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TUM-Altrektor Heinz Schmidtke feiert 80. Geburtstag

04.08.2005 - (idw) Technische Universität München

Am 6. August 2005 feiert Prof. Dr. rer.nat. Heinz Schmidtke, emeritierter Ordinarius für Ergonomie und Altrektor der TU München, seinen 80. Geburtstag. Zu Ehren des Jubilars lädt die Fakultät für Maschinenwesen der TU München in Garching am 5. August 2005 zu einem Festkolloquium ein. Beginn: 17 Uhr, Hörsaal 1801, Boltzmannstraße 15, 85748 Garching. Nach nur vierjähriger Studienzeit schloss Schmidtke 1949 sein Studium der Physik und Psychologie an der TH Braunschweig mit der Dissertation "Flimmertest und psychische Ermüdung" ab. Mit dieser Arbeit hat er bereits das Grenzgebiet zwischen Physik und Technik, Psychologie und Physiologie betreten, das seinen weiteren Werdegang charakterisiert. Seine Habilitationsschrift "Die Ermüdung" (Kiel, 1960) gilt noch heute als eines der Standardwerke auf diesem Gebiet. Der Tätigkeit als Leiter eines Physiklabors in der Chemischen Industrie folgte eine einjährige Gastprofessur an der University of California, Berkeley. 1957 ging er als Abteilungsleiter an das Max-Planck-Institut für Arbeitsphysiologie in Dortmund. 1962 folgte Schmidtke einem Ruf der damaligen TH München an das neu gegründete Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitspädagogik, dem späteren Institut für Ergonomie.

Schmidtke hat sich nicht nur in der Forschung und Lehre einen Namen gemacht. Große Verdienste um seine Alma mater hat er sich mit seinem unermüdlichen Engagement in der akademischen Selbstverwaltung erworben: Als Dekan der ehemaligen Fakultät für Allgemeine Wissenschaften, insbesondere als Rektor in den Jahren 1972 bis 1974 und als Prorektor sowie Mitglied zahlreicher Gremien wie Senatskommission für das Arbeitswissenschaftliche Aufbaustudium, Etatkommission, Lehrerbildungskommission oder Mitglied einer Beratergruppe des Präsidenten zu Fragen der Strukturentwicklung der Technischen Universität, trug er an wichtigen Schaltstellen Verantwortung für die Geschicke der Hochschule.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit, die in mehr als 240 Veröffentlichungen und Fachbüchern dokumentiert ist, bewahrte sich Schmidtke stets einen klaren Blick für die Praxis. Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse setzte er konsequent in ergonomische Konstruktionsempfehlungen um und prägte so einen eigenen Stil, bekannt als die "Münchner Ergonomie". Seine fundierten Forschungskenntnisse auf dem Gebiet der psychischen Ermüdung brachte Schmidtke im Grundsatzausschuss ?Ermüdung und Erholung" des REFA-Landesverbandes Bayern (Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung) ein, dessen Vorstand er von 1970 bis 1985 zeitweilig auch als Vorsitzender angehörte. Seit 1974 ist Schmidtke Ehrenmitglied des REFA-Verbands Bayern. Arbeitswissenschaftliche Forschung und sozialpolitische Auseinandersetzungen um zumutbare Arbeitsbedingungen trennte er dabei stets voneinander und sah seine Aufgabe als Wissenschaftler vielmehr darin, beiden Tarifparteien Daten und Fakten für wissensbasierte Entscheidungen zu liefern.

Dem Jubilar wurden viele Ehrungen und Auszeichnungen zuteil, darunter der Bayerische Verdienstorden, die Duncker-Medaille in Gold, die Verdienstmedaille PRO MERITIS, die Forschungsmedaille der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft und der Ergonomic Development Award der International Ergonomics Association (IEA). Mit dieser höchsten Auszeichnung der IEA wurden seine herausragenden Leistungen für die Fortentwicklung der Ergonomie gewürdigt und sein wissenschaftliches Lebenswerk an der Schnittstelle zwischen Mensch, Technik und Umwelt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt.


Noch heute ist Heinz Schmidtke wissenschaftlich sehr aktiv. Nach wie vor ist er regelmäßig am Lehrstuhl für Ergonomie der TUM in Garching anzutreffen, wo er den wissenschaftlichen Austausch pflegt und verschiedene Projekte vorantreibt. Seine unermüdliche Schaffenskraft beweist er seit fünf Jahren als Ombudsmann der Technischen Universität München. Zur Ethik in der Wissenschaft und des Wissenschaftlers formulierte er in dieser Eigenschaft Regeln gegen Fälschungen und Betrug in der wissenschaftlichen Forschung.

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