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Aufbruch in eine neue Ära - Spatenstich für das Gebäude der Ohm-Chemie

29.07.2005 - (idw) Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

Mit dem Spatenstich am Freitag, 29. Juli, ist für den Fachbereich Angewandte Chemie (AC) der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule der Startschuss für ein neues Kapitel gefallen. Der ersehnte Neubau, der so lange auf Eis gelegen war, wird endlich beginnen und in den nächsten Jahren das alte Gebäude am Prinzregentenufer ablösen, das den Anforderungen für einen geregelten Lehrbetrieb nicht mehr erfüllen konnte. Zusammen griffen Ohm-Rektor Prof. Dr. Herbert Eichele, Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel, Nürnberg Bürgermeister Horst Förther, der Leitende Baudirektor des Staatlichen Hochbauamts Nürnberg I, Peter Löw, und Chemie-Dekan Prof. Dr. Karlheinz Jacob zum Spaten, um den Weg für die wichtige Baumaßnahme feierlich frei zu machen. "Wir setzen damit ein wichtiges hochschulpolitisches Signal", betonte Minister Goppel in seiner Rede. Für das neue Gebäude stellt der Freistaat Mittel in Höhe von 20,8 Millionen Euro zur Verfügung, die aus dem "Investitionsprogramm Zukunft Bayern" stammen.

Schon lange war der "C-Bau", die alte, 1961 in Betrieb genommene Heimat der Ohm-Chemie, marode und stellte nur noch eine Notlösung dar. Mangelnder Brandschutz, defekte Laborabzüge, undichte Fenster und provisorische Fluchttreppen an der Außenfassade kennzeichneten zuletzt den Zustand eines der ältesten Bauwerke auf dem FH-Campus.

Bereits 2002 war der Neubau, den das Nürnberger Architekturbüro Grabow und Hofmann geplant hatte, vom Bayerischen Landtag genehmigt worden (siehe auch Presse-Infos zum Gebäude). Seither hatte das wichtige Projekt aber auf Grund von Sparmaßnahmen im öffentlichen Sektor auf Eis gelegen, bis im April 2005 endlich die lang erwartete uneingeschränkte Baufreigabe erteilt wurde.

Dabei ist ein Neubau für den Fachbereich AC dringender denn je, ist die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule doch die einzige in Bayern, die Chemie-Ingenieure ausbildet. "Wäre der Neubau nicht gekommen, hätten wir ernsthaft die Schließung der Studiengänge in Erwägung ziehen müssen", erklärt Ohm-Rektor Prof. Dr. Eichele und ist froh, dass es nun doch anders kommt. "Der Freistaat ist zwar nicht ein weltweit bekannter Chemie-Standort, dennoch gibt es hier sehr viel einschlägige Industrie, wie etwa Wacker in Burghausen oder viele mittelständisch geprägte Unternehmen, zum Beispiel aus der Zulieferindustrie", weiß der Rektor. Das Arbeitsangebot für die Nürnberger Chemie-Absolventen ist daher ziemlich groß. So finden die Diplom-Ingenieure Stellen auf dem Sektor der Qualitätssicherung, der Waren-Eingangskontrolle oder der Entsorgung.

"Wir freuen uns, dass wir nun mit dem Bau beginnen können und unsere Chemie schon bald ein modernes technisches Umfeld haben wird", sagt Prof. Eichele und ergänzt: "Mit dem Gebäude setzen wir nicht nur einen architektonischen Akzent in der Nürnberger Innenstadt, sondern schaffen alle Voraussetzungen für die hochwertige Ausbildung unserer Studierenden. Damit werden wir im geplanten Chemie-Cluster des Freistaats eine wichtige Rolle spielen!"

Das "Ohm" besitzt mit seiner Ausbildung in Chemie in Bayern ein Alleinstellungsmerkmal. Einem dreisemestrigen Grundstudium folgt die Spezialisierung auf die Studienrichtungen "Angewandte Chemie", "Biochemie" oder "Technische Chemie". Fachgebiete in Nürnberg sind Wasseraufbereitung, technische Thermodynamik, Analytische Chemie, Anorganische Chemie, Biowissenschaft, Chemische Reaktionstechnik, Makromolekulare Chemie, Mikrogalvanik, Organische Chemie, Physikalische Chemie, Prozesssimulation und Umweltanalytik.

Für das neue Gebäude sind die Ausschreibungen für die ersten Gewerke bereits erfolgt, noch im August 2005 starten die Arbeiten an der Ecke Prinzregentenufer/Wassertorstraße, bis zum Jahresende soll bereits das Kellergeschoss stehen. Das im Wettbewerb prämierte Konzept mit einer zentralen Halle und angrenzenden Labor- und Bürospangen konnte in der Bearbeitung aufrecht erhalten werden. Die hohen Anforderungen des baulichen Brandschutzes ließen sich durch Fluchtbalkone und außenliegende Treppenhäuser umsetzen. Die Labortrakte selbst wurden bis ins Detail mit den späteren Nutzern abgestimmt, erlauben aber durch die offene Konstruktion trotzdem eine spätere flexible Umnutzung. Die Bürozonen wurden im Rahmen der knappen Kosten gestalterisch aufgewertet, um auch hier gute Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Besonderen Wert legten die Planer auf eine zeitgemäße und energiesparende Haustechnik. Das Bauwerk, das - überspitzt gesagt - letztlich eine große Lüftungsmaschine darstellt, verfügt über eine komplexe Wärmerückgewinnungsanlage, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Zur Verringerung der Kühllasten wurde auf einen hohen Anteil an massiven Bauteilen geachtet, die Verschattung aller Räume mit großer Konsequenz geplant. Eine ursprünglich angedachte Bohrpfahlkühlung musste auf Grund der geringen nutzbaren Grundwassermengen allerdings aufgegeben werden.




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Rückfragen von Medienvertretern bitte an die Pressestelle der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule. Sie erreichen uns telefonisch unter 09 11 / 58 80 41 01 (Marc Briele) oder via Mail an presse@fh-nuernberg.de

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