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RUB trauert um Prof. Peter Hammann: Marketing-Experte wirkte 30 Jahre in Bochum

19.07.2005 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Die Ruhr-Universität Bochum trauert um Prof. em. Dr. Peter Hammann. Am 25. Juni 2005 verstarb der pensionierte Hochschullehrer nach langer, schwerer Krankheit. Hammann war Experte für Marketing, blickte in Forschung und Lehre jedoch stets "über den Tellerrand". Rund 30 Jahre des gerade feierlich begangenen 40-jährigen Bestehens der RUB gestaltete Prof. Hammann aktiv mit. Bochum, 19.07.2005
Nr. 229

RUB trauert um Prof. Peter Hammann
Marketing-Experte wirkte 30 Jahre in Bochum
Engagierte Lehre und Forschung über Fachgrenzen hinweg

Die Ruhr-Universität Bochum trauert um Prof. em. Dr. Peter Hammann. Am 25. Juni 2005 verstarb der pensionierte Hochschullehrer nach langer, schwerer Krankheit. Hammann war Experte für Marketing, blickte in Forschung und Lehre jedoch stets "über den Tellerrand": Er bewegte sich über die Fachgrenzen seiner speziellen Betriebswirtschaftslehre hinaus und bezog weitere wirtschaftswissenschaftliche und wissenschaftstheoretische Perspektiven mit ein. Rund 30 Jahre des gerade feierlich begangenen 40-jährigen Bestehens der RUB gestaltete Prof. Hammann aktiv mit.

Engagierte Selbstverwaltung

Professor Hammann war von 1974 bis 2003 als ordentlicher Professor und seitdem bis zu seinem Tod als Emeritus Mitglied der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 1989 lehnte er einen ehrenvollen Ruf an die Universität Erlangen-Nürnberg ab. Die RUB konnte 30 Jahre lang auf Peter Hammann zählen, wenn es um die universitäre Selbstverwaltung ging. Sein besonders hohes Engagement verdeutlicht die Tatsache, dass nach seiner Emeritierung noch zehn Ämter der akademischen Selbstverwaltung wiederzubesetzen waren: Er war unter anderem Vertreter der Fakultät auf dem "Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentag", Vorstandsmitglied des Zentrums für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR) und Mitglied im Direktorium des damaligen Instituts für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Vier Jahre lang, von 1998 bis Anfang 2002, war er Sprecher der betriebswirtschaftlichen Sektion. Schließlich leitete er 1980 als Dekan und 1981 als Prodekan die Geschicke der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft.

"Bochumer Modell" verstetigt

Ein Charakteristikum der Interessen Peter Hammanns in der Forschung war die Fortführung des "Bochumer Modells", einer engen Verbindung von Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Besonders deutlich wird das in der Ausrichtung des Lehrbuchs "Markt und Unternehmung - Handlungsfelder des Marketing". Es ist ein Brückenschlag zwischen der mikroökonomischen Sicht der Unternehmung und dem makroökonomisch bzw. volkswirtschaftlich ausgerichteten Markt.

Enge Grenzen gesprengt

Besondere Aufmerksamkeit widmete Professor Hammann dem Markenwesen, das er in vielen Einzelbeiträgen untersucht hat. Dabei lag ihm die "entscheidungsorientierte Markenführung" besonders am Herzen. Die Marktforschung hatte in seinem wissenschaftlichen Werk einen hohen Stellenwert, der auch in Publikationen seinen Niederschlag fand. Die weit gespannten wissenschaftlichen Interessen Peter Hammanns, die gerne die Grenzen des engeren Fachgebiets sprengten, sind in seinem wissenschaftlichen Werk vielfach dokumentiert. Seine Forschung war theoriegeleitet und gleichzeitig anwendungsorientiert, die Ergebnisse wurden von zahlreichen Unternehmen praktisch umgesetzt. Bis zuletzt widmete er sich intensiv der Forschung und unterstützte seine Mitarbeiter und Schüler in ihren wissenschaftlichen Bemühungen.

Für Neues aufgeschlossen

Die Universität hatte 30 Jahre lang in Professor Hammann einen Hochschullehrer im besten Sinne des Wortes. Seine didaktischen Fähigkeiten waren allseits berühmt. Er war ein begnadeter und mitreißender Redner. Lehre war für Peter Hammann mehr als bloße theoretische Wissensvermittlung; die praktische Anwendbarkeit war ihm ein wichtiges Anliegen. Für neuere Entwicklungen, auch in der Lehre, war er immer aufgeschlossen. So hielt Professor Hammann schon Vorlesungen in englischer Sprache, als dies noch nicht an deutschen Hochschulen üblich war. Die "Montagsseminare", die er zusammen mit Professor Werner Engelhardt leitete, waren bekannt als eine Stätte der Begegnung von Wissenschaft und Praxis. Peter Hammann nahm die Studierenden ernst und hatte für sie immer ein offenes Ohr. Ganz besonders lagen ihm die ausländischen Studierenden am Herzen.

Vita Prof. Hammann

Peter Hammann wurde am 2. April 1938 in München geboren. Bevor er den Ruf an die Ruhr-Universität Bochum annahm, hatte er bereits seit Januar 1970, mit knapp 32 Jahren, eine ordentliche Professur für Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität Berlin inne. Zuvor hat er von 1959 bis 1964 an der Ludwig-Maximilians Universität München das Fach Betriebswirtschaftslehre studiert und wurde bereits ein Jahr nach Beendigung des Studiums im Dezember 1965 promoviert. Zu Beginn des Jahres 1970 habilitierte sich Peter Hammann an der Universität München. 1972 war er als Visiting Professor an der Alfred P. Sloan School of Management am M.I.T., USA tätig.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Brigitte Werners, Dekanin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-22884, E-Mail: or@rub.de

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