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Übergabe des Präsidentenamtes an der Universität Hannover

13.10.2005 - (idw) Universität Hannover

Professor Schätzl übergibt Amt an Professor Barke Mehr als 500 Gäste aus ganz Deutschland waren zur feierlichen Übergabe des Präsidentenamtes an die Universität Hannover gekommen. Prof. Dr.-Ing. Erich Barke löst den 67-jährigen Wirtschaftsgeographen Prof. Dr. oec. publ. Ludwig Schätzl nach achtjähriger Amtszeit ab.

In seiner Rede lieferte Professor Schätzl einen Überblick über die wesentlichen Themen, die seine Amtszeit prägten. Von Beginn an stand auch damals der Aspekt des "Wettbewerbs", sei es um Finanzressourcen, Personal oder Studierende, im Vordergrund, sowohl auf nationaler sowie internationaler Ebene. Wesentliche Reformschritte waren dabei die Innovationspakte I und II, die die Landeshochschulkonferenz (LHK), deren Vorsitzender Professor Schätzl von 1999 bis 2004 war, mit den jeweiligen Ministerpräsidenten abschloss. Während seiner Amtszeit kam es auch zur Einführung wesentlicher Neuerungen wie den Instrumenten der Ziel- und Leistungsvereinbarungen, den Hochschulräten, dem Globalhaushalt sowie der W-Besoldung. Auch die Nachwuchsförderung durch Juniorprofessuren kam dazu. Neben diesen Reformschritten auf Landesebene, wurden auch zahlreiche an der Universität Hannover verwirklicht. Einige zentrale Ziele in der Forschung waren dabei national wettbewerbsfähige und international anerkannte Schwerpunkte, die sich zum Beispiel an den erfolgreich eingeworbenen Sonderforschungsbereichen zeigen. Auch der Aufbau des Produktionstechnischen Zentrums in Garbsen gehört dazu, ebenso wie erfolgreiche Forschungskooperationen mit anderen Hochschulen.

Auch der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, würdigte die Arbeit von Professor Schätzl als Präsident der Universität Hannover und als Vorsitzender der LHK. Hier habe er zahlreiche herausragende Veränderungen mitgestaltet und dabei viel erreicht. Professor Schätzl habe stets für Verlässlichkeit gestanden, so Minister Stratmann. Seine Amtszeit sei von großen Erfolgen geprägt. Minister Stratmann sprach auch im Namen der Landesregierung Dank und Anerkennung des Landes Niedersachsen aus.

Neben dem Minister hielt der Stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrates, Prof. Arnold Picot ein Grußwort.

Anlässlich der Amtsübergabe erläuterte Prof. Dr.-Ing. Barke die Perspektiven für die Universität Hannover und ermutigte zum Dialog über vier von ihm formulierte Ziele. "Eine nach außen und innen kommunikationsfreudige integrierte und lernende Universität", ist ihm ein besonderes Anliegen. Dabei bezieht er sich sowohl auf die Kommunikation zwischen den Gruppen der Universität, als auch die zwischen der Hochschulleitung und den Fakultäten beziehungsweise Gremien genauso wie zur Stadt, anderen Hochschulen und den Wirtschaftsunternehmen der Region. "Integration ist der Schlüssel zu unserer Zukunftsfähigkeit" betont Präsident Barke und setzt dabei auch auf interdisziplinäre Kooperationen. Dafür seien unterschiedliche Maßnahmen denkbar, wie die Förderung, auch finanziell, von Interdisziplinarität in Studiengängen und interdisziplinäre Studiengänge. Interdisziplinäre Forschungsprojekte sollen im Vordergrund stehen. Themen wie Globalisierung, Gesundheit, Mobilität oder Mensch-Maschine-Kommunikation bieten hier zahlreiche Ansätze, auch für interdisziplinäre Arbeiten zum Beispiel von Natur- und Ingenieurwissenschaften zusammen mit den Geisteswissenschaften.

Als zweites Ziel formuliert Präsident Barke "eine große Universität mit breitem Lehrprofil hoher Qualität". Dabei setzt er darauf, das breite Fächerspektrum der Universität Hannover zu erhalten, um auch weiterhin die Bildungsaufgabe für die Region wahrzunehmen. "Voraussetzung dafür ist eine exzellente Lehre. Um diese zu gewährleisten, brauchen wir ein anerkanntes Qualitätssicherungssystem." Es gilt, dieses gemeinsam zu erarbeiten und auch aus Akkreditierungen, Evaluationen und Rankings als externe Maßnahmen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.

"Eine Universität mit scharfem Forschungsprofil und herausgehobenen Exzellenzbereichen" sieht Präsident Barke als drittes Ziel. Dabei müssen bestehende Schwerpunkte ausgebaut und Spitzenforschung gefördert werden. Deshalb beteiligt sich die Universität Hannover an der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. "Es ist ein besonderes herausgehobenes Ziel, dass es gelingt, mit mindestens einem unserer Anträge erfolgreich zu sein", so Präsident Barke. "Wir sollten es deshalb schaffen - und auch das ist eine Integrationsaufgabe - die ganze Universität hinter unseren Exzellenzprojekten zu versammeln". Die Entwicklung eines "Wir-Gefühls" sei dafür eine wichtige Voraussetzung.
Wodurch Exzellenz an einer Universität entsteht, beantwortet Präsident Barke mit: "in erster Linie durch exzellente Köpfe, durch exzellente Studierende und exzellente Professorinnen und Professoren." Daher fordert er eine strategische Berufungspolitik, um auch Spitzenberufungen möglich zu machen. Dies "geht nicht ohne Einflussnahme des Präsidiums und vielleicht in manchen Fällen auch nicht ohne externe Beratung", erläutert Präsident Barke.

Sein viertes Ziel formuliert Professor Barke frei als "Gestalten statt Jammern". Ob es die neuen Herausforderungen des Zukunftsvertrages sind, die auch den Hinweis auf Einführung von Studienbeiträgen enthalten oder die innere Struktur der Hochschule, die im vergangenen Jahr verändert worden ist, betont Präsident Barke die Forderung "nun zu gestalten". Auch über die Grenzen der Universität hinaus sieht er zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten: "Unser Verhältnis zu Industrie und Wirtschaft, insbesondere in der Region, kann intensiviert werden." Das gilt auch für das Verhältnis zu anderen Hochschulen in der Stadt und in Niedersachsen. Daher ermutigt Präsident Barke: "Lassen Sie uns bessere Vernetzungsstrategien entwickeln, vermeiden wir Verteidigungskämpfe, sondern nutzen wir unseren Gestaltungsspielraum, sonst tun es andere."

Biographie Professor Schätzl
Der 67-jährige Professor für Wirtschaftsgeographie, Ludwig Schätzl, studierte Wirtschaftswissenschaften und Geographie an der Universität München. Im Jahre 1967 promovierte Schätzl an der Münchener Universität, wo er von 1964 bis 1968 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Wirtschaftsgeographie tätig war. Bis 1971 forschte er in Nigeria am Nigerian Institute of Social and Economic Research. Seine Habilitation erfolgte 1973 an der Universität Gießen. Nach einer Professur für Anthropogeographie an der Freien Universität Berlin folgte Prof. Ludwig Schätzl 1978 dem Ruf auf eine Professur für Wirtschaftsgeographie an die Universität Hannover. 1984 bis 1986 war Professor Schätzl Vizepräsident für Forschung und Zentrale Einrichtungen der Universität Hannover. Über seine Forschungs- und Lehrtätigkeit hinaus, leitet er unter anderem das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung, ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Koordinator des Schwerpunktprogramms "Technologischer Wandel und Regionalentwicklung in Europa" der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1997 wurde er zum Präsidenten der Universität Hannover ernannt.

Biographie Professor Barke
Der gebürtige Hannoveraner Erich Barke ist seit 1992 Vorstand des Instituts für Mikroelektronische Systeme (IMS) der Universität Hannover sowie Leiter des Fachgebiets Entwurfsautomatisierung. Er studierte Elektrotechnik, Fachrichtung Nachrichtenverarbeitung, an der Universität Hannover wo er von 1973 bis 1979 als Wissenschaftlicher Assistent und Oberingenieur arbeitete und 1978 mit einer Arbeit zur berührungslosen dreidimensionalen Objektvermessung promovierte. Seit 1979 ist der 58-jährige auf dem Arbeitsgebiet EDA (Electronic Design Automation) tätig, aus dem auch das Thema seiner Habilitation (1982) stammt. Nach seiner Ernennung zum Professor auf Zeit (1983) wechselte er 1985 als leitender Angestellter zum Bereich Halbleiter der Siemens AG in München, wo er zunächst eine Abteilung für Analog-EDA aufbaute und später die Verantwortung für alle EDA-Aktivitäten des Bereiches übernahm. 1992 folgte er einem Ruf an seine Heimatuniversität.


Hinweis an die Redaktion:
Für nähere Informationen steht Ihnen Dr. Stefanie Beier von der Pressestelle der Universität Hannover unter Telefon 0511/762-5355 oder Mobil unter 0176/24453189 oder per E-Mail unter beier@pressestelle.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

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