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Deutscher Wissenschafter: Moderne Medikamenten-beschichtete Stents leistbar, wenn sie differenziert eingesetzt werden

06.09.2005 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Europäischer Kardiologenkongress (ESC) in Stockholm (2.-6. September 2005)

Neue Medikamenten-beschichtete Gefäßstützen, so genannte "drug eluting stents" (DES), ersetzen immer mehr die herkömmlichen Metallgitter bei der Behandlung von Gefäßverengungen, denn sie senken das Risiko neuerlicher Gefäßverschlüsse spürbar. Doch weil DES auch deutlich teurer als nichtbeschichtete Metallstents sind, sollten sie differenziert eingesetzt werden, um sie nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch optimal zu nutzen, forderte beim Europäischen Kardiologenkongress ESC in Stockholm der deutsche Herzexperte Dr. Ulrich Dietz, Wiesbaden. "Besonders Patienten mit kleinen Gefäßen und sehr komplexen Gefäßschäden profitieren von DES", so Dr. Dietz. "Der differenzierte Einsatz von beschichteten und herkömmlichen Stents, wie er in vielen Katheterlaboren in Deutschland praktiziert wird, scheint sinnvoll", erteilt er der gelegentlich erhobenen Forderung eine Absage, möglichst bei allen Patienten routinemäßig DES einzusetzen.
Dr. Dietz und seine Kollegen untersuchten 200 Patienten, bei denen eine koronare Intervention mit Stent-Implantation durchgeführt wurde. Patienten, bei denen das zu behandelnde Blutgefäß einen Durchmesser von mehr als 2,7 Millimeter aufwies und die verengte Stelle eine Länge von weniger als zehn Millimeter hatte, wurden mit einem kurzen, herkömmlichen Metallstent behandelt, alle anderen mit DES. Die so genannte Restenose-Rate, also die Häufigkeit einer neuerlichen Gefäßeinengung, lag insgesamt bei 8,4 Prozent, wobei die Wiederverschlüsse bei herkömmlichen Stents bei 9,8 und bei DES bei 4,8 Prozent lagen.
"Bei rund zwei Drittel aller koronaren Interventionen mit Indikation zur Stent-Implantation ist die Verwendung eines kurzen Stents für den Behandlungserfolg ausreichend und mit einer niedrigen Restenoserate verbunden, nämlich bei der Behandlung von Gefäßen mit einem Durchmesser von mehr als 2,7 Millimetern", kommentierte Dr. Dietz die Ergebnisse seiner Untersuchung. "Die differenzierte Verwendung von kurzen DES oder herkömmlichen Stents ergibt ein akzeptables Langzeitergebnis für alle behandelten Koronarstenosen - bei deutlich geringeren Behandlungskosten gegenüber der routinemäßigen Anwendung von DES."

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der DGK (Berlin)
Christiane Limberg, Pressereferentin der DGK (Düsseldorf)
B&K, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung (Wien); (0043-1) 3194378-18; bettschart@bkkommunikation.at

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