Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 24. Juli 2019 

LICOM startete 138 Projekte - 5,5 Mio. Euro Umsatz

23.08.2005 - (idw) Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft e.V. (HSG IMIT)

Villingen-Schwenningen, 23. August 2005 - LICOM, das vom HSG-IMIT gegründete Liquid Handling Competence Centre, zog jetzt eine erfolgreiche Zwischenbilanz. Im Jahr 2000 im Rahmen des EU-Förderprogramms Europractice gestartet, hat das Beratungszentrum allein innerhalb der vergangenen zwei Jahre 138 Projekte der Mikrofluidik angestoßen und 5,5 Mio. Euro bewegt. Nach der Förderphase wird LICOM als europäisches Netzwerk weiterarbeiten. Die EU-Kommmission hatte das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT) in Villingen-Schwenningen seinerzeit mit dem Aufbau von LICOM betraut. Hauptaufgabe von LICOM ist der Technologietransfer von der Forschung zur Industrie. In der ersten Phase ging es vor allem darum, das Wissen über Mikrofluidik in Europa zu erkunden und zu bündeln. Das HSG-IMIT leistete hier wertvolle Grundlagenarbeit. In der zweiten Phase seit 2003 bildete sich ein europäisches Netzwerk für die Verbreitung und industrielle Anwendung der Technologie.

Bei der Mikrofluidik geht es um die technische Handhabung kleinster Flüssigkeitsmengen (Mikro-/Nanoliter und weniger) in der Medizin- und Umwelttechnik, Gen- und Pharmaforschung, in Tintenstrahldruckern, Kleinstreaktoren oder Brennstoffzellen und vielen anderen Anwendungen. Ein Beispiel: Das inzwischen vielfach bekannt gewordene "Labor auf dem Chip" ließe sich ohne die Verfahren der Mikrofluidik nicht herstellen. Die Mikrofluidik gilt als Schlüsseltechnologie für viele Anwendungsfelder und neue Wachstumsmärkte zum Beispiel in der Biotechnologie.

Zu den Partnern des LICOM Konsortiums gehören heute neben dem HSG-IMIT das Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg (IMTEK), das Biotechnologie Zentrum der Cranfield Universität in Silsoe (England) und das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik CSEM in Neuchâtel.

Zusammen mit zumeist mittelständischen Unternehmen gelang es ihnen in den vergangenen zwei Jahren, 138 Innovationsprojekte mit einem Volumen von 5,5 Mio. Euro anzustoßen. Das ist neunmal mehr als der Förderbeitrag der EU-Kommission. Die Projekte selbst wurden von den beteiligten Firmen finanziert.

138 Projekte - 4 neue Produkte - 3 Firmengründungen

Schon vier der 138 Entwicklungsvorhaben führten zur Markteinführung ganz neuer Produkte. Außerdem entstanden aus den LICOM-Aktivitäten drei Firmengründungen. "Die Ergebnisse zeigen, dass die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene nicht nur die Forschung stimulieren und eine bessere Wissensbasis bilden kann, sondern relativ schnell zu konkreten Innovationen, neuen Produkten und zur Lösung von Problemen der Industrie führen kann", so das Fazit von Prof. Dr.-Ing. Roland Zengerle, Institutsleiter am HSG-IMIT und stellvertretender Leiter des LICOM-Partners IMTEK.

"Neben diesen positiven Folgen konnte das LICOM Netzwerk auch Hindernisse für den kommerziellen Erfolg der Mikrofluidik aufdecken. Aufgrund der unüberschaubar vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten erscheint es fast unmöglich, Standards und Normen für die Mikrofluidik festzulegen. Dadurch fällt es noch schwer, Serienproduktionen zu planen", erläutert Dr. Stephan Messner, LICOM-Projektkoordinator und Leiter Mikrofluidik am HSG-IMIT. Nachteilig ist auch, dass es nach wie vor an Lieferanten mangelt, die mikrofluidische Komponenten und Systeme in größeren Stückzahlen herstellen können.

Erst wenn Angebot und Nachfrage wachsen, werden die Entwicklungs- und Herstellungskosten sinken und die vielen innovativen Ideen leichter umsetzbar sein. Hauptaufgabe in der Zukunft ist es daher, die Akzeptanz der Mikrofluidik weiter zu steigern und die ersten Ansätze kommerzieller Erfolge zu vermehren, so die Bilanz des LICOM Netzwerks. Daher wollen die Partner auch nach dem Ende der EU-Förderperiode weitermachen und den interessierten Unternehmen mit ihrem gebündelten Know how zur Verfügung stehen.


Erfolgreicher Transfer von Wissen und Technologie

LICOM hat sich als ein effizientes internationales Netzwerk erwiesen, das in der Lage ist, nützliche Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer aufzbauen. So das Fazit der Partner bei einer Abschlusspräsentation kürzlich in Brüssel.

Als besonders hilfreich erwies sich das gemeinsame Internetportal www.licom.net mit seinen Nachrichten über jüngste Errungenschaften der Mikrofluidik, Zusammenfassungen wichtiger Veröffentlichungen und einer Fachdatenbank. Hier bekommen Mikrofluidikexperten aus der Wissenschaft, Studierende und Entwicklungsingenieure aus der Industrie einen schnellen Überblick über die Technologie, ihre Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten. Ebenso können sie über www.licom.net Kontakte zu den vier Partnern Cranfield, CSEM, HSG-IMIT und IMTEK knüpfen.

Kontakt für fachliche Fragen:

HSG-IMIT: Dr. Stephan Messner, Leiter Mikrofluidik,
Telefon: +49 (0)7721 943 243, E-Mail: stephan.messner@hsg-imit.de
IMTEK: Prof. Dr. Roland Zengerle, Lehrstuhl für Anwendungsentwicklung
Telefon: +49 (0)761 203 7476, E-Mail: zengerle@imtek.de
Cranfield University: Dr. Jeff Newman, Consultant
Telefon: +44 (1525) 863511, E-Mail: j.d.newman@cranfield.ac.uk
CSEM: Jean-Pierre Dan, Senior Manager Marketing and Sales
Telefon: +41 (0)32 720 5446, E-Mail: jpd@csem.ch

Pressekontakt:

Peter Josef Jeuk, Leiter Marketing HSG-IMIT
Telefon: +49 (0)7721 943 254, E-Mail: peter.jeuk@hsg-imit.de

HSG- IMIT
Das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT) in Villingen-Schwenningen zählt seit der Gründung im Jahr 1987 zu den führenden Forschungs- und Entwicklungsdienstleistern für die Mikrosystemtechnik. Der Schwerpunkt liegt auf industrienaher, anwendungsorientierter Entwicklung in der Mikrofluidik, Sensorik und Informationstechnik. Die Labors und der 600 m2 große Reinraum sind entsprechend hochwertig ausgestattet und erlauben die Realisierung von Prototypen und Kleinserien. Als Wegbereiter für die Mikrosystemtechnik bietet das HSG-IMIT darüber hinaus spezifische Beratungen und Dienstleistungen, die Durchführung von Verbundforschungsprojekten, technologische und wissensbasierte Unterstützung für Unternehmen, Trainings, Machbarkeitsstudien, Simulationsberechnungen und vieles mehr an. In Zusammenarbeit mit Industriepartnern betreut das HSG-IMIT Produktentwicklungen von der Idee bis zur Serienfertigung. Das Institut beschäftigt rund 65 Fachkräfte und verfügt über eine Budget von jährlich rund 6 Mio. Euro. Das HSG-IMIT zählt zu den ersten Instituten im Bereich der Industrieforschung, die ein prozessorientiertes Qualitätsmanagementsystem gemäss ISO 9001:2000 eingeführt haben. Weitere Informationen im Internet unter der Adresse www.hsg-imit.de.


IMTEK
Das Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg besteht seit 1995 und ist zu einer der weltweit führenden akademischen Forschungseinrichtungen ihres Fachgebiets herangewachsen. Mit 18 Lehrstühlen und mehr als 200 Mitarbeitern im Bereich der Forschung deckt das IMTEK nahezu alle technischen Felder ab, die für die interdisziplinäre Mikrosystemtechnik relevant sind. Zur technischen Infrastruktur zählen Labors für Mikrotechnologien, Chemie und Elektronik sowie ein 600 m2 großer, hochmoderner Reinraum. Das Institut konzentriert sich auf anwendungsorientierte Themen wie Sensoren, Aktoren, Mikrooptik, Mikrofluidik, MEMS und VLSI Konstruktion. Ebenso stehen Prozesse und Herstellungsverfahren im Mittelpunkt wie die Aufbau- und Verbindungstechnik, Oberflächen- und Schnittstellentechnik oder die Mikrostrukturierung von Silizium, Kunststoff, Keramik und Metall. Das IMTEK arbeitet eng mit nationalen und internationalen High tech Unternehmen zusammen und kann Ergebnisse aus der Forschung direkt in neue, marktreife Produkte transferieren. Weitere Informationen im Internet unter www.imtek.de.


Cranfield University
Die Cranfield University in Silsoe (England) sieht sich als Kompetenzzentrum und Vermittler von Aktivitäten in den Bereichen Umwelttechnologie und Life Sciences. Die Hochschule hat einen großartigen Ruf besonders im Bereich der Analyse und des Managements von Schätzen und Ressourcen der Natur aufgebaut. Der Erfolg basiert auf exzellenter Wissenschaft sowie sehr enger Partnerschaft mit der Indstrie und staatlichen Einrichtungen. Durch Auftragsforschung und Beratungsaktivitäten ist die Cranfield University immer nah dran an den aktuellen Bedürfnissen von Industrie und Organisationen und versteht es daher, innovative Produkte für die jeweiligen Anwendungsgebiete zu entwickeln sowie bei Forschung und Entwicklung ständig an der Spitze zu liegen. Das Cranfield Biotechnology Centre (CBC), ebenfalls in Silsoe angesiedelt, ist ein internationales Kompetenzzentrum für Biotechnologie, das Aufbaustudiengänge und industrieorientierte Forschung in diesem Fachgebiet anbietet. Es zählt zu den bekanntesten Einrichtungen für die Entwicklung von Diagnosesystemen für Biomedizin, Verteidigung, Umwelt- und Lebensmittelüberwachung. Das CBC wendet die Mikrofluidik unter anderem zu Herstellung von Analysemustern und miniaturisierten Biosensoren an. Weitere Informationen im Internet unter www.cranfield.ac.uk/biotech.


CSEM
Das CSEM, Centre Suisse d' Electronique et de Microtechnique (Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik), bildet in Neuchâtel ein bedeutendes Schweizer Entwicklungszentrum für die Mikrosystemtechnik. Es entstand 1984 als private Forschungs- und Entwicklungseinrichtung und hat sich auf Mikrotechnologie, Nanotechnologie, Mikroelektronik, Systementwicklung und Kommunikationstechnologien spezialisiert. Es bietet seinen Kunden und Industriepartnern maßgeschneiderte Innovationen auf der Basis seiner speziellen Erfahrungen in der Anwendungsforschung an. Darüber hinaus engagiert sich das CSEM als Inkubator für die Gründung neuer Unternehmen, um die Schweiz als Industriestandort zu fördern. Bis heute hat das CSEM schon 21 neue Firmen hervorgebracht. Rund 250 hoch qualifizierte Spezialisten verschiedener wissenschaftlicher und technischer Disziplinen arbeiten für das CSEM in Neuchâtel und in zwei regionalen Instituten in Zürich und Alpnach. Sie kommen aus mehr als 20 Ländern und sind der wichtigste Faktor für die Kreativität, Dynamik und das Innovationspotenzial des CSEM. Weiter Informationen im Internet unter www.csem.ch.

Weitere Informationen: http://www.licom.net http://www.hsg-imit.de http://www.imtek.de http://www.cranfield.ac.uk/biotech http://www.csem.ch
uniprotokolle > Nachrichten > LICOM startete 138 Projekte - 5,5 Mio. Euro Umsatz
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/104564/">LICOM startete 138 Projekte - 5,5 Mio. Euro Umsatz </a>