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Treffpunkt Bahnhofsmission - Die Praxis des ethnographischen Films

28.07.2005 - (idw) IWF Wissen und Medien gGmbH

Was geschieht in einer Bahnhofsmission? Welche Menschen kommen dorthin mit welchen Problemen? Was alles haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Bahnhofsmission zu tun? - Das sind einige der Fragen, die drei von zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern der IWF-Summer-School für den ethnographischen Film in den nächsten Wochen beantworten wollen. Weitere Summer-School-Themen, die allesamt unter dem Oberthema "Treffpunkt" stehen: ein Antiquitätengeschäft, die Seilfähre Hemel bei Hannoversch Münden und das Ritterfest am 6. und 7. August auf der Burg Hanstein.

Bevor es an die Dreharbeiten geht, wird gelernt, Theorie muss sein, und mit Kamera und Ton geübt, damit, wenn es ernst wird, jeder Handgriff sitzt. Das Ziel: ein kleiner Film. Der Weg dorthin allerdings ist gespickt mit Fertigkeiten und Kenntnissen, die erst einmal erworben werden müssen: Wie gestalte ich ein Bild? Worauf muss ich beim Ton achten? Und überhaupt, wie führe ich ein Interview? Das Thema muss genau recherchiert werden. Die Ethnologen und Kulturwissenschaftler, an die sich die IWF-Summer-School wendet, nennen das Feldforschung. Dann muss ein Drehbuch, ein Drehplan und ein Aufnahmeplan erstellt werden. Nach den Dreharbeiten steht der Schnitt des Films an, die Tonbearbeitung - bleibt zuletzt die Hoffnung, dass alles so geworden ist, wie man es sich vorgestellt hat - was in der Regel nicht der Fall ist.

An der Summer School nehmen in diesem Jahr zwölf Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Sie alle lernen die Grundlagen des ethnographischen Films, der als besondere Spielart des Dokumentarfilms anerkannt ist. Im Rahmen der Visuellen Anthropologie entwickelte sich in den 70er Jahren eine lebhafte Methodendiskussion. Jean Rouch, John Marshall, Timothy Asch, David MacDougall, Colin Young, Ian Dunlop und viele mehr setzten sich intensiv mit den Besonderheiten des ethnographischen Films auseinander: Fragen der Realität im Film, der Repräsentation, der Reflexivität und der Rezeption wurden immer wieder neu diskutiert.
Der Film kann Gegenstand ethnologischer Forschung sein, zugleich kann er methodisch als Forschungs- und Dokumentationsmittel eingesetzt werden. Voraussetzung dazu ist jedoch eine grundlegende Kenntnis des Mediums Film an sich. Im kulturwissenschaftlichen Zusammenhang lässt sich diese besonders gut durch praktische Erfahrung erwerben. Und genau das ist das Ziel der IWF-Summer-School.

Hinweis für Redaktionen:
Da die genauen Drehtermine (ab Mittwoch, 3. August geplant) zurzeit noch nicht feststehen, möchten wir Sie bei Interesse an einer Berichterstattung bitten, sich an uns zu wenden. Wir werden uns darum bemühen, einen für Sie geeigneten Termin zu arrangieren. Wir stellen Ihnen auch gerne Bildmaterial z.B. Making-of-Aufnahmen zur Verfügung.
Weitere Informationen: http://www.iwf.de/Navigation/Service/Lehre_Weiterbildung/Schulungen_u._Seminare/Summerschool.jsp - Kursbeschreibung
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