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Top-Ereignis der Organischen Chemie

06.10.2005 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Internationales Symposium des Sonderforschungsbereichs 380 Am 10. und 11. Oktober 2005 findet nach zwölf Jahren Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft das 9. und damit das letzte Symposium des Sonderfor-schungsbereichs (SFB) 380 statt, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Auf Einladung des SFB-Sprechers Professor Dieter Enders, Direktor des Instituts für Organische Chemie der RWTH, und seiner Kollegen werden zehn weltweit führende Professoren der Organischen Chemie nach Aachen zum Vortrag kommen. Mit 720 Teilnehmern aus über 25 Nationen sowie rund 250 Posterpräsentationen wird das RWTH-Symposium weltweit zum Top-Ereignis der Organischen Chemie in diesem Jahr.

Seit 1994 werden im Sonderforschungsbereich 380 "Asymmetrische Synthesen mit chemischen und biologischen Methoden" neue effiziente Methoden und praktikable Verfahren auf dem hochaktuellen Gebiet der Asymmetrischen Synthese entwickelt so-wie deren Anwendung in der Wirkstoffforschung.

Der tägliche Blick auf unser vertrautes Spiegelbild suggeriert dem unbeeinflussten Be- trachter die Identität von Bild und Spiegelbild. Für symmetrische Körper wie beispielsweise eine Kugel trifft dies natürlich zu. Ist jedoch eine Asymmetrie vorhanden, wie beim spiegelbildlichen Verhältnis der rechten und linken Hand, so zeigt es sich, dass dieser Schein trügt. Symmetrische Objekte können exakt übereinander gelegt werden, jedoch ist es für jeden Betrachter offensichtlich, dass dies bei den beiden Händen nicht möglich ist. Das Phänomen der Chiralität (Händigkeit) und damit das Auftreten von zueinander spiegelbildlichen Molekülen (Enantiomere) ist für alle lebenden Organismen von essentieller Bedeutung.

Insbesondere die Tatsache, dass die biologische Aktivität der beiden Enantiomere von Arznei- und Pflanzenschutzmitteln, Geschmacks- und Riechstoffen etc. in der Regel verschieden ist, macht die Herstellung enantiomerenreiner Wirkstoffe notwendig. So riecht beispielsweise die S-Form (S von lateinisch sinister, links) des Naturstoffs Limonen nach Zitronen und die spiegelbildliche R-Form (R von lateinisch rectus, rechts) nach Orangen. Man kann sich nun auch gut vorstellen, dass die unterschiedliche Wirkung von spiegel-bildlichen Molekülen nicht in allen Fällen ohne gravierende Folgen für einen Organismus ist. Somit ist die Untersuchung dieser molekularen Eigenschaft gerade für die Entwicklung neuer Arznei- und Pflanzenschutzmittel von besonderer Bedeutung.
Von den drei grundlegenden Möglichkeiten zur Darstellung reiner Enantiomere, der Trennung von 1:1-Gemischen spiegelbildlicher Verbindungen (Racematspaltung), der Verwendung von enantiomerenreinen Synthesebausteinen aus der Natur und der Asymmetrischen Synthese, ist letztere das eleganteste und nützlichste Verfahren.

Vor diesem Hintergrund fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft seit 1994 den Sonderforschungsbereich 380, in dem neue Methoden und praktikable Verfahren der asymmetrischen Synthese von Synthesebausteinen, Feinchemikalien sowie Natur- und Wirkstoffen entwickelt werden. In interdisziplinärer Kooperation der Schlüsseldisziplinen der Lebenswissenschaften werden chemische und biologische Methoden gemeinsam entwickelt. Im Mittelpunkt stehen hierbei sowohl chirale Hilfsstoffe (Auxiliare) als auch neue Katalysatoren.


Das Symposium findet statt am 10. und 11. Oktober 2005 im Aachener Eurogress an der Monheimsallee 48.

Weitere Informationen zum Symposium:

Dr. Wolfgang Bettray

Institut für Organische Chemie
Tel.: +49/241/80-94680
Fax: +49/241/80-22147
E-Mail: <bettray@rwth-aachen.de
Weitere Informationen: http://www.oc.rwth-aachen.de/akenders/SFBSYM_E.HTM
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