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Zum Tod von Professor Georg Fohrer

12.12.2002 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Am 4. Dezember 2002 ist Prof. D.Dr. Georg Fohrer, ehemaliger Ordinarius für Altes Testament an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, im Alter von 87 Jahren in Jerusalem gestorben.

Georg Fohrer wurde am 6.9.1915 in Krefeld in geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1934 bis 1938 Theologie und Vergleichende Religionswissenschaft in Marburg und Bonn. Nach seiner Promotion (1939 zum Dr. phil und 1944 zum Dr. theol.) und Habilitation (1949) war er an der Universität Marburg als Dozent tätig und wurde 1954 zum apl. Professor ernannt. Von 1954 bis 1962 lehrte er an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Im Jahre 1962 erreichte ihn der Ruf auf den Lehrstuhl für Altes Testament an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität, den er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1979 innehatte. Im Studienjahr 1964/65 war er Dekan der Theologischen Fakultät Erlangen.

Prof. Fohrer gehörte zu den Gelehrten, die die alttestamentliche Wissenschaft in den fünfziger bis siebziger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts mit ihren Forschungen nachhaltig beeinflußt und in der wissenschaftlichen Welt großes Ansehen erworben haben. Davon zeugen drei Ehrenpromotionen (Marburg, Aberdeen und St. Andrews) und zahlreiche Ehrenmitgliedschaften in wissenschaftlichen Gesellschaften. Sein beeindruckendes Werk umfaßt mehr als dreißig Bücher, über achtzig Aufsätze und über zweihundert Artikel in wissenschaftlichen Lexika. Unter ihnen sind insbesondere die Einleitung in das Alte Testament, die Geschichte der israelitischen Religion und der Kommentar zum Buche Hiob hervorzuheben. Seine Forschungen bezogen sich auf alle Teilbereiche der alttestamentlichen Wissenschaft. Daneben war Georg Fohrer als Herausgeber der Zürcher Bibelkommentare, der Theologischen Realenzyklopädie, vor allem aber als Herausgeber der 1881 gegründeten Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft und ihrer Beihefte tätig. Letzterer hat er nach der Beschädigung ihres Ansehens im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus wieder zu neuer internationaler Bedeutung verholfen. Als akademischer Lehrer hat er vor allem durch großes didaktisches Geschick bei vielen seiner Studenten die Liebe zum Alten Testament geweckt.

Nach seiner Pensionierung ist Georg Fohrer zum Judentum konvertiert und lebte bis zu seinem Tode in Jerusalem.
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