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Alle Kräfte im Kampf gegen den Brustkrebs bündeln

24.08.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Interdisziplinäres Brustzentrum des Universitätsklinikums zertifiziert / Gütesiegel belegt hohe Qualität (Jena) Mit der Verleihung eines Gütesiegels für hohe Versorgungsqualität ist jetzt das Zertifizierungsverfahren des interdisziplinären Brustzentrums am Universitätsklinikum Jena (UKJ) erfolgreich abgeschlossen worden. Das Zertifikat bescheinigt dem Zentrum die Erfüllung der fachlichen Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) bei der fachübergreifenden Versorgung von Brustkrebspatientinnen und damit eine den modernsten Erkenntnissen folgende Diagnose und Behandlung der lebensbedrohlichen Krankheit.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Zusammenarbeit aller an der Diagnose und Therapie beteiligten Disziplinen, um den Patientinnen eine schnelle und umfassende Betreuung zu gewährleisten. Im Brustzentrum arbeiten dafür Vertreter aus sieben Fachdisziplinen zusammen - Radiologen, Onkologen, Gynäkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen aber auch Humangenetiker und Psychologen sind hier unter einem Dach vereint und können so alle Kräfte im Kampf gegen den Brustkrebs bündeln.

Beste Bedingungen in neuen Räumen

Seit dem kürzlich erfolgten Umzug des Jenaer Brustzentrums in neue Räume in der Bachstraße konnten hierfür auch hervorragende räumliche Bedingungen geschaffen werden: Auf den umgebauten zwei Etagen der ehemaligen Neurochirurgie finden die betroffenen Frauen nicht nur alle Fachärzte und die Tagesklinik mit 15 Plätzen vor, sondern auch unterstützende Angebote wie Physiotherapie, Schmerzambulanz, eine psycho-onkologische Beratung und die Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs".

"Für die Patientinnen haben wir so optimale Bedingungen geschaffen", ist Oberarzt Dr. Oumar Camara, Koordinator des Brustzentrums, überzeugt. "Bei einem einzigen Besuch können alle wichtigen Experten aufgesucht und die nötigen diagnostischen Prozeduren vorgenommen werden." Dafür verfügt das Brustzentrum über alle relevanten Diagnostik-Geräte vom Ultraschall über die Mammographie bis hin zum Magnet-Resonanz-Tomographen. Auch Gewebeproben werden hier mit den Mitteln der Mikrochirurgie ambulant entnommen und schnellstens untersucht. Spätestens nach zwei Tagen liegen die Befunde vor, so dass eine Empfehlung zur weiteren Therapie erfolgen kann. Diese kurzen Zeiten und Wege sind ein weiteres Kriterium für die Vergabe des Qualitätssiegels für Brustzentren. "Wir können jeder Patientin innerhalb einer Woche einen Termin anbieten, bei abklärungsbedürftigen Befunden sogar sofort", erläutert OA Camara die Verbesserungen für die Patientinnen.

Forschung und modernste Therapie im Dienste der Patientinnen

Die schnelle Klärung ist für die oft besorgten und beunruhigten Frauen nicht nur psychologisch wichtig, sondern auch für die Heilungschancen der mit jährlich 47.000 Neuerkrankungen in Deutschland häufigsten Krebserkrankung bei Frauen. In Thüringen müssen sich rund 7.000 Frauen aufgrund der Diagnose Brustkrebs behandeln lassen, ca. 1.400 erkranken jedes Jahr neu - Tendenz steigend. Hier rechtzeitig und mit den modernsten Möglichkeiten der Medizin helfen zu können, ist Anliegen des interdisziplinären Brustzentrums als zentrale Anlaufstelle für Patientinnen und Ärzte. Das Jenaer Zentrum beteiligt sich daher intensiv an den laufenden Forschungen zu innovativen Behandlungsmethoden des Brustkrebses. "Derzeit laufen bei uns zehn Studien, mit denen fast jede denkbare Brustkrebs-Erkrankung erfasst werden kann", so Oberarzt Camara. "Beispielsweise forschen wir an der Behandlung sehr kleiner Tumoren mit Hilfe der Kryotherapie, bei der das Tumorgewebe faktisch vereist und dadurch abgetötet wird." Wie diese befassen sich auch andere Ansätze, neben der Suche nach wirksamen Therapien, mit der Möglichkeit, die Brust trotz erfolgreicher Behandlung zu erhalten und Chemo- oder Strahlentherapien so schonend wie möglich durchzuführen. Um letztere auch teilstationär durchführen zu können, sind jetzt in den neuen Räumen der Tagesklinik im Brustzentrum ebenfalls optimale Bedingungen geschaffen worden.

"Das Universitätsklinikum ist sich seiner besonderen Verantwortung bei dieser leider häufigen, im Frühstadium aber heilbaren Krebserkrankung der Frau sehr wohl bewusst", betont der Ärztliche Direktor des UKJ, Prof. Dr. Klaus Höffken. "Deshalb haben wir auch die außergewöhnlichen Investitionen für die Einrichtung des Brustzentrums vorgenommen, um unseren Patientinnen eine ganzheitliche Betreuung in einer ruhigen Umgebung zu gewährleisten", stellt Prof. Höffken nicht ohne Zufriedenheit fest.


Von diesen und allen anderen Neuerungen können sich die Jenaer und Besucher demnächst selbst vor Ort überzeugen: Am 10. September öffnet das Jenaer Brustzentrum anlässlich der offiziellen Einweihung von 10.00 bis 12.00 Uhr allen Interessierten seine Türen und gewährt Einblick in alle Bereiche des interdisziplinären Zentrums.


Interdisziplinäres Brustzentrum des Universitätsklinikums Jena
Bachstraße 18, 07743 Jena

Öffnungszeiten:
Mo - Fr 7:30 Uhr - 16:00 Uhr
Tel.: 03641/933205

Tag der offenen Tür im Interdisziplinären Brustzentrum
10. September 2005
10.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Ansprechpartner:
OA Dr. Oumar Camara
Koordinator Interdisziplinäres Brustzentrum, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/933063
E-Mail: oumar.camara@med.uni-jena.de

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