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Qualitätsvergleich der Thüringer Intensivmedizin per Internet

07.07.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Projekt zur Qualitätssicherung in der Intensivmedizin um Internet-Benchmark erweitert (Jena) Thüringer Krankenhäuser können jetzt die Qualität ihrer Intensivmedizinischen Betreuung per Internet mit anderen Häusern im Bundesland vergleichen. Dieses "Internet-Benchmarking" ist Teil des landesweiten Projektes der Thüringer Landesärztekammer zur Sicherung der Qualität in der Intensivmedizin und wurde unter Beteiligung der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Jena entwickelt. Mit dem auf freiwilliger Basis erfolgenden Vergleich eines jeweils erhobenen Kerndatensatzes kann so ein landesweiter Qualitätsvergleich in der Intensivmedizin etabliert werden.

Für den Online-Vergleich werden anonymisierte Daten der am Benchmarking beteiligten Stationen elektronisch erfasst und automatisch ausgewertet. Jede beteiligte Intensivstation kann jederzeit im Internet nach Überprüfung der Autorisierung strukturierte Qualitätsberichte in Form von Diagrammen aufrufen, bei denen die Daten der eigenen Station mit den anonymisierten Daten aller einsendenden Intensivstationen dargestellt werden.

Durch diesen unmittelbaren Abgleich können die Effizienz und Effektivität der eigenen intensivmedizinischen Behandlung zeitnah überprüft und beurteilt werden. Zugleich können so auch Daten zum Aufwand einer Behandlung und den damit verbundenen Kosten gewonnen werden. "Das ist ein wichtiger Aspekt", erläutert Dr. Martin Specht, Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Jena und Betreuer des Projektes. "In der Regel verbraucht die Intensivmedizin etwa 15 Prozent der Ressourcen eines Krankenhauses und gehört damit zu den teuersten Abteilungen einer jeden Klinik. Die jetzt von uns für den Online-Datenabgleich bereitgestellte Version eines "Benchmarkservers Intensivmedizin" ist der vorläufige Höhepunkt des Projektes und ist auch für die Intensivmedizin deutschlandweit ein Meilenstein", ist Specht überzeugt.

Derzeit beteiligen sich sieben Thüringer Kliniken mit neun Intensivstationen regelmäßig am Datenvergleich. Um das Projekt weiter auszubauen und einen umfassenden Vergleich zu erreichen, sind alle Thüringer Kliniken eingeladen, an dem Projekt teilzunehmen.

Das Projekt Qualitätssicherung Intensivmedizin Thüringen wurde 2001 unter der Leitung der Landesärztekammer Thüringen gestartet. Ziel des Projekts ist der Aufbau eines landesweiten Registers im Sinne eines externen Qualitätsvergleichs und die Unterstützung von qualitätssichernden Maßnahmen für die Versorgung von intensivbehandlungs- und überwachungsbedürftigen Patienten.

Ansprechpartner:
Oberarzt Dr. Martin Specht
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/933647 oder 9323163
E-Mail: martin.specht@med.uni-jena.de

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