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Kloster Lorsch und Universität Heidelberg vereinbaren Zusammenarbeit

26.07.2005 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

UNESCO-Welterbestätte und Universität als Partner -- Unterzeichnung am 29. Juli unter den Auspizien des baden-württembergischen Wissenschaftsministers Prof. Frankenberg und des hessischen Wissenschafts-Staatssekretärs Prof. Leonhard Am 29. Juli 2005 werden das Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften (ZEGK) der Universität Heidelberg und das UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch einen Kooperationsvertrag unterzeichnen, der in Zukunft eine noch engere Kooperation der beiden Institutionen in Forschung und Lehre ermöglicht. Die Veranstaltung findet unter den Auspizien des Wissenschaftsministers des Landes Baden-Württemberg, Prof. Frankenberg, und des Staatssekretärs im hessischen Wissenschaftsministerium, Prof. Leonhard, statt.

Das einstige Kloster Lorsch, seit 1991 auf der UNESCO-Liste des kulturellen Erbes der Menschheit, heute eine Liegenschaft der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, ist ganz ohne Zweifel ein kultureller "Leuchtturm" der Region. Historisch gesehen ist Lorsch ein Verbindungsglied zwischen den beiden heutigen Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Ein Großteil der urkundlichen Ersterwähnungen von Städten und Gemeinden in beiden Ballungsräumen sind dem Kloster Lorsch zu verdanken. Damit wird Lorsch zu einem der entscheidenden historischen Faktoren der Identitätsfindung für Menschen, die in dieser Großregion zu Hause sind, hier arbeiten und leben.

Seit einigen Jahren macht die Schlösserverwaltung mit der Welterbestätte Lorsch mit richtungsweisenden Projekten von sich reden: 2000 wurde das "Lorscher Modell", ein welterbepädagogisches Programm, international vorgestellt; 2002 begann der Aufbau eines globalen Netzwerks von aktiven Klöstern aller Religionen, die auf der Welterbeliste stehen, und 2005 ging von Lorsch die Initiative zu dem ersten bundesweit begangenen "Welterbetag" aus. Und nun kommt es zu einer offiziellen Kooperationsvereinbarung zwischen der Universität Heidelberg und dem einstigen Kloster Lorsch im Bereich der akademischen Lehre. Die Idee dazu kam aus Heidelberg, vom Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde.

Netzwerk Kulturerbestätten der Rhein-Main-Neckar-Region

Arbeitsschwerpunkt des Instituts ist die Geschichte des "altpfälzischen Oberrheingebiets", das im frühen Mittelalter von den Franken beherrscht, im Hoch- und Spätmittelalter von den später rheinischen Pfalzgrafen bestimmt wurde und in der Hauptsache den Großherzogtümern bzw. Königreichen Baden, Bayern (linksrheinische "Pfalz"), Hessen-Darmstadt und Preußen (Rheinprovinz) zufiel. Heute teilen sich die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz das sich im Rhein-Neckar-Dreieck konzentrierende historische Erbe der Pfalz.

Die künftigen Partner sind sich einig in der Überzeugung, dass ihrer Kooperationsbereitschaft die Vorstellung eines offenen und sich im Laufe der Zeit entwickelnden und auch neue Schwerpunkte herausbildenden Prozesses zu Grunde liegt. Das neue Netzwerk versteht sich als Arbeitsgemeinschaft von Kulturerbestätten untereinander und mit der Universität Heidelberg insbesondere. Gedacht ist an eine Art Forum für weitere künftige Partnerschaften, an neue Impulse für Lehre und Forschung im Interesse einer wissenschaftlichen Neubesinnung und einer stärkeren Praxisorientierung von Studierenden.

Vor allem geht es darum, Schlüsselqualifikationen kulturwissenschaftlicher Praxis zu vermitteln, wissenschaftliche Kompetenzen der Studierenden frühzeitig zu wecken und zu fördern, mit Hilfe von Praktika außerhalb der Universität die Relevanz historischen Arbeitens im Kontext der Öffentlichkeit zu erfahren und mögliche Berufsfelder möglichst noch während des Studiums kennen zu lernen und zu erproben. Neue Studiengänge (z.B. BA, Cultural Heritage) und eine anwendungsorientierte Graduiertenförderung brauchen den außer-universitären Erfahrungsort.

Schon in der Gründungsphase der neuen Partnerschaft stellte sich heraus, dass eine Erweiterung der Partner innerhalb der Universität wünschenswert ist. Neben das Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde tritt nun sinnvollerweise auch die Kunstgeschichte - beide sind neuerdings im Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften (ZEGK) zusammengefasst.

Die neue Partnerschaft wird am 29. Juli 2005 in Lorsch in Anwesenheit des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Frankenberg, und des Staatssekretärs im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, aus der Taufe gehoben.
(vsg/duk)

Veranstaltung: 29. Juli 2005, 18.00 Uhr
Museumszentrum Lorsch
Paul-Schnitzer-Saal
Nibelungenstraße 35
64653 Lorsch

Ansprechpartner:
Direktion der Verwaltung der Schlösser
und Gärten Hessen
Direktor Karl Weber
Schloss, 61348 Bad Homburg
Tel. 06172 9262101, Fax 9262190
k.weber@schloesser.hessen.de
http://www.schloesser-hessen.de

Verwaltung der Staatlichen Schlösser
und Gärten Hessen
UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch
Dr. Hermann Schefers
Nibelungenstraße 32

64653 Lorsch
Tel. 06251 51446, Fax 587140
info@kloster-lorsch.de
http://www.kloster-lorsch.de

Prof. Dr. Bernd Schneidmüller
Historisches Seminar
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 542441, Fax 542267
bernd.schneidmueller@urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

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