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Viele Fusionen scheitern am Aufeinandertreffen der Kulturen

10.12.2002 - (idw) Bertelsmann Stiftung

Experten-Gespräch der Bertelsmann Stiftung zur Unternehmenskultur

Gütersloh, 10. Dezember 2002. Etwa die Hälfte aller Fusionen scheitert. In 70 Prozent dieser Fälle ist der Grund das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen. Das ist eines der Ergeb­nisse einer internationalen Expertenrunde. Auf einem Symposium der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh diskutierten Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft die Risiken und Chancen länderübergreifender Geschäfte. Weltweit gibt es etwa 65.000 transnationale Unternehmen mit etwa 850.000 Tochtergesellschaften und 54 Millionen Mitarbeitern. Die kulturellen Un­terschiede äußern sich beispielsweise in verschiedenen Arbeitsstilen und -gewohnheiten der Mitarbeiter. Weitere Beispiele sind unterschiedliche Auffassungen von Führung und Entscheidungsbeteiligung. "Dass ein so großer Teil gescheiterter Fusionen auf die Unvereinbar­keit, mangelnde Respektierung oder unsachgemäße Zusammenführung von Unternehmens­kulturen zurückzuführen ist, sollte ein wichtiges Alarmsignal für die Verantwortlichen sein", sagt Liz Mohn, Präsidiumsmitglied der Bertelsmann Stiftung.

Mit der Öffnung der Märkte ist grenzüberschreitendes wirtschaftliches Handeln immer selbst­verständlicher geworden. Global tätige Unternehmen sehen sich bei Fusionen, Firmenüber­nahmen oder Neugründungen mit Auslandsbezug regelmäßig unterschiedlichen Landes- und Unternehmenskulturen gegenüber. Kulturelle Unterschiede können aber auch einen Mehrwert erzeugen. "Dabei sollte nicht eine Kultur der anderen übergestülpt oder die Kulturen zwang­haft harmonisiert werden", sagt Prof. Wolfgang Dorow von der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder. Wichtig sei, die unterschiedlichen Kulturen sinnvoll in Einklang zu bringen: "So kann die kulturelle Vielfalt auch zum Erfolg eines Unternehmens beitragen."

Die Bertelsmann Stiftung hat ein Projekt zum Thema "Unternehmenskulturen in globaler In­teraktion" ins Leben gerufen. Anhand eines Fragebogens sollen Fallstudien in verschiedenen globalen Unternehmen durchgeführt werden. Die Umfrage soll einen Vergleich verschiedener Möglichkeiten interkulturellen Managements ermöglichen. In Zusammenarbeit mit einem internationalen wissenschaftlichen Expertenteam und Unternehmensvertretern sollen Strate­gien kultureller Anpassung anhand ihrer Wirtschaftlichkeit und sozialen Auswirkung (Mitar­beiterzufriedenheit und gesellschaftliche Verträglichkeit) analysiert werden.

Ziel des Projekts ist es, die entwickelten Lösungen in Form eines Leitfadens für das Manage­ment global tätiger Unternehmen zusammenzufassen und damit eine Orientierungshilfe für interkulturell erfolgreiches Management zu geben. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet in dem Projekt mit einem international besetzten Expertenteam unter der Federführung von Prof. Wolfgang Dorow zusammen.


Rückfragen an: Prof. Wolfgang Dorow, Europa-Universität Viadrina,
Telefon: 0 335 / 55 34 2551 oder 0 30 / 302 44 64

Martin Spilker, Bertelsmann Stiftung,
Telefon: 0 52 41 / 80-40 283
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