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Welt-Rheuma-Tag: Bundesweite Ausbildung zur Früherkennung von Rheuma

10.10.2005 - (idw) Kompetenznetz Rheuma am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ)

Welt - Rheuma - Tag am 12. Oktober 2005
Bundesweite Kooperation zur Früherkennung von Rheuma

Berlin, 10. Oktober 2005

In einer bisher einmaligen bundesweiten Kooperation haben die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, die Patienten-Organisation Deutsche Rheuma-Liga, der Deutsche Hausärzteverband und der Berufsverband der Rheumatologen ein innovatives Schulungsmodul für Hausärzte zur Früherkennung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen entwickelt. "Unser Hauptanliegen bei der Entwicklung der Fortbildungsinhalte ist es, die frühe Erkennung einer Arthritis zu beschleunigen und durch effiziente Kommunikation und Kooperation zwischen Hausärzten und Rheumatologen das Behandlungsergebnis für Patienten mit chronischer Polyarthritis zu verbessern," erläutert Professor Dr. med. Ekkehard Genth von der Fortbildungsakademie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) das außergewöhnliche Konzept anlässlich des Welt-Rheuma-Tages 2005. Ziel der Fortbildung ist es unter anderen, Hausärzten einfache Parameter zur ersten Diagnostik an die Hand zu geben. Dauert es heute noch zirka 1,6 Jahre, bis ein Patient mit einer chronischen Polyarthritis in die fachärztliche Mitbetreuung kommt, wird nun eine Reduzierung auf bis zu sechs Wochen von der ersten Diagnose des Hausarztes bis zur Überweisung an den Spezialisten angestrebt.

Erstmals werden die Seminare bundesweit durch die Integration geschulter Patienten unterstützt. "Wir unterrichten derzeit in acht Landesverbänden der Rheuma-Liga Mitglieder, die bereit sind, an den hausärztlichen Fortbildungen als Expertinnen aus Betroffenheit mitzuwirken," bestätigt Marion Rink, Vorstandsmitglied des Deutschen Rheuma-Liga Bundesverbands e.V. So können Hausärzte in den Seminaren Gelenke von Betroffenen anschauen, betasten und unmittelbare Rückmeldungen erhalten.

Das Schulungsmodul "Leitsymptom Gelenkschwellung" ist Teil des Projekts "Gute Versorgung von Anfang an", das vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung gefördert wird. Es wurde bereits Ende 2004 in Pilotveranstaltungen erprobt und Anfang September 2005 vom Institut für hausärztliche Fortbildung zertifiziert. Ab Oktober 2005 starten die Seminare im Hausärzteverband. Ziel ist es, jährlich bis zu 5.000 Hausärzten diese Weiterbildung zu ermöglichen.

Hintergrund für die gelungene Zusammenarbeit ist die gemeinsame Erkenntnis, dass die Versorgung von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in Deutschland immer noch unzureichend ist, insbesondere außerhalb von Ballungszentren. Bei Vorliegen einer rheumatoiden Arthritis sollte innerhalb von drei Monaten eine krankheitsmodifizierende Therapie begonnen werden. Das Fortbildungsmodul wurde auf der Grundlage der Leitlinie Gelenkschwellung und der Leitlinie zum Management der frühen rheumatoiden Arthritis konzipiert, die von der DGRh herausgegeben wurden.

Wie Frau Prof. Dr. Elisabeth Märker-Hermann, Präsidentin der DGRh ausführte, arbeitet die DGRh als Fach- und Forschungsgemeinschaft kontinuierlich daran, dass schon an den Universitäten die rheumatologische Ausbildung der Medizinstudenten qualitativ und quantitativ gestärkt wird. Bei der relativ geringen Zahl weitergebildeter Rheumatologen müssen an der Akutversorgung alle zur Verfügung stehenden Spezialisten in Deutschland beteiligt werden. Alle Bausteine sollten gezielt in eine kontinuierliche Versorgung und Rehabilitation integriert werden und alle Elemente eines multidisziplinären Teams enthalten. Innovative Versorgungsmodelle unter Einbeziehung rheumatologischer Kliniken oder klinischer Fachabteilungen sind hier durch Schaffung von Strukturen integrierter Versorgung denkbar und politisch gewollt; sie werden in ersten Rheumazentren in Deutschland auch schon umgesetzt. Erklärtes Ziel ist es, dass Patienten ohne wesentliche Funktionseinschränkung in eine dauerhafte Remission ihrer rheumatischen Erkrankung gebracht werden.

Schließlich schreitet die rheumatologische Grundlagenforschung erfreulicherweise voran, indem neue und gezielte, an der Pathogenese orientierte Therapien der rheumatoiden Arthritis entwickelt werden, die zum Teil schon in der klinischen Erprobungsphase stehen. Es ist ein Erfolg gemeinsamer Initiativen der europäischen Rheuma-Ligen und wissenschaftlichen Fachgesellschaften einschließlich der DGRh, dass die EU in ihrem neuen Rahmenprogramm gerade vor einem Monat die rheumatischen Erkrankungen als wichtige, durch Forschungsförderung zu unterstützende chronische Krankheitsgruppe erkannt hat.


Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten
Weitere Informationen: http://www.rheumanet.org/content/m1/Artikel1277.aspxx - DGRh Leitlinie zum Management der frühen rheumatoiden Arthritis
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