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Don Quijotes Spuren in Deutschland

05.07.2005 - (idw) Universität zu Köln

Don Quijotes Spuren in Deutschland
Eine Ausstellung der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln

Aus Anlass des 400. Jahrestages der Erstveröffentlichung des "Don Quijote", dessen erster Teil 1605 in Madrid erschien, zeigt die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln eine Ausstellung zur Rezeption des heute weltbekannten Romans in Deutschland. Die Ausstellung - sie wurde aus Beständen der Bibliothek und der Kollektion eines privaten Sammlers zusammengestellt - wird vom 11. Juli bis zum 30. September im Foyer der Universitäts- und Stadtbibliothek gezeigt.

Bereits 1612 kam eine englische und 1614 eine französiche Übersetzung des Romans heraus, eine italienische und eine niederländische Ausgabe folgten. Eine deutsche Übersetzung des Ritterromans wurde 1621 in den Katalogen der Leipziger Buchmesse angezeigt, sie ist aber in keiner Bibliothek zu finden. Als erste deutsche Ausgabe des Romans ist daher das 1648 in Frankfurt/Main gedruckte Werk anzusehen. Allein im 17. Jahrhundert wurden noch drei weitere deutsche Ausgaben (1669, 1682 und 1693) publiziert. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert erfreute sich der Roman dann im deutschen Sprachraum einer breiten Popularität und erschien in zahlreichen Ausgaben.

Spuren in der deutschen Romanliteratur hat der "Don Quijote" bereits seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinterlassen. Als erster griff Wilhelm Neugebauer das Thema in seinem "Der teutsche Don Quichotte" (1753) auf. Literaturgeschichtlich bedeutsam sind Martin Wielands "Die Abenteuer des Don Sylvio de Rosalva" (1764), Johann Gottwerth Müllers "Siegfried von Lindenberg" (1779), Johann Karl Wezels "Lebensgeschichte Tobias Knauts des Weisen" (1773), und Theodor Gottlieb von Hippels "Kreuz- und Querzüge des Ritters A bis Z" (1793). Für das 20. Jahrhundert sind Thomas Manns Reisebericht "Meerfahrt mit Don Quijote" (1934) und Paul Schallücks Roman "Don Quichotte in Köln" (1967) zu nennen.

Die burlesken Abenteuer des "Ritters von der traurigen Gestalt" haben viele bekannte Buchkünstler bewegt, diverse Episoden zu illustrieren. Zu den ersten gehörte Daniel Chodowiecki, der 1780 dreißig Kupferstiche zu Don Quijote schuf. Im 19. Jahrhundert wurden deutsche Leser dann zumeist mit den Illustrationen der französischen Künstler Tony Johannot, Grandville und besonders Gustave Doré vertraut, die zahlreiche deutschsprachige Ausgaben des "Don Quijote" schmückten. Die Bearbeitungen als Jugendbuch wurden dann von deutschen Ilustratoren bebildert. Im 20. Jahrhundert haben dann weitere deutsche Künstler, z.B. Walter Klemm, Gerhard Grossmann, Josef Hegenbarth und Gerhard Kraaz, den Roman des "Ritters von der traurigen Gestalt" illustriert.

Deutsche Komponisten ließen sich gleichfalls von Cervantes' Erzählung inspirieren. Bereits 1761 vertonte Georg Philipp Telemann den Stoff in seinem "Don Quichotte der Löwenritter", dem drei Jahrzehnte später Karl Ditters von Dittersdorf mit seinem "Don Quixote der Zweyte" (1795) folgte. Die von Richard Strauss komponierte Tondichtung "Don Quixote" hatte ihre Uraufführung am 8. März 1898 im Kölner Gürzenich. Die jüngste Komposition schuf 1993 Hans Zender mit seiner Oper "Don Quijote de la Mancha".


Auch in der Alltagskultur hat der Roman seine Spuren hinterlassen. Sie reichen von Karikaturen, Zeitschriften und politischen Pakaten bis zu Spielkarten und der Werbung für verschiedene Produkte.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Gernot Gabel unter der Telefonnummer 02233/ 63550, der Faxnummer 02233/ 65866 und unter der Emailadresse g-gabel@t-online.de zur Verfügung.

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