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Enzym-Gen trägt die Bezeichnung "Mannheim"

25.07.2005 - (idw) Universitätsklinikum Mannheim

Fast 40 Prozent aller an Diabetes erkrankten Menschen erleiden als Spätfolge ihrer "Zuckerkrankheit" eine chronische Schädigung der Nieren - doch warum bleiben andererseits viele Diabetiker davor verschont? Unter der Leitung von Professor Dr. Fokko J. van der Woude haben Ärzte der V. Medizinischen Klinik (Schwerpunkt Nephrologie) am Mannheimer Universitätsklinikum jetzt zusammen mit ihren Kollegen vom Genetischen Institut der Universität Heidelberg einen Beleg für die Annahme gefunden, dass dabei auch die Vererbung eine Rolle spielt. Im Zentrum ihrer mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Mannheimer Heinrich-Vetter-Stiftung unterstützten Forschungsarbeiten steht ein Gen, das es in verschiedenen Erscheinungsformen gibt. Um diese verschiedenen Formen unterscheiden zu können, haben sie einer dieser Varianten die Zusatzbezeichnung "Mannheim" gegeben. Diese macht der Stadt übrigens Ehre: Denn bei Menschen mit dieser Variante entwickelt sich weniger häufig ein Diabetes-bedingter Nierenschaden, eine - wie die Fachleute sagen - diabetische Nephropathie.

Was hat es nun mit diesem Gen auf Chromosom 18 auf sich? CNDP1, so sein Kürzel, ist im Körper für die Bildung des Enzyms Carnosinase zuständig, dessen Hauptaufgabe darin besteht, das Eiweiß Carnosin zu spalten. In Versuchen konnten die Mediziner zeigen, dass ein vergleichsweise hoher Anteil von Carnosin im Blut Zellschäden in den Nieren verhindern kann. Viel Carnosin findet sich immer dann, wenn entsprechend wenig aufspaltende Carnosinase vorhanden ist. Und in welchem Ausmaß Carnosinase ausgeschüttet wird, hängt wiederum von der Anzahl und Kombination der Aminosäuren ab, die im Gen CNDP1 sozusagen den Startschuss zur Produktion dieses Enzyms geben. Liegt die niedrigst-mögliche Kombination dieser Aminosäuren vor, nämlich die Genvariante CNDP1 Mannheim, wird weniger Carnosinase hergestellt - und entsprechend viel Nieren-schützendes Carnosin verbleibt im Blutkreislauf. Dies klingt kompliziert, ist auch kompliziert, hat aber für die Mediziner eine nicht zu unterschätzende Tragweite: Denn künftig könnte es auf diesem Wege möglich sein, über eine Genanalyse bei Diabetes-Patienten das individuelle Risiko einer drohenden Nierenschädigung besser abzuschätzen. Ein Erfolg versprechender Weg, wie die Förderung weiterer Forschungsarbeiten durch die Europäische Union zeigt. Sie stellte dafür jetzt 1,8 Millionen Euro zur Verfügung.

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Siehe ggf. auch Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg vom heutigen Montag zum selben Thema.

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