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Fachhochschule Ulm setzt Bologna-Prozess um

18.10.2005 - (idw) Fachhochschule Ulm

Ab dem Wintersemester 2006/07 wird es an der Fachhochschule Ulm (FHU) nur noch Bachelor- und Master-Studiengänge geben. Der Abschied vom Diplom, so Rektor Professor Dr. Achim Bubenzer, in einem Pressegespräch, bedeute mehr Flexibilität bei gleichbleibend hoher Qualität der Ausbildung. Um bei künftigen Studierenden und Arbeitgebern für die gestuften Abschlüsse zu werben, hat die Hochschule eine Broschüre herausgegeben, in der sie die Umsetzung des Bologna-Prozesses an der FHU und die Vorteile des Bachelor-Master-Systems erläutert. Alle Studiengänge der FHU werden anlässlich der Umstellung auf die gestuften Abschlüsse überarbeitet, aktualisiert und gestrafft. Künftige Studierende erreichen bereits nach sechs bis sieben Semestern mit dem Bachelor-Grad einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Der strafferen modulären Studienorganisation fällt das erste praktische Studiensemester zum Opfer. Professor Dr.-Ing. Ulrich Petri , Prorektor für Lehre und Auslandsbeziehungen, sieht darin allerdings keinen allzu großen Verlust, da bisher schon circa 50 Prozent der Studienanfänger das erste praktische Studiensemester aufgrund ihrer praktischen Berufserfahrung erlassen wurde. Wer dennoch mehr in die Berufspraxis einsteigen will, was vor allem in den klassischen Ingenieurdisziplinen wie Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Produktionstechnik sinnvoll sein kann, kann sich für einen der Kooperations-Studiengänge nach dem Ulmer Modell bewerben. In 4,5 Jahren erwirbt er sowohl einen Bachelor-Abschluss an der Hochschule als auch den Facharbeiterbrief über die IHK. Neu ist, dass der Erwerb der englischen Sprache in ihrer beruflichen Anwendung sowie von Schlüsselqualifikationen nicht wie bisher im Rahmen von Wahlpflichtfächern vermittelt wird, sondern einen festen Platz im Lehrplan des jeweiligen Bachelor-Studiengangs einnimmt.

Künftig macht es formal keinen Unterschied, ob der erste berufsqualifizierende Abschluss an einer Fachhochschule oder einer Universität erworben wird. Vom Niveau her wird der Bachelor-Abschluss mit dem Diplom an der Fachhochschule gleichgesetzt, der Master-Grad dagegen mit dem Universitätsdiplom. Wer einen ersten berufsqualifizierenden akademischen Abschluss hat, kann ein Master-Studium aufnehmen - ganz gleich ob dies an einer Fachhochschule oder an einer Universität angeboten wird. Geschieht dies unmittelbar nach dem ersten Abschluss, spricht man von einem konsekutiven Master. Ein Master-Studium eignet sich allerdings auch als gezielte Weiterbildungsmaßnahme nach einer beruflichen Phase (nicht-konsekutiv), mit der sich zusätzliche Tätigkeitsfelder erschließen lassen. Die derzeit an der FHU angebotenen Master-Studiengänge haben eine Regelstudienzeit von drei bis vier Semestern.

Die FHU hat das Akkreditierungsverfahren ihrer Studiengänge, das europaweit Mindeststandards in der Qualität garantieren soll, bereits eingeleitet und hofft, bis Ende des 2006 Zweidrittel der Studiengänge mit dem entsprechenden Gütesiegel versehen zu können. Mit der Broschüre "Der Bologna-Prozess - Fragen und Antworten zum Bachelor-Master-System" legt sie ihre eigene Sichtweise offen und gibt allen Interessierten, die sich mit dem Systemwandel an deutschen Hochschulen näher befassen wollen, eine erste Orientierung. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich und kann angefordert werden bei

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