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Zur Sozialgeschichte der DDR und zum Türkei-Beitritt

12.08.2005 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung informiert über Publikationen aus ihrer Förderung Die im Folgenden vorgestellten Publikationen sind im Zuge von Projekten entstanden, die von der VolkswagenStiftung gefördert wurden. Aus einer Vielzahl an Veröffentlichungen haben wir die folgenden acht ausgewählt, die - so hoffen wir - für einen breiten Leserkreis von Interesse sind. Neben einer Kurzbeschreibung finden Sie einen Hinweis auf den jeweiligen Verlag; dort kann ein Rezensionsexemplar (deren Zahl allerdings begrenzt ist) angefordert werden.

1. Bauerkämper, Arnd: Die Sozialgeschichte der DDR.
München: Oldenbourg Verlag, 2005, 148 S. ISBN 3-486-57638-0

War die Gesellschaft der DDR "nur" ein Bestandteil des politischen Systems? Oder entzogen sich soziale Prozesse und gesellschaftliche Beziehungen bis zu einem bestimmten Grad dem Herrschafts- und Steuerungsanspruch der Machthaber? Auf welche Weise überlagerten sich politische Durchdringung und soziale Eigendynamik? Vor allem auf diese Fragen konzentriert sich Arnd Bauerkämper und führt so in bedeutende gesellschaftliche Entwicklungstrends und Grundprobleme der sozialgeschichtlichen Forschung ein. Ausgehend von der Gesellschafts- und Sozialpolitik, thematisiert der Autor Arbeit und Freizeit in der DDR, umreißt in seiner Analyse wichtige soziale Schichten ebenso wie Merkmale und Widersprüche der "staatssozialistischen" Gesellschaft. Zudem umfasst der Band eine umfangreiche, thematisch gegliederte Bibliographie. Die Stiftung förderte die Studie in der Rubrik "Offen - für Außergewöhnliches".

Der Autor Privatdozent Dr. Arnd Bauerkämper ist Geschäftsführender Leiter des Berliner Kollegs für vergleichende Geschichte Europas.

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Oldenbourg Wissenschaftsverlag
Katrin Schachinger
Pressereferentin
Rosenheimer Straße, 145 81671 München
Telefon: 089 45051 340
E-Mail: schachinger@verlag.oldenbourg.de

2. Giannakopoulos, Angelos; Maras, Konstadinos (Hrsg.): Die Türkei-Debatte in Europa. Ein Vergleich.
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005, 242 S. ISBN 3-531-14290-9

Entlang welcher Inhalte gestaltet sich der europäische Diskurs über einen EU-Beitritt der Türkei? Welche Einstellungen lassen sich erkennen? Wie wichtig ist die historische Erfahrung, wie schlagkräftig sind realpolitische Argumente? Lassen sich auf der jeweiligen nationalen Ebene Unterschiede feststellen zwischen der Regierungsposition und der Einstellung der Öffentlichkeit? Und falls ja, worauf sind diese zurückzuführen? - Zudem: Gehen die politischen Eliten auf die Wünsche beziehungsweise Ängste ihrer Wähler ein? Inwieweit wird also die Türkei-Debatte für politische Zwecke instrumentalisiert? Anhand der Antworten, die 17 Wissenschaftler aus 14 europäischen Ländern geben, entsteht ein "Kaleidoskop" der Einstellungen zu einem künftigen EU-Beitritt der Türkei. In der abschließenden Vergleichsanalyse der Herausgeber werden die Befunde aus den Beiträgen des Bandes systematisiert und kontrastiert. Dabei gehen die Autoren auch der Frage nach, ob die Türkei tatsächlich die vielbeschworene "symbolische Grenze des Europäischen" markiert. Die VolkswagenStiftung hat die Untersuchung in ihrer Initiative "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Angelos Giannakopoulos ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Soziologie der Universität Konstanz und Koordinator eines internationalen EU-Forschungsprojektes. Dr. Dr. Konstadinos Maras ist Dozent am Philosophischen und Kunsthistorischen Institut der Universität Tübingen und wissenschaftlicher Mitarbeiter des "Philhellenismusarchivs" in Würzburg. Beide Autoren sind Research Affiliate der Universität Yale, USA.

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VS Verlag für Sozialwissenschaften
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3. Gerhards, Jürgen; Hölscher, Michael: Kulturelle Unterschiede in der Europäischen Union. Ein Vergleich zwischen Mitgliedsländern, Beitrittskandidaten und der Türkei.
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005. 316 S. ISBN 3-531-14321-2

Der Prozess der europäischen Vereinigung in den vergangenen Jahrzehnten ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Vertiefung des Integrationsprozesses einerseits und eine schrittweise Erweiterung der Anzahl der Mitgliedsländer andererseits. In absehbarer Zeit wird sich die Gemeinschaft der 15 auf 28 Mitgliedsländer erweitert haben. Diese permanente Vergrößerung stellt auf vielen Ebenen eine besondere Herausforderung dar, denkt man allein an den fälligen Umbau der Institutionen der EU. Aber nicht nur das: Die meisten der neuen Mitgliedsländer unterscheiden sich in einem erheblichen Ausmaß in ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit und ihrem kulturellen Selbstverständnis von den bisherigen 15 Mitgliedsstaaten. Daher stellt sich die Frage, inwieweit die neuen Länder kulturell zum Selbstverständnis der EU passen oder ob die Erweiterung zu einer "kulturellen Überdehnung" führt. Dieses Themas nehmen sich die Autoren des vorliegenden Buches an. Sie beschreiben - auf der Basis von Umfragedaten - die kulturellen Unterschiede zwischen den Alt-Mitgliedsstaaten und den Beitrittsländern. Dabei versuchen sie auch, die Unterschiede in den Wertorientierungen der Bürger zu erklären.

Zu den Autoren: Professor Dr. Jürgen Gerhards ist Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin. Michael Hölscher ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig.

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VS Verlag für Sozialwissenschaften
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4.Biller-Andorno, Nikola; Jakovljevic, Anna-Karina; Landfester, Katharina; Lee-Kirsch, Min Ae (Hrsg.): Karriere und Kind. Erfahrungsberichte von Wissenschaftlerinnen
Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2005, 328 S. ISBN 3-593-37713-6

Karriere mit Kindern: Was das für Frauen bedeuten kann, die sich im Wissenschaftsbetrieb behaupten wollen, davon erzählen in diesem Buch Akademikerinnen aus verschiedenen Disziplinen und in unterschiedlichen Stadien ihres Werdegangs. Sie schildern, wie sie Beruf und Elternschaft immer wieder aufs Neue verbinden, und lassen uns sowohl bittere als auch glückliche Momente in diesem Balanceakt miterleben. Die Beiträge skizzieren unterschiedliche Lebensmodelle, mit denen sich Frauen den besonderen Herausforderungen ihrer doppelten Beanspruchung stellen. Die Lektüre ist erhellend nicht nur für Frauen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, sondern auch für deren Partner und Familien - und letztlich für alle, die mit Wissenschafts-, Bildungs-und Familienpolitik zu tun haben. Gefördert wurde die Studie von der Stiftung in der Rubrik "Offen - für Außergewöhnliches".

Zu den Herausgeberinnen: Dr. Dr. Nikola Biller-Andorno lehrt und forscht als Professorin für Ethik in der Medizin an der Charité - Universitätsmedizin Berlin; sie ist seit 2001 Mitglied der Jungen Akademie Berlin. Anna-Karina Jakovljevic, M.A., ist Projektmitarbeiterin bei der Jungen Akademie und Lehrbeauftragte für das Fach Medizinethik an der Universität Göttingen. Dr. Katharina Landfester arbeitet als Professorin für Makromolekulare Chemie an der Universität Ulm und ist im Vorstand der Jungen Akademie Berlin. Dr. Min Ae Lee-Kirsch - seit 2002 Mitglied der Jungen Akademie - ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und am Institut für Klinische Genetik der Technischen Universität Dresden.

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Campus Verlag
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Daniela Chiantera
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5. Dane, Gesa: Zeter und Mordio! Vergewaltigung in Literatur und Recht.
Göttingen: Wallstein Verlag, 2005, 312 S. ISBN 3-89244-861-2

Vergewaltigung gilt wie Raub, Mord und Totschlag - auch wenn es die verhängten Strafen bei einer Verurteilung nicht immer erkennen lassen - seit alters her als schwere Straftat. Welcher erzwungene Beischlaf allerdings jeweils als Verbrechen zu qualifizieren war und unter welchen Bedingungen diese Tat sanktioniert werden konnte, erschließt sich erst im Kontext der Rechtsnormen einer Zeit. Die Untersuchung von Gesa Dane rekonstruiert die Strafrechtsgeschichte dieses Verbrechens, um vor deren Hintergrund literarische Texte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert zu deuten. Zwar werden Vergewaltigungen bis weit in das 20. Jahrhundert hinein nie direkt geschildert, doch gelingt der Verfasserin mit Hilfe einer umsichtigen kulturhistorischen Spurensuche der Nachweis, dass die Texte selbst letztlich nie im Ungewissen lassen, ob es sich nach zeitgenössischen Vorstellungen um erzwungenen Beischlaf oder um Verführung handelt. In dieser Hinsicht werden Texte unter anderem von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen, Daniel Casper von Lohenstein, Calderón de la Barca, Samuel Richardson, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist, Thomas Hardy, Ida Gräfin von Hahn-Hahn bis hin zu Inka Parei und Karen Duve neu gedeutet und zum Sprechen gebracht. Gefördert wurde dieses Buch in der Initiative "Recht und Verhalten".

Die Autorin Dr. Gesa Dane ist am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen tätig.

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Wallstein Verlag
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Monika Meffert
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6.Fähnders, Walter; Plath, Nils; Weber, Hendrik; Zahn, Inka (Hrsg.): Berlin, Paris, Moskau - Reiseliteratur und die Metropolen.
Bielefeld: Aisthesis Verlag, 2005, 289 S. ISBN 3-89528-487-4

Die Metropole ist im 20. Jahrhundert zentraler Ort für Fremdwahrnehmungen und Selbstreflexion. In diesem Sammelband suchen die Autoren in vierzehn Beiträgen nach Perspektiven auf das "Andere" und "Fremde" in der Reiseliteratur. Dabei fragen sie nach den Bedingungen für das Entstehen und die Verwendung jener Stereotypen und Sichtweisen, die das Bild der drei untersuchten Metropolen bestimmt haben - und womöglich noch heute mitbestimmen: Paris als die "gewesene Hauptstadt des 19. Jahrhunderts" (Walter Benjamin), Berlin als die in der kurzen Gegenwart der Zwischenkriegszeit "modernste" Stadt des alten Kontinents, Moskau als Sinnbild einer sich im Umbruch befindlichen "roten Utopie". Die VolkswagenStiftung hat den Sammelband ebenfalls im Rahmen ihrer Initiative zu den "Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" gefördert.

Zu den Herausgebern: Walter Fähnders ist außerplanmäßiger Professor für Neuere Germanistik an der Universität Osnabrück. Hendrik Weber ist Literaturwissenschaftler und Lehrbeauftragter an der Universität Osnabrück, Nils Plath Literaturwissenschaftler und Lehrbeauftragter für Textgestaltung an der Fachhochschule Münster am Fachbereich Design. Die Kulturwissenschaftlerin Inka Zahn studierte Europäische Studien mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung an der Universität Osnabrück und am University College Dublin.

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7.Stockhammer, Robert: Ruanda. Über einen anderen Genozid schreiben.
Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2005. 187 S. ISBN 3-518-12398-X

In Ruanda wurden 1994 mindestens 800.000 Menschen ermordet. Im vorliegenden Essay stellt sich Robert Stockhammer den Aporien der Genozidbeschreibung. Diese rühren aus der Einsicht, dass es ebenso problematisch ist, den ruandischen Völkermord mit der Shoah zu vergleichen, wie es problematisch ist, solche Vergleiche kategorisch vermeiden zu wollen. Stattdessen lotet er am Beispiel dieses "anderen" Genozids den Vergleichsdruck aus, der auf dem Schreiben über Völkermorde lastet. Er untersucht Bücher, die Afrikaner und Europäer seither über den Völkermord in Ruanda verfasst haben, darunter sowohl literarische Texte als auch Zeugnisse von Überlebenden und Reportagen. Ihm gelingt es, vieler bis in die deutsche Kolonialzeit zurückreichender Stereotypen habhaft zu werden. Letztlich liefert Stockhammer wichtige Reflexionen zur Beschreibbarkeit des Unbeschreibbaren. Die VolkswagenStiftung hat die Untersuchung in ihrer Initiative zum "Fremden und Eigenen" gefördert.

Der Autor Privatdozent Dr. Robert Stockhammer arbeitet am Zentrum für Literaturforschung in Berlin und lehrt am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin.

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Suhrkamp Verlag
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Jutta Ziegler
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Fax: 069 75601 282
E-Mail: ziegler@suhrkamp.de

8.Arndt, Susan; Hornscheidt, Antje (Hrsg.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk.
Münster: Unrast-Verlag, 2004, 266 S. ISBN 3-89771-424-8

Zentrales Anliegen dieses Buches ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Rassismus und Sprache eng miteinander verknüpft sind. Viele heute gebräuchliche Begriffe haben eine kolonialistisch geprägte, rassistisch wirkende Bedeutungsgeschichte, die zumindest unterschwellig auch zum Ausdruck kommt. Anliegen des Buches ist es aufzuzeigen, wie Begriffe zu Afrika im weitesten Sinne rassistisch gebraucht und welche Konzepte mit deren Benutzung transportiert werden. Das Buch soll gerade auch jene Menschen zum Nachdenken anregen, die überzeugt sind, längst reflektiert zu sprechen. Vielen ist nicht bewusst, dass Begriffe wie "Mischling", "Schwarzer Kontinent", "primitiv" oder "Häuptling" diskriminierenden Inhalts sind. Im Hauptteil des Buches können kolonial und rassistisch geprägte Begriffe nachgeschlagen werden, mit denen der afrikanische Kontinent und "Schwarze" bezeichnet werden. In ergänzenden Beiträgen diskutieren die Autorinnen die Wechselwirkung von Rassismus und Sprache; auch wird über die exemplarische Analyse eines Zeitungsartikels vorgeführt, wie sich unabhängig von rassistischen Begriffen der rassistische Diskurs sprachlich manifestiert. Die VolkswagenStiftung hat die Studie ebenfalls in ihrer Initiative zum "Fremden und Eigenen" gefördert.

Zu den Herausgeberinnen: Dr. Susan Arndt ist Mitarbeiterin am Zentrum für Literaturforschung in Berlin, Dr. Antje Hornscheidt wissenschaftliche Assistentin für Linguistik am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin.
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Unrast e.V.

Postfach 8020
48043 Münster
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VolkswagenStiftung
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Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
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Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse05/12082005.pdf

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