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Deutschland - Land der Ingenieure

11.10.2005 - (idw) Technische Universität München

Öffentliche Ringvorlesung
TU München will bei Schülern Interesse für das Ingenieurstudium wecken - Auftaktveranstaltung am 13. Oktober 2005 um 17 Uhr im Audimax An der Technischen Universität München beginnt am 13. Oktober 2005 im Audimax eine neue Ringvorlesung, die sich besonders an bayerische Schülerinnen und Schüler wendet, die von einer Berufs- bzw. Studienwahl nicht mehr weit entfernt sind. Das Pilotprojekt steht unter dem Motto "Deutschland - Land der Ingenieure". Es soll den jungen Menschen die Universität schon in den Schulen näher bringen, um sie so bei ihrer Studienwahl möglichst frühzeitig zu unterstützen. Mit dieser Ringvorlesung möchte sich die TU München als Repräsentantin für das "Land der Ingenieure" zeigen, sagte TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann vor der Presse. "Wir wollen damit auch einen Beitrag für die Sichtbarkeit des Ingenieurwesens und dessen verstärkte Wahrnehmung in der Politik leisten", fügte er hinzu.

Untersuchungen zeigen, daß derzeit etwa 20.000 Ingenieure in der deutschen Wirtschaft fehlen. Dies gilt vor allem in der Forschung und Entwicklung. Hier müsse sich in den allernächsten Jahren eine Trendwende erreichen lassen, so der TU-Präsident. Ein Grund sei, daß die große Öffentlichkeit der Technik eher skeptische gegenüber stehe und das beeinflusse auch die Jugend. Mit der Ringvorlesung soll die Faszination und Begeisterung für die Beschäftigung mit der Technik vor allem bei den jungen Menschen geweckt werden. Man wolle mit Überraschungseffekten aufzeigen, wo überall Technik für ein schöneres und angenehmeres Leben eingesetzt wird und werden kann.

Zu später Beginn des Berufslebens

Mit dem Projekt der Ringvorlesung verfolge die TUM, so Prof. Herrmann, aber auch noch einen anderen Zweck: Man wolle auf das weiterhin interessante und nach wie vor aktuelle Ingenieurstudium aufmerksam machen. Außerdem sei der Anteil an weiblichen Studierenden in den Ingenieurfächern bedauerlicherweise immer noch zu gering.

Prof. Ingolf Ruge, Koordinator der Ringvorlesung, wies vor allem auf die langen Studienzeiten in Deutschland hin. Absolventen der hiesigen Universitäten würden oft erst mit 30 bis 32 Jahren in das Berufsleben eintreten. Das sei viel zu spät, so Ruge. In den anderen Ländern der EU beginne das Berufsleben nach dem Studium schon mit 24 oder 25 Jahren. Deshalb müsse die Universität an die Jugend herangebracht werden und sie begeistern, schneller ein Studium zu beginnen und abzuschließen.

Als Beauftragter der Gymnasien forciert Prof. Paul Gerhardt seit acht Jahren den persönlichen Kontakt mit den Lehrern, um möglichst gute Schulen für die TUM zu gewinnen. Er will versuchen, auch die Lehrer für die Teilnahme an der Ringvorlesung zu begeistern.
Prof. Bernd-Robert Höhn (VDI), Ordinarius am Lehrstuhl für Maschinenelemente der TU in Garching, erläuterte, daß der Nachholbedarf an Ingenieuren immer stärker wird. In der Rangliste der beliebtesten Studienfächern sei das Ingenieurstudium mittlerweile auf Rang Vier zurückgefallen. Wie wichtig Ingenieure seien, erklärte er an dem Beispiel Vertrieb und Service. Was früher keine Domäne der Ingenieure gewesen sei, entwickele sich mittlerweile zu einem Schwerpunkt. Die Zahl der Ingeneure sei in diesem wichtigen Berufszweig von früher vier auf zwanzig Prozent angewachsen.

Immer Donnerstag, 17.30 Uhr

Die Ringvorlesungen "Deutschland - Land der Ingenieure" der TU München finden immer donnerstags ab 17.30 Uhr statt und dauern bis 19.00 Uhr. Professoren der TU München werden jeweils einen etwa 35-minütigen Vortrag halten, der anschließend von einem Experten aus der Industrie bzw. aus der wirtschaftlichen Praxis ergänzt wird. So können die jugendlichen Zuhörer einen Eindruck über die Aufgaben auf dem jeweiligen speziellen Ingenieurgebiet gewinnen. Themen sind unter anderem "Sicherheit in Informationssystemen - Notwendigkeit oder Last", "Schnell, mobil, multimedial: (Tele-)Kommunikation ohne Grenzen", Mikrowellen - nützlich und lebensrettend" oder ?Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien". Nach den beiden Vorträgen besteht die Gelegenheit für Fragen aus dem Auditorium. Die Teilnahme von Lehrkräften wird übrigens als Fortbildungsveranstaltung anerkannt.

Auftaktveranstaltung am 13. Oktober

Besonders interessant und informativ wird der erste Abend, der Beginn der Ringvorlesungen, am 13. Oktober 2005 im Audimax sein. Nach der Begrüßung durch den TU-Präsidenten Prof. Wolfgang A. Herrmann spricht der Vorstandsvorsitzende des Vereins Deutscher Elektroingenieure (VDE), Dipl.-Ing Erno Liess über gegenwärtige und zukünftige Berufsaussichten für Ingenieure in Deutschland. Im folgenden Festvortrag beleuchtet Dr. Hermann Franz (Siemens) die Herausforderungen an die Ingenieure der Zukunft. Daran schließt sich eine Podiumsdiskussion mit den Referenten und Schülerinnen und Schülern von bayerischen Gymnasien an.


Ort und genauer Zeitpunkt der Ringvorlesungen können im Internet unter www.lis.ei.tum.de/RV_D_Ing.pdf heruntergeladen werden.

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