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Damit Wettbewerb möglich bleibt

18.08.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neu an der Universität Jena: Prof. Torsten Körber hat Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Kartellrecht, Handels-, Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht inne Jena (18.08.05) "Die EU-Kommission hat ein Bußgeld in Höhe von 497,2 Millionen Euro gegen Microsoft verhängt", diese Schlagzeile machte im Frühjahr 2004 Furore, nicht nur wegen des berühmten Unternehmens, sondern auch die Summe war sensationell. Es war die höchste Strafe, die die Wettbewerbshüter der Europäischen Union (EU) jemals gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt hatten. Prof. Dr. Torsten Körber, der neue Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht an der Universität Jena, hat den Fall aufmerksam verfolgt, denn Kartell-, Handels-, und Wirtschaftsrecht sind seine Spezialgebiete. Körbers Ansicht nach ist der Softwareriese zu Unrecht zur Kasse gebeten worden. "Es ist gut, dass die EU-Kommission ein waches Auge auf Quasi-Monopolisten wie Microsoft wirft. Aber hier ist sie über ihr Ziel hinausgeschossen. Auch Großunternehmen müssen das Recht haben, ihre Produkte weiterzuentwickeln, wie Microsoft das durch Integration von Internet Explorer und Media Player in Windows getan hat", erläutert Prof. Körber.

Der Fall Microsoft ist für den neuen Rechtswissenschaftler der Uni Jena aber nicht nur wegen des kniffeligen wettbewerbsrechtlichen Problems interessant, sondern spricht auch den Computerliebhaber an, der vor dem Jura-Studium für Computerverlage schrieb und drei Computer-Handbücher veröffentlichte. Noch heute betreibt der Jurist in seiner Freizeit eine Website für DVD-Technik. Obwohl er mit Journalistik geliebäugelt hatte, entschied sich der gebürtige Hannoveraner für ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Neben seinem Studium an der Universität Göttingen engagierte sich Körber in der Fachschaft, wo er u. a. für den zusätzlichen Freiversuch im ersten Staatsexamen, den so genannten "Freischuss", kämpfte. Zudem war er im niedersächsischen Jugendpresseverband aktiv.

Nach dem ersten Staatsexamen (1991) ging der Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes an die University of California in Berkeley und erwarb dort 1993 den Titel "Master of Laws" (LL.M.). Noch in den USA begann Torsten Körber seine rechtsvergleichende Doktorarbeit über die "Konkurrentenklage im Fusionskontrollrecht" verschiedener Länder, die er 1996 in Göttingen abschloss. Dem Thema der Fusionskontrolle blieb der Jurist treu, momentan kommentiert er die neue EU-Fusionskontrollverordnung, die sich mit der staatlichen Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen durch Fusionen oder Übernahmen befasst.

Weitere Forschungsschwerpunkte liegen auf dem deutschen, europäischen und internationalen Wirtschaftsrecht, insbesondere auf dem Gesellschafts- und Kapitalrecht und dem europäischen Privatrecht. So hat sich Körber in seiner Habilitation (2003) mit dem Einfluss der Grundfreiheiten des EG-Vertrags auf das deutsche Privatrecht beschäftigt. Fragen der Regulierung des Telekommunikations- und Energiemarktes stehen ebenfalls auf Körbers Agenda. Mit diesen Themen verstärkt er den Wirtschaftsrechtlichen Schwerpunkt der Juristischen Fakultät in Jena. Auch bei den Wirtschaftswissenschaftlern und Informatikern findet der Jurist Anknüpfungspunkte. "Die Vorraussetzungen für interdisziplinäre Projekte sind in Jena gut", sagt Körber über seine neue Wirkungsstätte. Bevor er den Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität annahm, war er an den Universitäten Halle, Göttingen, an der Technischen Universität Dresden und an der Universität Düsseldorf tätig.


Kontakt:
Prof. Dr. Torsten Körber
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942100
E-Mail: torsten.koerber@uni-jena.de

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