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Der ITK-Forschungsstandort Deutschland

14.09.2005 - (idw) VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

Deutschland wird als Forschungs- und Technikstandort der Informations- und Telekommunikationstechnik derzeit auch hierzulande permanent unterschätzt. In verschiedenen Bereichen des Mobilfunks ist Deutschland in Europa jedoch führend: Wir haben eine der dichtesten Mobiltelefondurchdringungen der Welt- praktisch ein Mobiltelefon pro Einwohner. Wir sind Weltmeister im Versenden und Empfangen von SMS, ca. 50 Mrd. pro Jahr. Auch der Breitbandmobilfunk, angefangen mit UMTS und WLAN, setzt sich allmählich durch.

Seit Jahren fördert der BMBF kontinuierlich die Weiterentwicklung von Mobilfunksystemtechnik. So wurde die WiMax Technik seinerzeit beispielsweise unter der Bezeichnung HiperLAN2 entwickelt. Daher ist WiMax heute zu etwa 95 Prozent mit HiperLAN2 identisch. Weitere Ergebnisse dieser Forschungsförderung findet man in
- den Releases 4, 5 und 6 der 3GPP Standardisierung für UMTS, insbesondere den High Speed /Downlink Packet Access, der in der Nähe von UMTS Basisstationen Spitzenbitraten von 12 Mbit/s ermöglicht
- den neuen Konzepten für Nachfolgesysteme des 3G-Mobilfunk (B3G). Diese beruhen auf Breitbandkommunikation in zellularen Funksystemen mit zunächst 25 Mbit/s und später bis zu 1 Gbit/s,
- der Entwicklung von 1 Gbit/s Funkschnittstellen im BMBF-Fördervorhaben WIGWAM (Wireless Gigabit With Advanced Multimedia Support). Industrie und Hochschulen arbeiten hier sehr eng bei der Standardisierung des sogenannten IEEE Standards 802 zusammen.
- den Fortschritten der Mikrominiaturisierung von Bauteilen im Mobilfunk, die z.B. von Infineon und Philips angeboten werden.

Weitgehend unbekannt ist zudem, dass deutsche Firmen und Forschungseinrichtungen im Bereich Drahtlos- und Mobilkommunikation immer über die vergangenen zehn Jahre in der EU-Förderung die vordersten Plätze auf der Liste der Förderempfänger eingenommen haben: Sie haben sich damit aufgrund ihrer Kompetenz europaweit jeweils regelmäßig gegen zahlreiche Wettbewerber durchsetzen können.

Über die PIMRC 2005
Nach 15 Jahren findet die PIMRC auf Betreiben der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE in diesem Jahr erstmals in Deutschland statt. Wir sind gut beraten, solche hochkarätigen internationalen Symposien nach Deutschland zu ziehen und so zum internationalen Wissensstand nicht nur beizutragen, sondern auch davon zu profitieren. Alle wichtigen Player sind auf diesem Mobilfunk-Gipfel präsent: USA, Japan, Korea, China und natürlich die Europäer.

Das internationale Syposium PIMRC geht zurück auf einen erstmals 1989 mit der IEEE Communication Society (www.comsoc.org) in London durchgeführten Workshop mit damals 100 Teilnehmern zu Themen der mobilen Kommunikation. Heute ist die PIMRC eines der grossen `Schlachtschiffe´ des IEEE. Das 16. Internationale Syposium (www.PIMRC2005.org) findet in diesem Jahr erstmals in Deutschland statt. Gastgeber ist die ITG im VDE, die Berlin wegen seiner weltweiten Bekanntheit als Tagungsort ausgewählt hat. Die wissenschaftliche Tagungsleitung liegt beim Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der RWTH Aachen. Als Gold-Sponsoren konnten Vodafone und Qualcomm sowie als Bronze Sponsor Philips gewonnen werden. Die PIMRC ist keine produkt- oder vertriebsorientierte Veranstaltung, sondern sie dient dem Austausch des Wissenstandes der Fachleute und ist prägend für den Fortschritt der Wissenschaft im Mobilfunk. Als eine der wenigen Veranstaltungen bietet das Symposium ein Forum für Wissenschaft, Industrie und staatlichen Organisationen, zukünftige Trends der Mobilkommunikation zu analysieren und gegenüber einer kritischen Audienz zu vertreten. So bewirkt sie eine Harmonisierung in den Einschätzungen der technisch-wissenschaftlichen Möglichkeiten für zukünftige Mobilfunksysteme.

Der Programm-Marathon besteht aus nahezu 500 Vorträgen, mehr als 200 davon kommen aus Deutschland. Daneben gibt es am Sonntag Tutorien zur Weiterbildung von Industrie- und Hochschulingenieuren. In einer Serie von Panels diskutieren weltbekannte Experten aus Industrie, Forschung, Regulierung und Netzbetrieb zukünftige Trends - hier wird die "Meinung" über die zukünftige Entwicklung von Mobilfunksystemen "gemacht". In Berlin werden darüber hinaus in 24 so genannten `Eingeladenen Präsentationen´ (Invited Lectures), die von weltweit bekannten Experten gehalten werden allen Teilnehmern der Stand der Forschung in den jeweiligen Gebieten dargestellt. Den Hauptteil des Kongresses machen die in Berlin ablaufenden neun parallelen Sitzungsreihen aus, in denen im 15-Minuten-Takt, zuzüglich jeweils drei bis fünf Minuten Diskussion, neue, von Experten des PIMRC Programmausschusses in einem Review-Prozess mit mindestens drei Gutachten pro Papier empfohlene Beiträge vorgetragen werden. Und schließlich werden weitere Forschungsergebnisse, die zwar interessant sind, aber aufgrund der Begutachtung nicht als ausreichend wichtig für eine mündliche Präsentation bewertet wurden, in mehreren Poster Sessions präsentiert.


Dieses Schema läuft sei Jahren gleich ab und zieht inzwischen eine Teilnehmerschaft von 650 bis 700 Fachleuten an. Keine vergleichbare Veranstaltung weltweit erreicht dieses hohe technische und wissenschaftliche Niveau. Von den erwarteten rund 700 Teilnehmern werden voraussichtlich etwa 150 Experten aus allen Teilen der Bundesrepublik anreisen.

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