigenschaften, die also Sonnenlicht in Strom verwandeln können. In Zukunft könnte man etwa seinen Handy-Akku einfach in der Jackentasche aufladen. Andere Anwendungsmöglichkeiten für funktionalisierte Polymere bestehen in der Medizin, wo künstliche Blutgefäße aus Polysacchariden - also Zucker - geformt werden können. Die NaTS-Sommerschule will an diesen hochaktuellen Beispielen den Bogen schlagen von der Grundlagenforschung zur Produktentwicklung und damit auch etwas über das wirtschaftliche Potenzial naturwissenschaftlicher Forschung für den Standort Deutschland vermitteln.

Hörsaal-Luft schnuppern können die Teilnehmer bei Vorträgen Jenaer Professoren und bei Referaten, die die Schüler selbst vorbereitet haben. Zu Experimenten rund um das Thema Kunststoffe lädt der Jenaer Chemiedidaktiker Prof. Dr. Volker Woest ins Schülerlabor ein, außerdem stehen Besuche in den beteiligten Instituten auf dem Programm. Einen Einblick in die industrielle Chemie erhalten die Schülerinnen und Schüler bei einem Ausflug zum Chemiepark Leuna.

Ein Highlight der Woche wird der Abendvortrag von Dr. Heywang von Bayer Industry Services am Mittwochabend sein. Heywang wird in einer durch viele Experimente bereicherten Vorlesung unter dem Motto "Kunststoffe sind einfach Klasse!" einen Überblick über die Geschichte und die Zukunftsperspektiven der Polymerforschung geben. Zu dieser Veranstaltung am Mittwoch um 19.15 Uhr im Döbereiner-Hörsaal sind auch alle anderen Interessierten herzlich eingeladen.

Da insgesamt 158 besonders begabte Gymnasiasten aus ganz Thüringen von ihren Lehrern angemeldet worden waren, wird die NaTS-Initiative in diesem Jahr erstmals zusätzlich eine Herbstschule zum selben Thema anbieten, um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu geben, die spannende Welt der Wissenschaften hautnah kennen zu lernen.

"NaTS - Naturwissenschaft an Thüringer Schulen" ist eines von acht chemisch orientierten Netzen in der Bundesrepublik, die im Rahmen des NaT-Working-Programms der Bosch-Stiftung gefördert werden. Mit diesem Programm unterstützt die Stiftung Initiativen und Projekte, die zur besseren Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Schulen beitragen. Die Sommerschulen sollen dazu dienen, begabte und hochbegabte Schüler in den Klassen zu erkennen und entsprechend zu fördern.


Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Popp / Dipl. Chem. Ute Neugebauer
Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena
Tel.: 03641/ 948 351 bzw. 320
Fax: 03641/ 948 302
E-Mail: juergen.popp@uni-jena.de / ute.neugebauer@uni-jena.de

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