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Exzellenz durch starke Wissenschaft

29.07.2005 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unis Kiel und Lübeck reagieren auf Exzellenzinitiative Zwei Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule möchte die Kieler Universität gewinnen. Termingerecht wurden heute die entsprechenden Absichtserklärungen versandt. Dabei verlässt sich die Landesuniversität auf ihre eigenen Stärken und geht mit Institutionen in der Region und der Universität Lübeck neue Wege, um sich für den Wettbewerb der Zukunft zu rüsten. Die Anträge konzentrieren sich auf ausgewiesene Schwerpunkte der Forschung in Kiel: Angewandte Lebenswissenschaften, Meeresforschung und Wirtschaftswissenschaften.

Aufbauend auf dem Schwerpunkt Angewandte Lebenswissenschaften wird gemeinsam mit der Universität Lübeck und in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Borstel (FZB) eine Förderung zum Thema "Entzündungsforschung" beantragt. Es gibt an allen drei Einrichtungen bereits erprobte Kooperationen von medizinischer, naturwissenschaftlicher und ernährungswissenschaftlicher Forschung, die sich auch in mehreren Sonderforschungsbereichen, u. a. zu entzündlichen und degenerativen Prozessen (FZB/Uni Lübeck) sowie zur epithelialen Abwehr (Uni Kiel), ausdrücken. In dem Exzellenzcluster widmen sich über 60 Wissenschaftler der Vorbeugung, den Ursachen und der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen. Gemeinsam wollen sie herausfinden, welche Störungen es an biologischen Grenzflächen gibt. Einbezogen sind neurologische und immunologische Fragestellungen, Fragen der Krebsforschung, Ernährungsforschung sowie der genetischen Veränderungen von Erregern. Dazu der Dekan der Kieler Medizinischen Fakultät, Professor Michael Illert: "Die Grenzflächen zwischen Körper und Umwelt, die Haut und die Schleimhaut, schützen die Integrität des Individuums. Wir sind erst am Anfang, diese Schutzmechanismen zu verstehen und sie zur Behandlung von Erkrankungen gezielt zu nutzen."

Ein zweiter Exzellenzcluster-Antrag kommt aus dem Bereich der Meereswissenschaften. Hier baut man auf die maritime Kompetenz aus vier Fakultäten der Christian-Albrechts-Universität und zwei Leibniz-Instituten. Die in Kiel vorhandene wissenschaftliche Exzellenz, die durch drei Forschergruppen und zwei Sonderforschungsbereiche dokumentiert und hier bereits von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, trägt der Komplexität des Themas Rechnung: der Ozean als "Schaltstelle" im System Erde. Die Weltmeere werden durch den Anstieg der Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre grundlegend verändert. Die jetzt schon zu beobachtende Versauerung und Erwärmung des Meerwassers bedroht die Lebensgrundlage vieler Organismen, und es ist mit weitreichenden Veränderungen in der Ozeanzirkulation zu rechnen. Der Meeresspiegelanstieg bedroht die dicht besiedelten Küstenregionen der Erde. Plattentektonische Prozesse sind Auslöser für Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis. Die Überfischung der Meere und der Klimawandel führen zu weiteren Veränderungen in der Zusammensetzung der marinen Ökosysteme. Neben diesen Risikoszenarien, die im Cluster untersucht werden sollen, spielt auch der Ressourcenaspekt eine große Rolle. Hier reicht das Spektrum von den genetischen und mikrobiologischen Ressourcen der Meere über metallische mineralische Rohstoffe bis hin zu den Gashydraten als mögliche Energielieferanten der Zukunft. Diese Fragestellungen sollen integrativ mit meereswissenschaftlichen, ökonomischen, juristischen und medizinischen Ansätzen sowie unter Einsatz von innovativen Technologien der Ozeanbeobachtung umfassend und interdisziplinär untersucht werden. Die Christian-Albrechts-Universität arbeitet für diesen Forschungsantrag eng mit dem angegliederten Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) zusammen.

Die beiden Clusteranträge wollen die millionenschwere Förderung in die Lösung von Forschungsaufgaben investieren, die stark interdisziplinären Charakter tragen. Im Bereich der Meereswissenschaften wird der Schwerpunkt auf Nachwuchsforschergruppen gelegt, die das System Ozean von ganz verschiedenen Seiten betrachten. "Die Ozeane werden sich in Zukunft grundlegend verändern", so Dr. Klaus Wallmann, der Koordinator des zukünftigen Exzellenz-clusters. "Um die Risken richtig einschätzen zu können und die Chancen zu nutzen, müssen wir das System Ozean weit besser als bisher verstehen. Der tiefe Ozean ist immer noch weitgehend unerforscht und wird in Zukunft die Lebensbedingungen auf der Erde fundamental beeinflussen. Wir stellen uns mit diesem Cluster einer der größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts."

Der Antrag für die Graduiertenschule zielt auf den Aufbau eines an internationalen Standards orientierten wissenschaftlichen Promotionsstudiums. Er setzt an den Stärken der bestehenden volkswirtschaftlichen Studiengänge der Universität Kiel an und wird im Kern getragen von allen Hochschullehrern der Institute für Volkswirtschaftslehre sowie Statistik und Ökonometrie. Wesentlich beteiligt ist auch hier das Institut für Weltwirtschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.


Vergeben wird die Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Abgabetermin für die ausführlichen Anträge liegt Ende September. Professor Thomas Bauer, der Prorektor der Kieler Universität, sieht gute Chancen für die Anträge: "Wir konzentrieren uns bewusst auf drei Schwerpunkte, die zu unseren besonderen Spezialitäten gehören. Wir haben uns gut vorbereitet. Nun gehen wir optimistisch in die erste Runde."

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