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"Vor dem Untergang bewahrt": Ausstellung an der Partneruniversität Breslau

08.09.2005 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Restaurierte Renaissancebauten und Personalschriften: Im vergangenen Vierteljahrhundert führte die "Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg" zahlreiche Projekte zur Erhaltung von papierenen und steinernen Kulturdenkmälern in Schlesien durch. Vom 30. September bis zum 30. November 2005 stellt die "Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg" in der polnischen Partneruniversität Breslau ihre Projekte der vergangenen fast 25 Jahre vor. Der Schwerpunkt der Ausstellung unter dem Titel "Vor dem Untergang bewahrt - Projekte der Forschungsstelle für Personalschriften in Schlesien (1981-2005)" soll dabei auf Kulturdenkmälern liegen, die von der Forschungsstelle unter Leitung von Professor Dr. dr hab. Rudolf Lenz restauriert werden und wurden. Lenz widmet sich in seinen von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien geförderten Projekten insbesondere der Epoche der Frühen Neuzeit in den Jahren etwa zwischen 1550 und 1750.

Veranstalter der Ausstellung sind die Universität Breslau gemeinsam mit dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Breslau sowie die Philipps-Universität. Zur Begrüßung werden neben dem Rektor der Universität, Professor dr hab. Leszek Pacholski, auch der Generalkonsul Dr. Helmut Schöps sowie - in Vertretung des Präsidenten der Philipps-Universität, Professor Dr. Volker Nienhaus - der ehemalige Präsident der Philipps-Universität, Professor Dr. Dr. h.c. Werner Schaal, erwartet.

"Bei unseren im Jahr 1981 begonnenen Projekten der Restauration von Personalschriften wurden wir zunehmend auch auf den beklagenswerten Zustand vieler Kulturdenkmäler in Breslau und Niederschlesien aufmerksam", so Lenz über den neu hinzugekommenen Schwerpunkt seiner Arbeit. Seit 1997 führt die Forschungsstelle daher auch die Restaurierung zahlreicher Denkmäler durch, wie etwa die des Frührenaissanceportals und der Fassade des Palais, in dem der Breslauer Humanist Heinrich Rybisch (1485 bis 1544) lebte. Das kunsthistorisch bedeutende Denkmal dürfte "das schönste seiner Art nördlich der Alpen" sein, so Rudolf Lenz (siehe abgebildetes Plakat).

Zu weiteren Projekten gehört die Restaurierung des Epitaphs des Breslauer Stadtbaumeisters Christoph Hackner (1663 bis 1741), des ältesten erhaltenen Nepomuk-Denkmals aus dem Jahr 1716 in Breslau-Oswitz und die Restaurierung des Gemäldes "St. Anna Selbdritt" des schlesischen Barockmalers Franz Heigel (gestorben 1737).

Die 77 Bildtafeln umfassende Ausstellung im Oratorium Marianum des Hauptgebäudes der Universität Breslau wird zudem zahlreiche Projekte vorstellen, in deren Rahmen schlesische Personalschriften ermittelt und verfilmt wurden. Der Begriff der Personalschriften umfasst das gesamte Gebiet des personengebundenen Schrifttums wie etwa Leichenpredigten und Hochzeitsreden. Auch die Restaurierung der Kettenbibliothek des Schlosskirche zu Oels gehört zu Lenz' Projekten. Als Kettenbücher werden solche Bücher bezeichnet, die in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bibliotheken zum Schutz vor Diebstahl am Pult oder einer darüber laufenden Stange angekettet waren. Nur einige wenige solcher Bibliotheken in Europa sind vollständig erhalten.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 30. September 2005, um 17:00 Uhr ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Veranstaltungsort ist das Oratorium Marianum des Hauptgebäudes der Universität Breslau.

Kontakt:

Professor Dr. dr hab. Rudolf Lenz: Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg, Biegenstraße 36, 35037 Marburg, Tel.: (06421) 28 23800/23162, E-Mail: lenzs@staff.uni-marburg.de
Weitere Informationen: http://www.uni-marburg.de/zv/news/presse/2005_09_08_Breslau/einladbres.pdf Einladung zur Ausstellung http://www.uni-marburg.de/zv/news/presse/2005_09_08_Breslau/info_ausstellung.pdf Detailliertere Ausstellungsinformationen http://www.uni-marburg.de/fpmr Forschungsstelle für Personalschriften http://www.uni.wroc.pl Universität Breslau

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