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Einmaliges Modellprojekt in der Lehrerausbildung

10.08.2005 - (idw) Pädagogische Hochschule Weingarten

16 angehende Grund- und Hauptschullehrer der PH Weingarten können bereits nach einem Jahr testen, ob sie den richtigen Beruf anstreben. Dies ermöglicht das zukunftsweisende Modell der Integration eines Praxisjahres in die Lehrerausbildung. Studierende können in einem bundesweit einmaligen Modellprojekt bereits während ihres Studiums ein ganzes Schuljahr Schulalltag erleben und gestalten. Die Erfahrungen sind außerordentlich positiv. Möglichst früh sollen angehende Lehrer während ihres Studiums Praxiserfahrung in Schulen sammeln können. So lautet eine immer wieder gestellte Forderung von Vertretern der Politik, Verbänden und nicht zuletzt der Studierenden. Auch wird eine bessere Verzahnung der ersten und zweiten Phase, des Studiums und des Vorbereitungsdienstes, gefordert. Die Pädagogische Hochschule Weingarten hat beides in Kooperation mit dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Laupheim, der Mali-Hauptschule und der Birkendorf-Grundschule in Biberach durch das Modellprojekt "Praxisjahr in der Lehrerausbildung" bereits realisiert.

Seit dem Schuljahr 04/05 haben 16 Studierende der PH Weingarten die Möglichkeit, nach Abschluss ihres Grundstudiums für ein Jahr in die Schule zu gehen. In dieser Zeit werden sie sowohl von Dozenten der Pädagogischen Hochschule als auch von Lehrbeauftragten des Seminars und Lehrern der Schulen betreut. Die angehenden Lehrer erleben bereits nach einem Jahr Studium, ob der Lehrerberuf für sie der richtige ist und können gegebenenfalls rechtzeitig ihre Berufsentscheidung korrigieren. Vor allem aber können sie das Studium nach dem Praxisjahr gezielter fortsetzen. Das zweite Semester des Praxisjahres wird vergütet und bei erfolgreichem Abschluss auf den Vorbereitungsdienst angerechnet, so dass sich die Ausbildungszeit nicht verlängert.

Die erste Auswertung hat ergeben: Die teilnehmenden Studierenden bewerten das Praxisjahr außerordentlich positiv. "Das ist die Zukunft der Lehrerausbildung. In den Tages- und Blockpraktika wird der Berufsalltag nicht so erlebbar wie im Praxisjahr. Diese Erfahrung war sehr wichtig für mich" äußert sich Miriam Fetscher, die Grundschulpädagogik studiert. Sie ist überzeugt, dass nur ein ganzes Schulpraxisjahr diesen Nutzen bieten kann. "Nun ist ein gezielteres Studium möglich. Ich kann konkreter bestimmen, welche Inhalte mir noch fehlen", meint Patrick Kluth, Studierender des Hauptschullehramts, nach Abschluss des Praxisjahres. Wert legen auch die Projektverantwortlichen auf eine Einbindung des Praxisjahres in das Studium. "Die Praxiserfahrungen müssen theoretisch aufgearbeitet werden", sagt Professorin Diemut Kucharz, Pädagogin an der PH Weingarten.

Auch die beteiligten Schulen profitieren vom Praxisjahr. Ihnen steht mehr Personal zur Verfügung und sie können den Unterricht vielseitiger gestalten. Nicht nur die Studierenden, auch die Lehrkräfte erhalten Rückmeldung zu ihrem Unterricht.

Das Projekt wird auch forschend begleitet. "Wie wirkt sich das Praxisjahr auf das Studienverhalten aus? Wie entwickeln sich Lehrkompetenzen bei den Studierenden? Wie lässt sich mit dem Praxisjahr die Theorie-Praxis-Verbindung verbessern?" nennt Professor Reinhoffer einige der Fragen, die untersucht werden sollen.

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