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Akademie Leopoldina ehrt Privat-Dozent Dr. Oliver G. Schmidt (Stuttgart) mit der Carus-Medaille

07.10.2005 - (idw) Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Sie würdigt damit seine bahnbrechenden Arbeiten über Bildung, Wachstum, Strukturen und Eigenschaften von Halbleiternanostrukturen Oliver G. Schmidt ist ein höchst einfallsreicher, analytisch scharfer und dynamischer junger Physiker, der weltweit anerkannte, grundlegende und bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet des Wachstums von Halbleiternanostrukturen selbst durchgeführt und initiiert hat. Dabei kombinierte er auf intelligente Weise neuartige Selbstorganisationseffekte an Oberflächen und etablierte Methoden aus der Halbleitertechnik. Damit wird es ermöglicht, dreidimensionale Halbleiterarchitekturen auf der Nanometerskala zu konzipieren. So ist es ihm gelungen, hierarchisch selbstorganisierte Quantenpunkte und Quantenpunktmoleküle zu erzeugen, die als künstliche Atome und künstliche Moleküle für die Quanteninformationstechnologie geeignet erscheinen. Diese besondere Art von Nanostrukturen entsteht durch ein einzigartiges Verfahren, das atomar präzise Wachstums- und Ätzprozesse kombiniert. Durch die Verknüpfung der beiden fundamentalen Ansätze der Nanotechnologie (Bottom-up und Top-down) konnte er, analog zu normalen Kristallen, künstliche Quantenpunktkristalle erzeugen und deren neuartige (u.a. elastische) Eigenschaften nachweisen. Schmidt hat seine Ergebnisse auf vielen wichtigen Kongressen und Symposien seines Gebietes in bisher über 70 eingeladenen Vorträgen präsentiert. Allein in diesem Jahr hielt er 17 eingeladene Vorträge in aller Welt. Dies zeugt von der Anerkennung, die seiner Arbeit zuteil wird.

Zur Person: Oliver G. Schmidt (Jahrgang 1971) hat an der Universität zu Kiel, am King's College in London und an der Technischen Universität Berlin Physik studiert, in Berlin 1999 promoviert, in Hamburg 2003 habilitiert, und er ist seit 2004 Privatdozent an der Universität Stuttgart. Seine wissenschaftliche Ausbildung erhielt er als Doktorand am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und als Postdoktorand an der University of Southern California. Seit 2002 ist er Forschungsgruppenleiter am MPI für Festkörperforschung in Stuttgart. Seine Forschungsarbeit wurde 2000 mit der Otto-Hahn-Medaille gewürdigt, Schmidt erhielt den Philip Morris Forschungspreis 2002 und den Heinrich-Düker-Preis 2003, ist Preisträger des vom BMBF ausgeschriebenen Wettbewerbs "Nanotechnologie" 2003 und Preisträger des MPG-Wettbewerbs "Bilder aus der Wissenschaft" 2004.
Anschrift des Preisträgers: Privatdozent Dr. Oliver G. Schmidt, Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Postfach 8006065, D-70506 Stuttgart

Preis und Preisvergabe:
Die Preisvergabe erfolgt am 7. Oktober 2005 im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung in Halle (Saale).

Die Carus-Medaille geht auf eine Stiftung aus Anlass des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Akademie Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789-1869), zurück. Sie wurde 1896 erstmals vergeben. Seit 1961 ist sie mit dem von der Stadt Schweinfurt gestifteten Carus-Preis von 5 000 Euro verbunden. Die Carus-Medaille wird in der Regel an jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für bedeutende naturwissenschaftliche oder medizinische Forschungsleistungen vergeben.

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