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Mittelalterliche- und Hightech-Medizin begegnen sich am Eisenbart-Denkmal

12.07.2005 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Am Mittwoch, dem 27. Juli 2005, wird mit einem Open-Air-Vortrag "Von Dr. Eisenbart zur Hightech-Medizin" die Vorlesungsreihe 12 x Wissenschaft fortgesetzt. Prof. Dr. Günther Gademann, Direktor der Klinik für Strahlentherapie der Medizinischen Fakultät, zeichnet ein Stimmungsbild aus der Zeit des 17./18. Jahrhunderts und führt die Zuschauer danach in die Realität unserer Zeit, teilweise sogar in die Virtualität der Zukunft. Dabei wird die moderne Strahlentherapie in den Vordergrund gerückt, denn sie ist das Fach, welches sich von allen medizinischen Bereichen durch den Einsatz der Computerbilder und der computergestützten Techniken mit Abstand am meisten entwickelt hat.
Die Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, Bärbel Freudenberg-Pilster, führt in die Vorlesung ein.
Der Eintritt ist frei. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zur Vorlesung eingeladen.

Irgendwann muss man einen Startpunkt in der menschlichen Medizin setzen, um sich des enormen Fortschritts der letzten 200 Jahre, speziell der letzten 10 Jahre, bewusst zu werden. Dr. Eisenbart ist hierfür eine hervorragende Markierung. Er hatte sich nach langen Wanderjahren in Magdeburg 1703 angesiedelt, hier die erste Deutsche Pharmafabrik eingerichtet und scheinbar sehr lukrativ geführt.

Johann Andreas Eisenbart (1663 bis 1727) war ein typischer Wundarzt der frühen Neuzeit, nach dem 30-jährigen Krieg geboren, der ein verwüstetes und unorganisiertes Land zurückgelassen hatte. Er war nach heutiger Sicht trotz für uns ungewohnter Marktschreierei und Publizität nachweislich einer der besten Ärzte seiner Zeit, modern und innovativ, schnell und geschickt, gut diagnostizierend und exzellent nachsorgend.
Erst über 100 Jahre später entwickelte sich dann die Medizin, die wir kennen. Zuerst in kleinen Schritten forschend, im Wesentlichen seit Röntgen immer mehr auch technologisch orientiert. Heutzutage sind die Möglichkeiten durch den Computer in einem Maß fortgeschritten, wie es sich ein Dr. Eisenbart nie und nimmer hätte vorstellen können: der fast unbegrenzte Blick in den Menschen über Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT), Ultraschall, Endoskopie, Operationen über kleine Bauchschnitte mit ferngesteuerten Geräten und die Strahlentherapie, die Befunde heilen kann, ohne den Körper öffnen zu müssen.

Die nächste Vorlesung findet am Mittwoch, dem 31. August 2005, 18.00 Uhr, in den Gruson Gewächshäusern, statt. Prof. Dr. Stefan C. Müller wird in seiner Vorlesung "Formgebung in der Natur: Wie Kunstvolles von selbst entsteht" sprechen.

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