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Renommierte US-Auszeichnung für Dr. Rainer Glaß und Dr. Michael Synowitz

11.10.2005 - (idw) Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

S p e r r f r i s t : Dienstag, 11. Oktober 2005, 21:00 Uhr
Für ihren Nachweis, dass Stammzellen und neuronale Vorläuferzellen offenbar in der Lage sind, Glioblastome zu zerstören, sind der Hirnforscher Dr. Rainer Glaß (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch) und der Neurochirurg Dr. Michael Synowitz (Helios Klinikum Berlin-Buch) von der Amerikanischen Gesellschaft für Hirntumoren mit dem "Tumor Young Investigator Award" ausgezeichnet worden. Den mit 2000 US-Dollar dotierten Preis nahm Dr. Synowitz für beide Forscher auf dem 55. Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für Neurochirurgie in Boston, Massachusetts, USA, entgegen. Ihre Forschungsarbeit hatte das Journal of Neuroscience (March 2005, Vol. 25, Issue 10, pp 2637 - 2646, www.jneurosci.org/cgi/content/full/25/10/2637)* publiziert. Gliablastome gehören zu den häufigsten Hirntumoren und zu den bösartigsten. Sie treten meist bei Menschen Mitte Fünfzig, Anfang Sechzig auf. Die Ursachen sind nicht bekannt. Bisher ging die Forschung davon aus, dass fehlgesteuerte Stammzellen oder neuronale Vorläuferzellen Glioblastome auslösen. Zusammen mit Prof. Helmut Kettenmann (MDC) und Dr. Gerd Kempermann (MDC/Charité Universitätsmedizin Berlin) hatten sie in transgenen Mäusen Stammzellen und neuronale Vorläuferzellen nachgewiesen, die den Tumor zerstören. Offenbar lockt der Tumor selbst diese Stammzellen aus den Keimzentren (Stammzellnischen) des Gehirns über weite Strecken an. Weshalb, ist noch unklar. Die Forscher bewerteten dieses Ergebnis als ersten Hinweis darauf, dass das Gehirn zumindest junger Tiere, Schutzmechanismen gegen Glioblastome hat. Das könnte auch erklären, weshalb dieser Tumor beim Menschen erst in höheren Lebensjahren auftritt, nicht aber bei Kindern und Jugendlichen. Die Forscher hatten älteren Mäusen mit Glioblastom Stammzellen injiziert und es hatte sich gezeigt, dass die Tiere wie ihre jüngeren Artgenossen reagierten: der Tumor wurde kleiner. Noch ist unklar, welche Substanz die Stammzellen zu dem Tumor lockt und wie die Stammzellen auf den Tumor einwirken.
Weitere Informationen: http://www.mdc-berlin.de/ueber_das_mdc/presse/pressemitteilungen/2005/pm9.htm

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