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Kölner Kritik an Ergänzung des Qualitätspakts in NRW

06.12.2002 - (idw) Universität zu Köln

212 /2002 (Steinbrück)

Der Rektor der Universität zu Köln zur Ergänzung des Qualitätspakts mit den Hochschulen:
Die massiven Kürzungen des Wissenschaftsetats im Jahr 2003 sind für die nordrhein-westfälischen Hochschulen verheerend

Der Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Tassilo Küpper, hat in einem Brief an den Ministerpräsidenten Peer Steinbrück dessen Behauptung widersprochen, mit der Ergänzung des Qualitätspakts zwischen Hochschulen und Land werde die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaft in NRW abgesichert. "Die Universität zu Köln trägt diese ergänzende Erklärung nach ausführlicher Diskussion im Rektorat und im Senat nur mit, um noch Schlimmeres für unsere Universität zu verhindern", schreibt Professor Dr. Küpper.

Die für das nächste Jahr vorgesehenen Kürzungen schwächen, um nur einige Beispiele zu nennen, die strategische Forschungsförderung, die Internationalisierung des Studienstandortes NRW und die erst im vergangenen Jahr mit großem Elan eingerichteten "International Graduate Schools". Die Kürzungen der Mittel für überregional finanzierte Forschungseinrichtungen treffen die Spitzenforschung im Land Nordrhein-Westfalen hart. Die drastische Beschränkung der Mittel für die Berufung von Professoren wird dazu führen, daß nordrhein-westfälische Hochschulen künftig für Spitzenwissenschaftler an Attraktivität verlieren werden. Es wird immer schwieriger werden, gerade junge Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland - insbesondere aus den USA - nach Nordrhein-Westfalen zu holen. "Hier wird ein falsches Signal gesetzt, das durchaus auch international wahrgenommen werden wird", kommentiert Professor Dr. Küpper.

Im Qualitätspakt aus dem Jahre 1999 heißt es zu Recht, daß Bildung und Wissenschaft Ecksteine für die Zukunft unseres Landes sind. Diese Erkenntnis darf kein Lippenbekenntnis sein. Dem Haushaltsentwurf für 2003 ist es aber gerade nicht anzusehen, daß die Landesregierung tatsächlich ihre Prioritäten im zukunftsweisenden Bereich Wissenschaft und Forschung setzt. Allein die jährlichen Betriebsbeihilfen für die Steinkohle überschreiten bei weitem den Etat einer großen Universität. "Liegt die Zukunft Nordrhein-Westfalens wirklich 'unter Tage'?", fragt Professor Dr. Küpper.

Darüber hinaus appelliert die Universität zu Köln mit Nachdruck an die Landesregierung, sich bei der Verteilung der knappen Mittel auf die Hochschulen des Landes noch stärker als bisher von leistungsorientierten Kriterien leiten zu lassen und so den vielzitierten Wettbewerb zwischen den Hochschulen zu stärken. "Seit Jahren bilden wir in Köln landesweit die bei weitem größte Anzahl von Studierenden aus - ohne daß die Studierendenzahlen bei der Verteilung der Mittel und Stellen angemessen berücksichtigt werden", bemängelt Professor Dr. Küpper. Ebenso werden die Leistungen in der Forschung, die an der Univesität zu Köln trotz der großen Studierendenzahlen erbracht werden, nicht angemessen honoriert. Aus der exzellenten Beurteilung der Kölner Universität durch den Expertenrat hat die Landesregierung eben nicht - wie angekündigt - die erforderlichen Konsequenzen gezogen. Die Kölner Universität hat nicht zuletzt beim Abschluß der Zielvereinbarungen in diesem Jahr gezeigt, daß sie Strukturveränderungen innerhalb der Universität offen gegenüber steht. Die Landesregierung sollte auch bei ihren Entscheidungen den Mut zu strukturellen Veränderungen innerhalb der Hochschullandschaft beweisen. Langfristig wird sich eine solche Politik, davon ist der Rektor überzeugt, für unser Land auszahlen.

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Verantwortlich: Eva Faresin

Für Rückfragen steht Ihnen Ursula Merten unter der Telefonnummer 0221/470-3203, der Fax-Nummer 0221/470-4893 und unter der Email-Adresse u.merten@verw.uni-koeln.de zur Verfügung.

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