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Nürnberger Fastnachtsspiele werden neu erschlossen

18.10.2005 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

DFG fördert Neuedition nach modernsten Standards

Seit diesem Jahr fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Universität Tübingen ein germanistisches Großprojekt: An einem der Lehrstühle für germanistische Mediävistik entsteht eine neue kritische Gesamtedition der vorreformatorischen Nürnberger Fastnachtspiele. Nach heutigen editorischen Standards zusammengestellt und präsentiert, soll die Neuedition die Kenntnisse der Fastnachtspieltradition erweitern. Projektleiter sind Prof. Dr. Klaus Ridder (Universität Tübingen) und Juniorprofessor Dr. Martin Przybilski (Universität Trier).

Zunehmendes Forschungsinteresse aus der Germanistik und den Kulturwissenschaften, beispielsweise an Gattungsfragen oder am Figuren- und Motivrepertoire, hat die neue, umfassende Erschließung des Texttyps Fastnachtspiel zum Desiderat gemacht. Als Autoren werden Hans Rosenplüt und Hans Folz fassbar, eine Reihe von Texten ist anonym überliefert. Bisher mussten die Wissenschaftler auf die Ausgabe von Adelbert von Keller - Professor in Tübingen von 1844 bis 1884 und Begründer einer Tübinger Tradition mediävistischer Editionen - zurückgreifen, die in den Jahren 1853 bis 1858 erschienen war und den modernen Anforderungen nicht mehr genügt. Ziel des Projektes ist die vollständige Neuedition und Kommentierung dieser Spiele.

Die neue Ausgabe wird zum einen die Leistungskriterien gedruckter wissenschaftlicher Editionen erfüllen: die vom Buch her gewohnte Übersichtlichkeit, Verlässlichkeit und Informationsfülle bezüglich mittelalterlicher Realien und heutiger literaturwissenschaftlicher Forschung. Zum anderen wird das gesamte Material, Text und philologisches Beiwerk, so strukturiert, dass es elektronisch präsentiert wird und sprachlicher und literarischer Analyse zugänglich ist.

In der Edition wird die textbegleitende Information auf verschiedene Apparate unter dem Text aufgeteilt. Einer bietet Worterklärungen und Verständnishilfen, in einem zweiten Apparat werden Varianten anderer Textzeugen gegenüber der Leithandschrift verzeichnet. Dazu kommt ein Kommentar mit Erläuterungen zu Überlieferung, Textkritik, Datierung und Autorzuschreibungen sowie zu problematischen Einzelstellen jedes Spiels. Die digitale Version verlinkt Texte und Kommentare und bietet zusätzliches Material wie Faksimiles von Handschriften und Drucken.

http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pm/pm2005/pm-05-91-01.html

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Ridder
Deutsches Seminar, Wilhelmstraße 50, 72074 Tübingen
Tel.: (07071) 29-72955
E-Mail: klaus.ridder@uni-tuebingen.de oder sekretariat_prof.ridder@uni-tuebingen.de

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