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Dem Gedächtnis auf der Spur - IWF filmt Vortrag von Nobelpreisträger Eric Kandel

11.10.2005 - (idw) IWF Wissen und Medien gGmbH

Wo befindet sich das Gedächtnis und wie manifestiert es sich auf zellulärer Ebene? Diesen zentralen Fragen der Hirnforschung ging Prof. Eric Kandel von der Columbia University (New York) auf den Grund, als er am 27. September einen Vortrag in der Aula der Göttinger Universität hielt. Der mit dem Nobelpreis für Physiologie ausgezeichnete Neurowissenschaftler verstand es nicht nur, das Wissen über "Memory and Age Related Memory Loss" allgemeinverständlich darzustellen, sondern schaffte es auch, die Entdeckungen der Hirnforschung spannend und humorvoll zu erzählen.
Der Vortrag wurde von der IWF mitgeschnitten und wird demnächst sowohl als kostenfreie Vorschau im Internet verfügbar sein als auch in hoher Qualität zu bestellen sein.

Nach einer Einleitung in fließendem Deutsch, führt Kandel gekonnt in die Geschichte der Hirnforschung ein, die schließlich in der Suche nach den Grundlagen der Gedächtnisbildung mündet. Die Akteure seiner "Detektivgeschichte" sind Neurologen und Psychiater, wie Gall, Flourens, Broca, Wernicke, Lashley, Penfield und Milner, deren Arbeit die Zuordnung mentaler Prozesse (z.B. Sprechen, Verstehen, Erinnern) zu bestimmten Hirnarealen ermöglicht hat. Hier beginnt Kandel mit seinen eigenen Forschungen an der Meeresschnecke Aplysia sowie an Mäusen und erklärt die Funktionsweise des Gedächtnisses auf anatomischer, physiologischer und molekularer Ebene. Dass sich beim Lernen Informationen abspeichern lassen, beruht dabei auf einer Signalkaskade in der Nervenzelle, die zu einer anderen "Verdrahtung" der Nervenzellen führt.

Eric Kandel wurde 1929 in Wien geboren und floh 1939 mit seiner Familie nach New York. Dort begann er 1948 sein Studium der Psychiatrie und Biochemie. In seiner Autobiografie schreibt Kandel, dass seine Kindheitserlebnisse zur Zeit des Nazi-Regimes sein Interesse an Fragen zur Motivation und Lernen verstärkt haben. Eric Kandel hat seine Karriere den Neurowissenschaften gewidmet und die molekulare Grundlagen der Hirnfunktionen untersucht. Neben seiner unumstrittenen wissenschaftlichen Brillanz zeichnet sich Kandel in seinem knapp 1-stündigen Vortrag durch Charme, Witz und Begeisterung aus, die das Publikum ansteckt.

Im vergangenen Jahr hat die IWF den Vortrag eines weiteren Nobelpreisträgers gefilmt und mit ihm ein Interview gemacht: Prof. Dr. James Dewey Watson, Nobelpreisträger für Medizin (1962).

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