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IZA-Preis für Arbeitsökonomie an Dale Mortensen und Christopher Pissarides

28.09.2005 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Das eng mit der Universität Bonn kooperierende Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) verleiht seinen diesjährigen "IZA Prize in Labor Economics" an den amerikanischen Ökonomen Dale T. Mortensen und den zypriotisch-britischen Wirtschaftswissenschaftler Christopher A. Pissarides. Das gab IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann, der zugleich Professor für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität Bonn ist, heute bekannt. Gewürdigt werden damit die gemeinsamen Forschungsarbeiten beider Ökonomen zu Suchkosten und Anpassungsprozessen auf dem Arbeitsmarkt, die nicht zuletzt auch eine hohe Aktualität im Hinblick auf die gegenwärtigen Arbeitsmarktreformen in Deutschland haben. Mortensen lehrt an der amerikanischen Northwestern-Universität in Evanston/Illinois, Pissarides ist Professor an der London School of Economics. Die Analysen der beiden IZA-Preisträger führen zu einem besseren Verständnis des Verhaltens von Akteuren in Arbeitsmärkten, die durch technologischen Fortschritt und Globalisierung (also ein Auf und Ab von Arbeitsplatzabbau und -entstehung) geprägt sind. Wie auf anderen Märkten auch, müssen die Akteure des Arbeitsmarktes Zeit und Kosten - etwa für die Informationsbeschaffung oder die Bewerberauswahl - aufwenden, um ihren Partner zu finden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen also vor der Frage, wie intensiv sie suchen, wann sie mit der Suche aufhören, oder ob es sich lohnt, weiter nach einem Partner Ausschau zu halten, der möglicherweise eine noch größere "Passgenauigkeit" verspricht. Die Modelle von Mortensen und Pissarides machen deutlich, von welchen Faktoren die Entscheidungsfindung abhängt. Institutionen wie etwa die Arbeitslosenversicherung, Mindestlohnbestimmungen oder die aktive Arbeitsvermittlung spielen hier eine wesentliche Rolle. Wird beispielsweise die Bezugsdauer oder das Leistungsniveau der Arbeitslosenunterstützung gekürzt, so nimmt die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ab, weil die Betroffenen vor Ablauf der staatlichen Leistungen ihre Suchanstrengungen verstärken und ihre Ansprüche bei der Stellenwahl zurückschrauben. Gleichzeitig können Firmen in diesem Fall ihre offenen Stellen schneller besetzen, so dass die Kosten für einen vakanten Arbeitsplatz abnehmen und mehr Stellen ausgeschrieben werden.

Die Forschungsarbeiten von Dale Mortensen und Christopher Pissarides haben nicht nur den methodischen Fortschritt der Arbeitsökonomie geprägt. Sie bestätigen zugleich auch den Kurs der Hartz-Reformen der Bundesregierung, durch gezielte Verhaltensanreize, eine Politik des "Förderns und Forderns", aber auch durch eine effizientere, Suchkosten reduzierende Arbeitsvermittlung die Dauer der Arbeitslosigkeit zu verkürzen.

Der IZA Prize in Labor Economics ist mit 50.000 Euro dotiert und zählt zu den weltweit wichtigsten Auszeichnungen in den Wirtschaftswissenschaften. Die Festveranstaltung zur diesjährigen Preisverleihung findet am 24. Oktober vor geladenen Gästen in Berlin statt.

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